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Die letzten 10 Beiträge

Sonntag, 25. Juni 2006, 22:05

von: Anne2 (nicht registriert)

hallo katrin!
habe eine ähnliche geschichte wie du, habe mein drites kind nach blasensprung in der 22.woche zur welt gebracht. ein jahr zuvor hatte ich in de 17.woche eine fehlgeburt. inzwischen habe ich drei kinder und trotzdem trauer ich noch um meine zwei jungs. konnte sie leider nicht beerdigen. wenn es dich interessiert kannst du hier im forum unter "kein grab für meine kinder " nachlesen.
viele grüsse
anne

Sonntag, 25. Juni 2006, 21:25

von: Ilka (nicht registriert)

Hallo Katrin,

habe mich wieder etwas gefangen, lasse die Trauer (um meine Freundin) inzwischen nicht mehr so dicht an mich herankommen, vielleicht ein Schwangerschaftsselbstschutz...
Ich bin seit Dez 05 in psychologischer Behandlung, meine Therapeutin hat mir geraten nicht zur Beerdigung zu gehen, das würde mich zu sehr aufwühlen und jetzt nicht gut tun. Ich bin ihrem Rat gefolgt und werde irgendwann demnächst mal das Grab meiner Freundin aufsuchen und mich persönlich verabschieden. Ich sehe überall ihre Spuren, höre ihr Lachen und habe schon einige Konzerte spielenderweise ihr gewidmet (bin Musikerin), sie war nämlich ein großer Fan und ganz oft in meinen Konzerten. Meine Freundin heißt auch Kathrin ( wenn auch anders geschrieben) und ich habe die Nachricht an dem Tag bekommen, als ich Dich kennenlernte, schon seltsam, die eine Kommt, die andere geht! Solche Dualitäten gabs in letzter Zeit einige in meinem Leben. Ja, Kathrin war Allergikerin (ich weiss ehrlich nicht worauf sie nicht allergisch war) und ist an einem allergischen Schock gestorben, weil in dem Essen, das sie von der Arbeit, wie so oft, mitgebracht hat, wohl Nüsse drin waren. Sie hat das nach einem Bissen gemerkt und das zu ihrem Freund gesagt, schnell ihre Notfalltablette eingenommen, die aber gar nicht gewirkt hat! Als der Notarzt kam, war es zu spät! Sie ist wohl erstickt, hoffentlich ging es wenigstens schnell !

Meinem Kleinen Bauchmuckel gehts prima, trotz des Stress, ich hatte ne Panickattacke am Freitag, weil ich keine Bewegungen mehr gespürt habe, das hat meinen Puls doch sehr beschleunigt. Das Kind lag genauso wie Max und der Bauch sah aus wie ein nasser Sack (in meiner Panickwahrnehmung), da kamen so viele Erinnerungen... Mein Mann war zum Glück zuhause und wir sind zum Arzt gefahren, der Entwarnung gab!! Der Arzt reagierte ganz toll, er sagte, dass solche Angstanfälle normal und verständlich seien und ich jederzeit vorbeikommen kann, wenn mir danach ist.

Schön, dass Dein Elias so ausgeglichen ist und Dir viel Freude bereitet!

Ich wünsche Dir noch einen schönen (Rest-)Abend, liebe Grüße,
Ilka

Sonntag, 25. Juni 2006, 19:30

von: Katrin (nicht registriert)

Liebe Ilka,
nun sind so viele Tage vergangen, und ich habe nicht einmal ins Forum geschaut. Geht es dir mittlerweile etwas besser? Womöglich war die Beerdigung schon? Woran ist deine Freundin eigentlich gestorben? War es plötzlich?
Ich glaub, unsere Babys im Bauch verstehen so einiges, bemerken nicht einfach nur unsere Gefühle, sondern können irgendwie auch ganz gut damit umgehen. Bei Elias im Bauch hatte ich immer den Eindruck, dass er ruhig und gelassen reagierte, wenn ich verstört und tottraurig war. Er ist heute ein vollkommen ausgeglichenes Baby, obwohl meine Schwangerschaft voller Ängste war.
Wie geht es dir dabei, mit deinem kleinen Würmchen im Bauch zu trauern? Ich hoffe so sehr, dass es dir ein bisschen besser geht.
Liebe Grüße, Katrin

Sonntag, 18. Juni 2006, 00:26

von: Ilka (nicht registriert)

Hallo Katrin,

die Nacht war grässlich, hab wenig geschlafen, und wenn, dann hab ich komisches Zeug geträumt, der Tag heute ging einigermaßen, ich war sehr müde und unkonzentriert bei der Arbeit heute (bin eben erst heim gekommen), hab einen Brief an meine Freundin in mein Tagebuch geschrieben, das ich seit Max Tod führe. Den wird sie zwar nie lesen können, aber mir hats geholfen, auch wenn ich vor lauter Tränen kaum gesehen habe, was ich da schreibe...Vielleicht erreichen sie ja meine Gedanken, wer weiß das schon ? Mein Mann war auch ganz lieb zu mir, das tat gut. Wir sind seit dem Verlust unseres Kindes näher zusammengerückt, zum Glück, das gibt viel Kraft!

So jetzt werde ich mich mal ins Bett begeben, Schlaf nachholen, morgen kann ich ausschlafen, muß erst abends arbeiten.

Liebe Grüße, Ilka

Samstag, 17. Juni 2006, 11:33

von: Katrin-statt-radena (nicht registriert)

Liebe Ilka,
ich drück dich ganz fest durchs Netz hindurch. Wie geht es dir? Konntest du nachts einigermaßen schlafen? Ich würde gern etwas für dich tun, aber weiß nicht was, mir fehlen die Worte.
Ganz liebe Grüße,
Katrin

Freitag, 16. Juni 2006, 22:57

von: Ilka (nicht registriert)

Hallo Ihr Lieben,


Danke für Eure mutmachenden Worte, ich versuche zur Zeit jeglichen vermeidbaren Stress von mir fern zu halten, mit meinem Baby zu reden, und Max bitte ich ganz oft das Geschwisterchen zu behüten. Ich habe mindestens einen Gang runter geschaltet (heize nicht mehr so schnell auf dem Fahrrad durch die Gegend) und rede mir ein, dass ich ein Recht auf Mama-Wellness habe.

Aber mit dem Stress ist das so eine Sache, habe gerade die traurige Nachricht vom Tode meiner Freundin bekommen und bin ziemlich durch den Wind, habe dem Muckel erklärt, dass es nichts mit ihm zu tun hat, dass Mama so traurig ist. Die Mutter meiner Freundin rief mich an, sie sagte, sie wäre lieber vor ihrer Tochter gegangen. Welche Mutter nicht? Egal wie alt das Kind ist, die Reihenfolge ist irgendwie durcheinander, wenn die Kinder vor ihren Eltern gehen. Und die Leere ist so still und grausam.

Gute Nacht, muss mich erstmal wieder sortieren und ausweinen.

Ilka

Freitag, 16. Juni 2006, 22:02

von: Anne (nicht registriert)

Hallo ihr Lieben,

hier ist ja schon ganz schön was los :$. Was mich etwas verwirrt: soll ich Kerstin oder Radena sagen?

Ilka: ich drück dir ganz fest die Daumen für deine Schwangerschaft, es geht bestimmt alles gut, wirst sehen. Aber auch bei mir war es so, dass ich mich wahnsinnig über die ersten Kindsbewegungen von Silas gefreut habe und wenn dann mal Funkstille war, dann hab ich mir gleich wieder Gedanken gemacht, aber ja immer unbegründet. In meiner ersten SS habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, dass irgendwas sein könnte, wenn sich mein kleiner Mann im Bauch mal nicht so viel bewegt hat. Aber man bekommt dann so einiges mit. Auch wenn du es bestimmt so oft hörst: immer so locker wie möglich bleiben und sich "einfach" über das Baby im Bauch freuen.

So, womit wir wieder beim Thema sind: die guten Ratschläge und die noch "besser" gemeinten Versuche, einen zu trösten. Es macht mich rasend, wenn ich an die ganzen Sprüche nach meiner Totgeburt denke. "Es war besser so", "das nächste Mal wird alles anders", "du kannst ja noch viele Kinder bekommen" usw. Aber den Vogel hatte meine Schwester abgeschossen: Sie gab mir gleich zu verstehen, dass sie das Bild von unserem Sohn auf keinen Fall sehen möchte. Sie sagte das in einem so abfälligen Ton, dass man denken musste, ich habe ein Monster geboren. Das hat mich doch sehr verletzt. Außerdem gab sie mir gleich den Tipp, das Kinderzimmer sofort abzuschließen, so nach dem Motto: was weg ist, ist weg, zum Glück und bloß nicht mehr dran denken oder drüber reden. Meine Güte, wie kann man nur so bescheuert sein? Auch meine Eltern waren keine Stütze für mich. Aber ich glaube, sie konnten mit alldem selber nicht gut umgehen. Meine Freundin, die einen 5-jährigen Sohn hat, heulte mir dann zwei Wochen nach der Totgeburt die Ohren voll, weil ihr Sohnemann auf einmal vom Tod sprach. Er hatte das alles mit unserem Baby ja auch mitbekommen und hatte dann halt mal ne Phase, wo er nicht mehr so gern in den Kindergarten ging, da er Angst hatte, dass er ja viel. tot sein könnte, wenn seine Mama ihn wieder abholt. Gut, ich kann schon verstehen, dass meine Freundin geschockt war, aber der Kleine wusste ja noch gar nicht -damals war er ja erst knappe vier Jahre alt-, was Tod wirklich bedeutet. Und ich denke, dass ich da auch die falsche Adresse war, um sich auszuheulen.

Ich bereue heute, dass ich nur ein Bild von unserem Nathanael habe. Aber wir waren damals einfach mit allem überfordert und wir hätten nie daran gedacht, einen Foto mitzunehmen, um Erinnerungsfotos zu machen. Wir wollten ihn ja zuerst gar nicht sehen. Heute schäme ich mich dafür zutiefst. Als er dann da war habe ich ihn angeschaut, aber nur eingewickelt in seinem Tuch. Mein Mann hielt ihn eine Weile im Arm, selbst das konnte ich nicht. Wie gesagt, heute würde ich es anders machen. Ich würde ihn ganz genau anschauen, ihn berühren, mir alles von ihm einprägen so gut es geht. Und dann würde ich ganz viele Fotos von ihm machen und eines davon an unsere Bilderwand hängen. Ach wie sehr ich das doch alles bereue, aber wie gesagt, ich war total überfordert und es ist mir bis heute unbegreiflich, wie man so etwas überhaupt überstehen kann.

So, werde mich jetzt bald in mein Bett begeben, war wieder ein anstrgender Tag irgendwie.

Bis bald, schlaft gut.
Liebe Grüße
Anne

Freitag, 16. Juni 2006, 21:25

von: radena (nicht registriert)

Ja, die gut gemeinten Ratschläge oder das Schweigen kenne ich nur allzu gut. Ich weiß gar nicht, was ich schlimmer fand. Ich war auch immer zutiefst verletzt, konnte mich ebenfalls nicht abgrenzen. Jede Bemerkung riss mich noch tiefer in meine Trauer hinein. Aber jetzt, im Nachhinein, denke ich, oft war es nur Sprachlosigkeit. Viele fanden jedoch schon nach wenigen Wochen, jetzt sei es an der Zeit, dass ich aufhöre zu trauern, das Leben ginge schließlich weiter. Hart war einfach, dass keiner meine kleine Tochter gekannt hat. Ich allein habe sie gespürt, ihren Charakter, ihr Wesen bemerkt, mir ein Bild von ihr gemacht. Das mit anderen zu teilen, war nicht möglich. Dabei wünsche ich mir heute noch, dass mich mal jemand fragt, und wie war sie, die kleine Josefine? Was hast du mit ihr erlebt, als sie noch in deinem Bauch war?


Liebe Ilka, ich wünsche dir eine super schöne, unkomplizierte Schwangerschaft! Ich kann deine Ängste so gut verstehen, denn wie gesagt, ich war voller Ängste. Manchmal konnte ich mich nicht beruhigen, war ganz schön panisch. Kein Wunder, dass ich vorzeitige Wehen bekommen habe. Ich habe mich aber auch ganz oft ruhig hingelegt oder hingesetzt, habe in meinen Bauch gehorcht und habe für diese Momente gewusst, dass dieses Mal alles gut gehen würde. Ich dachte mir, ein zweites Mal würde ich es nicht überleben, das wäre zu viel für mich. Ich habe manchmal immer wieder irgendwelche Sätze innerlich wiederholt, habe meinen Bauch gestreichelt, mit Elias gesprochen und ihm gesagt, dass er bei mir bleiben wird und ihm von der Welt draußen erzählt, wie schön sie sein kann, worauf er sich freuen kann, was ich alles mit ihm machen werde. Das hat mir auch sehr viel Sicherheit gegeben.
Schön wars, als ich ihn dann spüren konnte. Das hat mir noch mal sehr viel mehr Sicherheit gegeben. Aber wenn er sich dann mal nicht rührte, wurde ich wieder panisch. Ich hatte einen tollen Arzt, der bot mir an, so oft zu Untersuchungen zu kommen, wie ich nur wollte. Ich war alle 2 Wochen dort. Meine Familie fand das unmöglich, mir aber gab das wieder erneut Sicherheit. Was mir auch half, war, dass mein Arzt mir immer wieder sagte, dass das, was mir wiederfahren sei, kein zweites Mal passieren würde.
Ich wünsch dir ganz viel Zuversicht, und es dauert bei dir ja zum Glück nicht mehr lange, dann spürst du deinen Zwerg!!! Wie spannend und schön!!!
Ganz liebe Grüße, radena
PS: Danke für die Glückwünsche. Und im November können wir dir dann auch zu deinem süßen Baby gratulieren!

Freitag, 16. Juni 2006, 20:18

von: Ilka (nicht registriert)

Hallo Radena, oder Katrin?

Es tut mir leid, dass Du Deine kleine Tochter loslassen musstest, wie unendlich weh tut das!

Was Du schreibst über den unsensiblen Umgang vieler Mitmenschen, kommt mir so bekannt vor, denn nachdem ich meinen kleinen Sohn Max in der 33. SSW tot zur Welt gebracht habe (Oktober 2005), waren viele in meiner Umgebung entweder völlig sprachlos oder schlugen mir ungefragt ihre gut gemeinten, aber sehr unüberlegten Ratschläge ( habe inzwischen eine stattliche Liste davon!!) um die Ohren, gegen die ich mich nicht abgrenzen konnte und die mich oft tief trafen. Man ist in der ersten Zeit so verwundet und verwundbar, dass man wenig Kraft hat, seine Mitmenschen anzuleiten, wie sie mit einem umgehen können, dabei wäre so manch einer sicher dankbar für Hilfestellung. Ich konnte das nicht und habe rumgewütet, wenn mich jemand verletzt hat und mich dann zurückgezogen um die Wunden zu lecken...

Deine Überlegung, über dieses Thema einen Film zu drehen finde ich super, denn dadurch wird die Sprachlosigkeit auf beiden Seiten mal durchbrochen, es würde helfen die Trauer in der Gesellschaft ein klein bißchen mehr zu etablieren.

Ich bin jetzt wieder schwanger (17. SSW), und bade wechselweise in Freude und Angst, ich spüre mein Muckel noch nicht, das macht mich total verrückt, aber vermulich macht es mich ebenso verrückt, wenn ich es dann spüren kann und es rührt sich für ne Weile nicht, weil es schläft! Ich versuche mir einzureden, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sich diesmal wieder die Placenta vorzeitig lösen könnte, sehr gering bis unwahrscheinlich ist. Doch die Angst ist oft unzugänglich für Logik und Statistik...Wie bist Denn Du mit Deinen Ängsten umgegangen, was hat Dir geholfen?

Liebe Katrin, liebe Anne,

herzlichen Glückwunsch zu Euren gesunden und fröhlichen Folgekindern auf diesem Wege !


Liebe Grüße, Ilka

Freitag, 16. Juni 2006, 19:33

von: Margret (nicht registriert)

2 Jahre her

Hallo Radena,

Du schreibst schon zwei jahre her,ja die zeit bleibt nicht stehen aber was sind schon zwei jahre.

ich habe vor sehr sehr langer zeit vier kinder hergeben müßen,und ich habe die hölle kennen gelernt,so schrecklich können menschen sein,nicht nur das sie zu feige waren zu fragen,es war das ganze wie man mit mir umging. als ich dann meine Tochter Rebecca 1979 bekam,waren meine nachban so nett und haben mir sogar das jugendamt geschickt die sollten mal schauen ob meine tochter es auch gut hat.das ist nur ein kleiner teil.
jetzt zu dir,ich würde es gut finden wenn mal jemand mehr dazu sagt als nur schade"aber du bist ja noch so jung"


gruß Margret