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Melly

unregistriert

1

Mittwoch, 1. Dezember 2004, 07:30

Hallo,
ich habe jetzt schon etwas länger hier mitgelesen, bin aber jetzt erst so weit, auch zu schreiben. Ich bin 25 und habe bereits 3 Kinder. Da ich nie eine ungerade Zahl an Kindern haben wollte, haben wir im Juni wieder angefangen zu üben. Im Juli blieb dann die Mens aus, und voller Aufregung machte ich am 30. Zyklustag einen Test. Dieser viel in der Nacht zuvor ín meinen Träumen schon etliche Male positiv aus. Als ich dann dann Test in der Hand hielt, war anfänglich nichts zu sehen, und ich war sehr wütend, da ich nicht meinte, mich geirrt zu haben. Ich schmiss ihn in den Müll. Holte ihn aber nach ein paar Minuten wieder raus, da ich mich noch einmal davon überzeugen wollte, dass er wirklich negativ ist. Ich sah dann sofort eine dicke 2. Linie, und konnte es kaum glauben. Als mein Mann von der Nachtschicht zu Hause war, hielt ich ihm jubelnd den Test vor die Nase. Ein paar Tage später machte ich einen Termin bei meiner FÄ. Dort sah man noch nichts, doch ich machte mir keine Gedanken darüber. Ein paar Tage später war dann immer noch nichts zu sehen, und meine FÄ meinte, es könnte sich um eine Eileiter-SS oder um eine FG handeln. Also nahm sie mir Blut ab, um das HCG zu kontrollieren. Sie rief mich am nächsten Tag an, und meinte, dass man einen Tag später etwas sehen muss, sonst würde man mich ins KH überweisen. Gott sei Dank sah man an diesem Tag eine Fruchthöhle, und ich war total glücklich, über das kleine Wunder. Den nächsten Termin bekam ich dann erst nach 4 Wochen, was ich aber nicht schlimm fande, denn immerhin wusste ich jetzt, dass es da ist, wo es hingehört. Nach 2 Wochen bekam ich denn plötzlich Oberbauchschmerzen, und viele sagten mir, dass ich wirklich schlecht aussehe. Ich dachte mir nur, das ist sicher ein Magen-Darm-Infekt, und schenkte dem somit nicht mehr viel aufmerksamkeit. Als es nach einer weiteren Woche nicht besser wurde fragte ich bei meiner Ärztin nach, ob es normal wäre. Sie bat mich dann sofort vorbei zu kommen. Bei der Autofahrt dort hin, wusste ich genau, es ist vorbei. Sie wird ein Ultraschall machen, und danach komm ich ins KH. Und so war es dann auch. Kein Herzschlag, nur ein 2,5 cm großer Wurm. Absolut ohne Bewegung. Ich sah auf den Bildschirm und meinte, dass kein Herzschlag da sei, und meine FÄ antwortete das ich leider recht hätte. Sie war selbst fast am weinen, und versuchte mich aufzuheitern. Ich sagte nur, dass sie bitte etwas für die Krankenkasse mitgeben sollte, damit mein Mann zuhause bleiben könnte, da ich nicht in der Lage sei, mich jetzt noch um meine 3 Kleinen zu kümmern. Das tat sie auch, und mit einer Überweisung maschierten wir ins KH um alle Vorbereitungen für die AS zu treffen. Nach einer Nacht, in der ich immer wieder träumte, wie mir das Baby aus dem Leib gerissen wird, ging ich dann endlich ins KH. Als ich mir das Zäpfchen einführte dachte ich nun das Todesurteil für meinen Wurm unterzeichnet zu haben. Ich wurde in den OP geschoben, wo ich noch zitternd und weinend 10 Minuten warten musste, da noch jemand im OP war. Keiner hatte sich darum gekümmert, dass ich einen Nervenzusammenbruch nah war. Erst als ich drinnen war, kam die Narkoseärztin, die ich am Tag vorher schon kennen lernte, und versuchte mich etwas zu trösten. Doch letztendlich war ich einfach froh, als ich einschlief und alles vorbei war. Danach ging es mir immer mal gut mal schlecht. 2 Wochen nach der AS wurde mir dann noch einmal Blut abgenommen, um den HCG zu prüfen. Der war leider noch viel zu hoch, so dass ich noch öffter kontrolliert wurde. Als der Bericht vom KH kam, war klar, warum mein HCG nur so langsam fiehl. Ich hatte die Vorstufe einer Blasenmole. Es war ja nicht genug das Würmchen zu verlieren, nein, die SS die ich mir so sehr wünschte, die für eine kurze Zeit mein größtes Glück war, könnte sich nun auch noch bösartig verändern. Ich war geschockt. Und konnte mir auch nicht so recht vorstellen warum es unter zich tausenden ausgerechnet mir passiert. Dazu kam noch die Todgeburt einer Verwanden. Und meine Schwiegermutter, die meinen Mann immer wieder aufs Butterbrot schmierte, dass unser Schicksal doch lang nicht so schlimm war wie das der Verwandten. Das weiß ich ja auch, doch sie sprach mir somit das Recht ab zu trauern. Und somit lief ich immer mit einer Maske herum, weil ich dachte, dieses Recht tatsächlich nicht zu haben. Dadurch wurde ich deppresiv. Ich hatte keine Lust mehr irgendetwas zu tun. Am liebsten blieb ich einfach zu Hause, ohne jemanden zu sehen, oder zu hören. Ich hasste mich und meinen Körper. Dieser Zustand wurde erst besser als mein HCG wieder under 5 fiehl und ich meine erste Mens bekam. Inzwischen geht es mir wieder "gut". Ich habe nur solche Angst, dass durch diese SS noch irgendetwas nach folgt. Ich möchte es noch einmal versuchen, doch ich weiß auch nicht, ob es das Risiko wert ist. Mein Mann und meine Kinder wünschen sich sehr noch eines. Jetzt warte ich aber erst mal das Ende meiner Zahnbehandlung ab. Es war mir wichtig, einfach mal die Geschichte ganz zu erzählen. Hat vieleicht irgend jemand Erfahrung mit Blasenmolen, und der Zeit danach? Danke auf jeden Fall fürs Zu-lesen ;-)
Melanie

Bianca

unregistriert

2

Mittwoch, 1. Dezember 2004, 08:38

Hallo Melly,

das mit der Blasenmole habe ich dieses Jahr auch durchgemacht ! Bei mir war es so, daß ich fast ein ganzes Jahr kämpfen musste bis der HCG wieder auf kleiner 0,1 also nicht mehr meßbar war. Es war die Hölle sage ich Dir. Viermal musste ich Chometherapie machen, wobei die Nebenwirkungen von mal zu mal schlimmer wurden.

Im Moment ist alles wieder Ok, nur mit dem erneuten Kinderwunsch müssen wir uns noch Zeit lassen. Hätte ich in dieser Zeit meinen Mann nicht gehabt, der immer da war und stärke zeigte, hätte ich das ganze wohl kaum durchgestanden.

Mein Leben hat sich durch diese Erfahrung ziemlich geändert, ich lebe jetzt viel bewusster. Die Kleinigkeiten im Leben, an denen man früher ohne Gedanken daran zu verschwenden vorbei ging, lebe ich jetzt viel intensiver. Mir wurde klar, wie schnell das Schicksal doch zuschlagen kann.

Liebe Melly schau noch vorne, ich weiß es ist schwer, aber glaube mir, die Frage nach dem Warum darfst Du Dir garnicht stellen, die kann Dir eh keiner beantworten. Nimm Dein Schicksal an so wie es ist und versuche damit zu leben. Vergessen kannst Du nicht, aber es muss weiter gehen !

Liebe Grüße Bianca


Melly

unregistriert

3

Mittwoch, 1. Dezember 2004, 11:13

Hallo Bianca,
das hört sich einfach schrecklich an. Ich dachte, ab unter 5 wäre der HCG bereits nicht mehr messbar. Ich danke dir für deine Antwort. Ich dachte schon, ich bin mit dieser Seltenheit alleine. Bei mir gibt es bisher keine Zeichen für eine bösartige Veränderung. Und ich hoffe, dass auch keine auftreten. So kann ich nur hoffen und beten, dass der Wert unten bleibt, und weiterhin auf dem US nichts zu sehen ist. Du hast recht damit, dass es weiter gehen muss, egal wie es endet, doch es ist leichter gesagt als getan, denn mir greift niemand unter die Arme. Ich muss es also alleine verarbeiten. Gut, dass du es überstanden hast. Ich hoffe, dass alles im Grünen Bereich bleibt, und ihr bald für dieses Schicksal mit einem kleinen Wurm belohnt werdet.
Viele liebe Grüße
Melanie

Bianca

unregistriert

4

Donnerstag, 2. Dezember 2004, 05:36

Hallo Melly,

der Wert ist erst ab kleiner 0,1 nicht mehr messbar. Als der Wert bei 2,3 war, sagte man mir ich wäre soweit wieder hergestellt. Plötzlich ist der HCG wieder gestiegen und eine erneute Behandlung war notwendig. Jetzt ist er aber schon ein halbes Jahr nicht mehr nachgewiesen worden, ich muss zwar noch jeden Monat zur Blutkontrolle aber die Ärzte denken, daß soweit alles überstanden ist.

Die Kopfsache ist natürlich was anderes. Ich bekomme es genauso wenig aus meinem Kopf wie Du. Aber wie gesagt die Frage nach dem WARUM darfst Du Dir nicht stellen. Also Kopf hoch, Leben anpacken und an die Zukunft denken ...

Irgendwann kommt der kleine Wurm schon !!!

Liebe Grüsse


Bianca

unregistriert

5

Donnerstag, 2. Dezember 2004, 11:02

Hallo Melanie,

mir wurde auch gesagt, daß diese Krankheit nur einmal im Leben auftreten würde !

Bezüglich der Kontrolle des HCG gehen die Meinungen ziemlich auseinander, da es sich um eine ziemlich seltene Krankheit handelt ! Ich hatte das "Glück" in einem Krankenhaus zu sein in dem kurz zuvor und wegen mir Fortbildungsveranstalltungen abgehalten wurden bezüglich der Blasenmole.

Also bei mir wurden 4 Monate lang wöchentlich und danach 3 Monate monatlich die HCG Werte kontrolliert. Mit dem Kinderwunsch ist so ne Sache, der Proffesor meint, sobald die Schleinhäute wieder aufgebaut sind kann man wieder loslegen ( in unserem Fall ist das nach 9 Monaten geschehen ). Einige Ärzte sagen man solle lieber 1-2 Jahre warten !

Liebe Grüsse


Melly

unregistriert

6

Donnerstag, 2. Dezember 2004, 21:05

Hallo Bianca,
wie lange musst du jetzt eigentlich warten, bis ihr wieder an die Familienplanung denken dürft??? Wie lange muss der Wert unten liegen, um ganz sicher übern Berg zu sein. Ich weiß nicht, ob ich es noch einmal versuchen sollte, man sagte mir, dass die Möglichkeit dass man so etwas 2 mal bekommt sehr gering ist, doch ich habe große Angst davor, dass es wieder passiert. Der Wunsch nach einem weiteren Kind ist groß, ich weiß nur noch nicht, ob meine Angst nicht größer ist ;-/ Ich finde es einfach klasse, wir du damit umgehst, und ich hoffe, dass ich das auch bald kann!
Viele liebe Grüße
Melanie

JACQUI

unregistriert

7

Freitag, 10. Dezember 2004, 13:37

Hallo,

ich hatte im letzten Jahr auch eine Blasenmole, in der 8. SSW. Die 6 Monate danach waren schrecklich,jede Woche Angst, dass der Wert steigt und damit die Zellen wuchern. Eine Chemotherapie ist dann sehr wahrscheinlich. Allerdings ging der ßHCG Wert bei mir kontinuierlich nach unten. Nach 12 Wochen war er nicht mehr nachweisbar. Man hat mir dann auch gesagt, dass es beim nächsten Mal nicht wieder passiert. Allerdings Fehlanzeige. Im September diesen Jahres (ein Jahr später) war ich wieder schwanger. Ich hatte bis zur 11.SSW keine Beschwerden, ßHCG Kontrollen wurden aller 3 Wochen durchgeführt ohne nennenswerte Ausrutscher. Dann Schmerzen im Unterleib. DIe Ärzte stellten fest, dass es wieder nicht gewachsen ist. Dann der histologische Befund: Chromosomenanomalie und Plazenta hatte sich wieder ähnlich einer Blasenmole verändert. Der ßHCG Wert ist jetzt 4 Wochen nach der OP bei 3. Die genetische Untersuchung ergab, dass sowohl ich als auch mein Mann gesund sind. Was also jetzt tun? Die Angst, dass es wieder so ist und das Gewebe doch irgendwann sich entartet ist groß. Wenn ich diesmal wieder Glück habe und der ßHCG Wert 6 Monate nicht nachweisbar ist, hätte ich das Schicksal schon 2x herausgefordert und Glück gehabt. Ich hoffe so sehr, dass ich Glück habe. Die tiefen seelischen Löcher habe ich nur durch sehr viel Sport und sehr, sehr viel Arbeit überwinden können. Zum Glück habe ich einen sehr stressigen Job.Ich überlege jetzt, ob ein Leben ohne Kinder auch o.k. ist für mich. Die Beziehung belastet es sehr.Wir hatten uns so sehr ein Kind gewünscht. Wir hatten extra so lange gewartet (ich bin 34 und wir sind seit 16 Jahren zusammen), studiert, dann gearbeitet, um Kind und Beruf auch miteinander verbinden zu können. Aber ich kann keine endgültige Entscheidung treffen. Die Angst ist sehr, sehr groß bei mir. Der Kinderwunsch allerdings auch. Aber die Entscheidung muß ich allein treffen. Es gibt auch kaum Literatur zu diesem Thema.
Allerdings kenne ich niemanden sonst mit 2 Blasenmolen hintereinander. Deshalb denke ich, dass man es nach einer Blasenmole auf jeden Fall versuchen soll. Immer nach vorn sehen.


Bianca

unregistriert

8

Montag, 13. Dezember 2004, 05:53

Hey Jacqui,

das ist ja ein Hammer, 2 Blasenmolen hintereinander. Mir wurde gesagt, daß geht nicht, das gibt es nicht ... !!!

In unserer behandelten Klinik wurden wir sehr gut beraten, der Prof. hat sich sehr gut um uns gekümmert, hat alles erklärt und uns nicht alleine gelassen.

Wir wollen auf jedenfall noch mal probieren, werden in den nächten Monaten damit anfangen. Mal sehen ...

Liebe Grüsse


Olja

unregistriert

9

Sonntag, 6. Januar 2019, 19:30

Würde gerne mit dir in Kontakt treten da es bei mir ähnlicher Fall ist

Hallo,ich hatte im letzten Jahr auch eine Blasenmole, in der 8. SSW. Die 6 Monate danach waren schrecklich,jede Woche Angst, dass der Wert steigt und damit die Zellen wuchern. Eine Chemotherapie ist dann sehr wahrscheinlich. Allerdings ging der ßHCG Wert bei mir kontinuierlich nach unten. Nach 12 Wochen war er nicht mehr nachweisbar. Man hat mir dann auch gesagt, dass es beim nächsten Mal nicht wieder passiert. Allerdings Fehlanzeige. Im September diesen Jahres (ein Jahr später) war ich wieder schwanger. Ich hatte bis zur 11.SSW keine Beschwerden, ßHCG Kontrollen wurden aller 3 Wochen durchgeführt ohne nennenswerte Ausrutscher. Dann Schmerzen im Unterleib. DIe Ärzte stellten fest, dass es wieder nicht gewachsen ist. Dann der histologische Befund: Chromosomenanomalie und Plazenta hatte sich wieder ähnlich einer Blasenmole verändert. Der ßHCG Wert ist jetzt 4 Wochen nach der OP bei 3. Die genetische Untersuchung ergab, dass sowohl ich als auch mein Mann gesund sind. Was also jetzt tun? Die Angst, dass es wieder so ist und das Gewebe doch irgendwann sich entartet ist groß. Wenn ich diesmal wieder Glück habe und der ßHCG Wert 6 Monate nicht nachweisbar ist, hätte ich das Schicksal schon 2x herausgefordert und Glück gehabt. Ich hoffe so sehr, dass ich Glück habe. Die tiefen seelischen Löcher habe ich nur durch sehr viel Sport und sehr, sehr viel Arbeit überwinden können. Zum Glück habe ich einen sehr stressigen Job.Ich überlege jetzt, ob ein Leben ohne Kinder auch o.k. ist für mich. Die Beziehung belastet es sehr.Wir hatten uns so sehr ein Kind gewünscht. Wir hatten extra so lange gewartet (ich bin 34 und wir sind seit 16 Jahren zusammen), studiert, dann gearbeitet, um Kind und Beruf auch miteinander verbinden zu können. Aber ich kann keine endgültige Entscheidung treffen. Die Angst ist sehr, sehr groß bei mir. Der Kinderwunsch allerdings auch. Aber die Entscheidung muß ich allein treffen. Es gibt auch kaum Literatur zu diesem Thema.
Allerdings kenne ich niemanden sonst mit 2 Blasenmolen hintereinander. Deshalb denke ich, dass man es nach einer Blasenmole auf jeden Fall versuchen soll. Immer nach vorn sehen.