Freitag, 18. Januar 2019, 00:43 UTC+1

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Anna

unregistriert

21

Mittwoch, 2. Januar 2019, 18:12

Das mache ich jetzt, wenn ich über die neue Schwangerschaft erzähle, im Übrigen meistens genauso. Ich zähle wegen des APS erst Recht als Risikoschwangere. Wegen meines Alters (>35) war ich das theoretisch auch schon zuvor, aber habe mir da nie Gedanken gemacht und, auch wenn ich schon an jeden nur erdenklichen Grund gedacht habe, das Alter kam und kommt bei mir nie in den Sinn. Ich glaube, wir zählen alle wegen unserer Vorgeschichte als Risikoschwangere. Ich gehe alle 2 Wochen zur Kontrolle, was für mich gut ist, weil ich die Bestätigung brauche. Jeder einzelne Termin ist zwar auch viel Aufregung und Bilder der letzten Ultraschalluntersuchung mit der schrecklichen Nachricht bei Amélie kommen hervor, aber ich bin so gestrickt, dass ich nicht auf die Termine verzichten möchte. Außerdem möchte ich, da bei mir die Blutgerinnung nicht in Ordnung sein könnte, regelmäßig wissen, ob unser Zwerg gut versorgt ist. Wegen des APS wird regelmäßig auch mein Blut von meinem Hämostaseologen untersucht. Hinzukommen ab jetzt Termine mit meiner Hebamme, die auch über mich wachen will. Das sind viele Termine und wie gesagt, immer mit ein bisschen Aufregung, aber mir tut es gut, mich einschließlich unseres Zwergs umsorgt zu wissen. Wenn ich dann bei einem Termin war und bisher war ja alles in Ordnung, ist das auch ein wunder-, wunder-, wunderschönes Gefühl. Ich renne dann mit einem Dauergrinsen durch den Tag und fühle mich leicht und unbeschwert.

Ich habe weder bei Amélie noch jetzt wirkliche Schwangerschaftsanzeichen gehabt, außer Müdigkeit und einen wachsenden Bauch. Dieses Mal weiß ich nur genau, was ich essen will und was überhaupt nicht. Meine selbst gekochte Kürbissuppe, fand ich z.B. sobald sie fertig war, überhaupt nicht mehr appetitlich, die ging gar nicht mehr (meinem Mann hat sie geschmeckt). Die beiden Schwangerschaften vergleiche ich eigentlich nicht. Da ich mit Amélie über Frühjahr/Sommer schwanger war und jetzt über Herbst/Winter, ist das vielleicht ganz hilfreich. Ich musste mir andere Schwangerschaftsklamotten kaufen, obwohl ich die alten wegen der wunderschönen Erinnerungen gerne anziehe. Es hat mich allerdings etwas Zeit und Mut gebraucht, bis ich Schwangerschaftsklamotten einkaufen gegangen bin. Dann kam ich mir allerdings wie eine sehr geübte Schwangere vor ;) und habe auch schon darauf geachtet - immer positiv gedacht, dass sie auch eine Stillfunktion haben! Da bin ich sogar ein bisschen stolz auf mich, dass ich dann so viel Mut aufgebraucht habe :)))

Ob ich den geplanten ET auf mich zukommen lassen will oder einen KS plane, ist eine schwierige Frage, abgesehen davon, dass ich manchmal eh noch nicht soweit denken kann. Wenn, plane ich allerdings keinen KS, sondern danke an eine geplante Einleitung (einen KS natürlich, wenn notwendig, keinesfalls ausgeschlossen). Ich weiß, dass jeder Tag in aller Regel für die Ungeborenen in unseren Bäuchen gut ist, und würde so unglaublich gerne ganz natürlich auf den ET warten. Aber ich bin darauf vorbereitet, dass das bei mir eine Nervensache werden wird. Da mir niemand einen Grund dafür sagen kann, wann und warum das APS reagiert, finde ich es unberechenbar. Und auch bei Amélie war alles in Ordnung bis zu der einen Nacht. Drei Tage zuvor war bei einem Kontrolltermin noch alles ok, ich habe sie am Tag zuvor und abends noch deutlich und oft gespürt, bis es dann über Nacht ruhig wurde. Dieses Gefühl steckt in mir und macht mir Angst. Deswegen will ich es offen lassen und dann - neben natürlich etwaigen medizinischen Gründen - nach Gefühl entscheiden. Außerdem habe ich im letzten Jahr besser gelernt auf mich und meinen Körper zu hören, was ich sehr positiv empfinde. Meine Hebamme hat mir dazu gesagt, dass auch eine Einleitung nicht einfach wird, weil dann das Kind auch nicht unbedingt "sofort" kommt, sondern es noch Tage dauern kann. Aber das kenne ich von Amélies Geburt, in der zwischen der Einleitung und der Geburt auch 2 Tage lagen.

Auch wenn ich hier über meine Ängste und Sorgen schreibe, die Vorfreude ist da und überwiegt, jedenfalls will ich alles dafür zu tun, die Ängste wahrzunehmen, aber vorbeiziehen zu lassen. Fürher ich überhaupt kein ängstlicher Mensch und habe immer positiv gedacht. Für mich ist wirkliche Angst etwas relativ Neues und auch mein Vertrauen ins Leben muss(te) wieder verwurzelt werden. Das zu erkennen und zuzulassen, war ein Schritt. Es ist auch irgendwie in Ordnung so, weswegen ich auch darüber schreibe. Da ich das in meiner Umgebung nicht zu sehr mache, weil ich niemanden beunruhigen will und tut es mir gut, es hier zu schreiben, und ich hoffe, das ist in Ordnung, sonst müsst ihr mir es sagen! Selbst hier bin ich aber vorsichtig, weil ich weiß, wie wichtig es ist, keine Fokus auf sie zu legen und wie Lolo sagt, ihnen keine Macht zu verleihen.

Lolo, ich freue mich so, dass das kleine Herzchen in Deinem Bauch schlägt und drücke Dir die Daumen für den nächsten Termin in der 9. Woche. Du schreibst so positiv und klar, das finde ich toll. Ich vermute mal, dass da aber auch einiges dahinter steckt, das Du mit Deinem Mann in den letzten Monaten durchlebt hast. Du kannst so stolz auf Euch und auch das größer werdende Leben in Dir sein!!! Ich habe im Übrigen auch eine Kette für Amélie, die ich jeden Tag trage. Mein Mann hat sie machen lassen und auch das "Design" entworfen. Es ist so schön und mir so wichtig, wunderschöne Dinge zu haben, die uns mit unseren Kindern verbindet. Bei jedem Schwangerschaftsanzeichen, das ging, war ich bei Amélie traurig, insofern kann ich gut nachvollziehen, dass Du mit Deiner Kaiserschnittnarbe gute Gedanken an Deinen Sohn verbindest und diese als gute Erinnerung nimmst. Auch die Narben auf unseren Seelen werden bleiben und es wird uns gut tun, sie immer auch mit den wunderschönen Erinnerungen an unsere Kinder zu verbinden und ihnen auch nur so gerecht werden.

Von Infektionen gerade in der Frühschwangerschaft habe ich schon oft genug gehört, um sagen zu können, dass das an für sich keine Gefahr darstellt. U.a.hat vor 2 Monaten meine Schwester ein gesundes Kind auf die Welt gebracht und hatte anfangs Erkältung und zusätzlich eine Magen-Darm-Infektion. Ich weiß, man wünscht sich das anders. Ich hatte gerade 2 Tage mit Magenschmerzen/Übelkeit zu kämpfen, was nicht schwangerschaftsbedingt war. Außer, dass ich meine Hebamme gefragt habe, die meinte, da müsste man nichts abklären lassen, habe ich gedacht, man wird hoffentlich nicht umsonst vor den gefährlichen Infektionen (Toxoplasmose, Listeriose, Salmonellen) gewarnt, was heißen müsste, dass es auch nicht gefährliche Infektionen gibt. Zudem habe ich meine Frauenärztin zu Erkältung und Grippeviren befragt. Erkältung, meinte sie, sei bis auf die allgemeine körperliche Schwächung völlig unbedenklich und Grippeviren seien nicht "plazentagängig", also auch ungefährlich. Also, von allen Seiten Entwarnung!! Am meisten Entwarnung hat ja eh Euer kleines Wesen Euch gegeben, es ist sehr stark und war dabei wahrscheinlich viel entspannter als Du (letzteres sage ich mir jedenfalls immer)!

Zum Schluss will ich nochmal sagen, wie toll und wunderbar ich es finde, dass wir uns hier mit unseren Kindern getroffen haben!!!

Alles Liebe
Anna

LoLo

unregistriert

22

Mittwoch, 2. Januar 2019, 20:29

Ihr Lieben,

ich wollte euch schon einmal vorweg schreiben wie gut mir eure Worte getan haben!

Ihr seid beide sehr starke Frauen!

Da ich in der Woche immer ziemlich platt bin von der Arbeit, melde ich mich am Wochenende.

LoLo

unregistriert

23

Freitag, 4. Januar 2019, 18:10

Liebe Ann-Kathrin,

deine Gedanken zum Thema Folgeschwangerschaft kann ich sehr gut verstehen. Mir ging es genau so wie dir. Da wir ja einen großen Urlaub geplant hatten und es für mich aber nicht in Frage kam möglicherweise wieder schwanger dort hinzufahren, mit allem was in der Frühschwangerschaft passieren könnte, hatte ich quasi fast ein halbes Jahr "Wartezeit". Mal abgesehen von der Medizinischen, die ich ja auch nicht eingehalten habe. Für mich war es vor allem deshalb schwer, weil ich mich so hilflos gefühlt habe. Ich wollte unbedingt wieder ein Stück "Kontrolle" über mein Leben und zu einem Kinderwunsch kann man ja wenigstens etwas beitragen! Dem Tod unseres Sohnes waren wir so hilflos ausgesetzt, dass ich einfach unbedingt wieder etwas tun wollte. Und es war auch schwer, weil ich gehofft habe, dass es mir möglicherweise irgendwie besser gehen würde, wenn ich wieder schwanger wäre.
Auch wenn wir, glaube ich beide, sehr ungeduldig sind, bringt es nicht so viel sich zu sehr unter Druck zu setzen. Ein Baby entsteht, wenn die Bedingungen passen (physisch und körperlich). Trotzdem kann man natürlich den Wunsch nicht einfach abstellen. Aber falls du vielleicht auch ein wenig hoffst, dass es dir besser gehen würde, kann ich zumindest momentan sagen, dass es nicht unbedingt so ist. Mir geht es aktuell nicht wirklich schlechter, aber auch nicht besser. Und was bei mir jetzt auch wieder mehr präsent ist, sind die ganzen Sorgen die eine Folgeschwangerschaft so mit sich bringt und das ist zeitweise anstrengend. Trotzdem finde ich deinen Wunsch absolut nachvollziehbar und natürlich und ich finde auch, dass du dich überhaupt nicht schämen musst, dass du so schnell wieder ein Baby möchtest. Das wolltest du ja auch schon vorher, nur ist dieser Wunsch bei uns eben schon fast erfüllt gewesen und hat sich aber kurz vorher doch nicht erfüllt, da ist es doch ganz natürlich wenn man mit einem noch größeren Wunsch reagiert! Ich war in dieser Wartezeit extrem launisch und schwierig und habe meinen Mann fast jeden tag angebettelt doch schon bitte jetzt zu starten. Er musste mich immer wieder an meine eigenen Vorsätze erinnern, bis nach dem Urlaub zu warten und der Narbe wenigstens mal ein paar Monate zu geben. Das war auch für unsere Beziehung nicht leicht, weil dieses Thema so unheimlich präsent war als ich weder im Urlaub war, noch gearbeitet habe. Ich wünsche dir aber ganz doll, dass es bei dir auch ganz bald klappt und dann auch alles gut geht! Mein ET ist im August, also etwas später als mein Vorheriger. Vermutlich wird eh die späte Schwangerschaftszeit noch mal sehr emotional belastend. Aber ich mache mir nicht so viel aus diesen Tagen! Und meine Angst kommt wann sie möchte und ist weniger Tag gebunden.

Wir haben tatsächlich am 31.12.18 eine Rakete für unseren Sohn und sein Jahr steigen lassen und dann am 01.01.19 eine für unser neues kleines Wunder. Das fand ich irgendwie schön und berührend, obwohl ich ansonsten die Böllerei und Silvester nicht so mag. Ich bin da eher ruhig.

Wegen der Therapeutensuche: Vielleicht ist es mittlerweile nicht mehr so. Dann muss man das tatsächlich vorher bei der eigenen KK erfragen. Ich weiß ja nicht wie ihr euren Termin bekommen habt, aber derzeit werden Termine oft über sogenannte "Terminservicestellen" vergeben. Das zwingt einen Therapeuten relativ zeitnah einen Termin mit dem Patienten zu machen. Als Patient wird einem aber oft nicht gesagt, dass es im Anschluss meist keine ambulante Therapie gibt, weil der Therapeut eigentlich keine freien Termine hat. Ich hoffe, dass dies bei euch nicht der Fall ist. Ansonsten bekommt man deutlich besser einen ambulanten Therapieplatz, wenn man sich direkt an die Psychiatrischen Institutsambulanzen oder Institutsambulanzen der Ausbildungsinstitute der Psychotherapeuten wendet!

Für den Hämostaseologen würde ich dir empfehlen jetzt schon einen Termin zu machen. Meine Erfahrung ist wie gesagt, dass die Wartezeiten sehr lang sind. Absagen kannst du ihn immer noch.


Ich finde die Situation auf deiner Arbeit und mit deinen Chefs hört sich sehr wertschätzend und positiv an! Ich finde es schön, dass sie dir die Möglichkeit lassen in deinem Tempo anzukommen!


Viele Grüße
LoLo

LoLo

unregistriert

24

Freitag, 4. Januar 2019, 18:47

Liebe Anna,

ich teile dein Gefühl in Bezug auf Arbeit, dass es schön ist eine Ablenkung und auch Aufgabe zu haben und gleichzeitig in der Schwangerschaft auch viele Ruhephasen nötig sind. Oft bin ich aber sehr zwiegespalten. Meine Situation ist recht schwierig und anstrengend, da ich nach langer Zeit zuhause quasi von 0 auf Vollzeit die Woche gestartet bin, in einen neuen Job und zusätzlich wieder schwanger. Das heißt ich bin körperlich oft sehr erledigt und mein Job ist eben auch viel Kopfarbeit und Arbeit mit Menschen, für die ich stark sein muss. Und manchmal gelingt es mir schon ganz gut meine eigene Situation (Schwangerschaft und Trauer) wegzuschieben und mich nur auf meine berufliche Rolle zu konzentrieren. Aber besonders in Richtung Feierabend und durch die neue Tätigkeit merke ich, dass meine Konzentration nachlässt. Hin und wieder habe ich auch Kopfschmerzen und bin sehr müde und dann mache ich mir eben auch wieder Gedanken, ob es überhaupt richtig ist zu arbeiten, oder ob ich in meiner Situation unserem Baby eher schade. Hinzu kommt auch, dass es in diesem Team in letzter Zeit sehr stressig war und die Stimmung entsprechend schlecht ist, was mich besonders am Anfang belastet hat. In guten Zeiten erfreue ich mich aber an meiner neuen Aufgabe und je mehr ich wieder eigenverantwortlich arbeite, um so größer ist auch der Spaß an der Sache.

Ich bin bisher noch gar nicht einkategeorisiert worden. Ich werde aber meine Ärztin bitten mich als Risikoschwangere einzustufen. Mir würde es auch sehr helfen einfach die Möglichkeit von häufigeren Terminen wahrnehmen zu können, wenn ich möchte.

Dass du über deine Ängste berichtest finde ich wichtig! Wenn man sie benennt, werden sie oft schon etwas kleiner. Hast du konkrete Ängste, zu bestimmten Situationen, oder eher allgemein, was alles passieren könnte? Ich habe mir vorgenommen mir einen eigenen "Schwangerschaftskalender" zu schreiben. Diesen möchte ich gerne Tag für Tag abhaken um zu sehen, was ich schon alles geschafft habe. So eine visuelle Methode ist immer gut, um sich das Positive in Erinnerung zu rufen, denn die negativen Erfahrungen und Ängste bleiben einfach stärker in Erinnerung. Man kann sich zum Beispiel auch kleine Notizen machen oder Zettel aufhängen und dort Positive kleine Ereignisse aus der letzten Zeit aufhängen. So, dass man sie immer gut sehen kann! Und sich nach einem "überstandenen" Arzttermin etwas gönnen! :).

Es ist schön, dass auch ihr eine Kette für eure Amelie habt und dann auch noch selbst gemacht, wie schön!

Wegen der Infektion denke ich auch, dass ich teilweise überreagiere. Aber ich hatte mir einfach gewünscht keine Medikamente nehmen zu müssen. Ich musste ein Antibiotikum nehmen, das aber mit der Schwangerschaft verträglich war und die Bakterien wären sicherlich gefährlicher gewesen, als das Medikament. Trotzdem ärgert es mich, dass ich unserem zweiten Baby nicht optimalere Startbedingungen mitgeben konnte. Grippe ist bei uns (hoffentlich) kein Problem. Wir haben uns in weiser Voraussicht schon beide im Oktober impfen lassen. Die Grippe kann schon auch gefährlich werden fürs Baby, da sie in der Schwangerschaft oft schlimmer verläuft und besonders das hohe Fieber nicht so gut ist. Daher wird eine Impfung in der Schwangerschaft empfohlen. Und danke für die lieben Wünsche für die nächste Untersuchung! Ich hoffe auch sehr, dass weiterhin alles gut bleibt! Mir hilft die morgendliche und abendliche Übelkeit beim Zähneputzen, Vertrauen zu schöpfen ^^ .

Viele Grüße
LoLo

Anna

unregistriert

25

Samstag, 5. Januar 2019, 10:21

Liebe Lolo,

die Gedanken, ob es richtig ist, sich dem Stress der Arbeit auszusetzen und ob ich in meiner Situation meinem ungeborenen Baby schade, kenne ich. In Amélies Schwangerschaft bin ich auf der Arbeit in eine sehr anstrengende, überlastete Abteilung gekommen und habe oft über meine Belastungsgrenzen hinaus gearbeitet. Damals habe ich gedacht, da ich keine konkreten Schwangerschaftsbeschwerden hatte, dass ich dafür auch schwanger stark genug bin. Nach Amélies Geburt habe oft gedacht, dass ich mich auch für zu stark gehalten habe und lernen muss Schwäche zuzulassen oder auch besser Belastungssituationen zu erkennen , richtig einzuschätzen und nicht immer zu sagen, das schaffe ich schon. Mir hat nach ihrer stillen Geburt meine Hebamme versichert, dass sie daran nicht gestorben ist, weil in aller Regel der Körper zuvor Warnzeichen gibt, wie z.B. vorzeitige Wehen, Muttermundöffnung etc. Restzweifel im Kopf sind bei mir dennoch immer geblieben. Und jedenfalls habe ich überall gelesen, dass Stress gar nicht gut für Ungeborene ist, auch wenn er nicht zum Schlimmsten führt.

Also mein guter Vorsatz für diese Schwangerschaft war: Stress absolut vermeiden und Belastungssituationen frühzeitig - und lieber eher als zu spät - aus dem Weg zu gehen und Lösungen zu finden.
Konkret heißt das, ich habe seit der Frühschwangerschaft ein teilweises Beschäftigungsverbot (20h pro Woche). Das hat bei mir zu einer riesengroßen Erleichterung geführt. Denk vielleicht einmal auch für Dich darüber nach und besprich mit Deinem Frauenarzt, ob es für Dich auch in Frage kommt.

Ich wollte nie aufhören zu arbeiten, während der Schwangerschaft, aber durch das teilweise Beschäftigungsverbot habe ich das Gute aus beiden Welten. Ich kann arbeiten und habe gleichzeitig keinen Stress, genug Zeit für Entspannung und muss mir überhaupt erst nicht die Gedanken machen, ob ich mit Arbeitsstreß unserem Baby schade. Denn schon diese Gedanken können meiner Meinung nach in unsere Situation zu viel sein.

Jedenfalls habe ich schon genug Angst und mache mir genug Gedanken, da muss nicht noch etwas dazu kommen, was ich vermeiden kann. Mein Motto ist nämlich gerade auch, alles um was ich mir nur die geringsten Sorgen machen könnte, mache ich nicht. Und mir so viel wie möglich Gutes tun, weil ich meine Kräfte bis zur Geburt dringend brauche. In dem Buch Meine Folgeschwangerschaft von Heike Wolter steht auch, dass in aller Regel eine Folgeschwangerschaft große physische und psychische Kräfte von einem verlangt.

Der einzige "Nachteil" des teilweisen Beschäftigungsverbotes war, dass auf der Arbeit - weil ich dann nicht mehr Vollzeit da war - sofort jeder Bescheid wusste und das bereits in der 8. Woche. Die Reaktionen waren durch und durch herzlich, jeder schien sich sogar ein bisschen extra gerade für uns zu freuen. Aber das hat mich auch unter Druck gesetzt, weil alle so selbstverständlich davon ausgingen und -gehen, dass alles gut geht. Das ist an für sich ja wunderbar, aber ich musste damit umgehen lernen, weil ich eben mit meiner Angst noch nicht umgehen konnte und dachte, hoffentlich ist es morgen nicht schon wieder vorbei und ich muss wieder schlechte Nachrichten überbringen.

Aber, wie gesagt, mir hilft das teilweise Beschäftigungsverbot enorm und deswegen wollte ich Dir das schreiben. Du bist ja auch von 0 auf 100 gestartet, ich habe letztes Jahr eine Wiedereingliederung gemacht, und bist gleich wieder schwanger - das erscheint mir jedenfalls nicht unanstrengend, sondern ganz im Gegenteil. Denke vielleicht einfach mal darüber nach, was für Dich in puncto Arbeit ideal wäre und Dir gut tun könnte und nimm das als Leitlinie.

Vor was ich Angst habe, ist eine gute Frage. Einerseits sehr einfach, vor einem erneuten Verlust. Die Erfahrung, dass die Schwangerschaft von heute auf morgen vorbei sein kann, steckt in mir drin und ich habe den Eindruck, dass diese Erfahrung neu überschrieben werden muss. Tag für Tag und ich wünsche mir so sehr, am Ende mit der Geburt eines lebenden Kindes. Dazu kommt bei mir, dass man den Auslöser für das APS nicht kennt. Mit meinem behandelnden Arzt, der seit über 40 Jahren auf dem Gebiet tätig ist, habe ich recht ausführlich darüber gesprochen. Bei Internetrecherchen bin ich nur auf so allgemeine Tipps gestoßen, wie körperlichen und psychischen Stress vermeiden und eine gute Ernährung, viel Trinken etc. Es ist dieses Unwägbare und die Angst vor meinem eigenen Körper, der sich bei einer Autoimmunerkrankung wie APS gegen sich selbst richtet, das mir konkret Angst macht. Das Gefühl, jeden Tag kann mein Körper eine falsche Entscheidung treffen, hat mich eine Zeit lang in Panik und extreme Sorge versetzt. Das ist heute besser, weil ich für mich Methoden (u.a. autogenes Training und einmal bisher Hypnose) gefunden habe, damit umzugehen.


Meine Frauenärztin, die sehr einfühlsam ist, aber auch mal um die Situation aufzulockern recht "cool" reagieren kann, hat mir dazu gesagt: "Mehr als Brüten können Sie eh nicht, das ist bei jeder Schwangeren so". Damit hat sie wohl recht. Ich kann nur das werdende Leben in mir wachsen lassen und mir bewusst Gutes tun, damit ich mich in meinem Körper möglichst wohl fühle. Deswegen vermeide ich Stresssituationen umso mehr.


Deinen Tipp mit dem Schwangerschaftskalender finde ich top, was für eine tolle Idee! Das mache ich auch! Wenn es mich bisher überfordert hat, in die Zukunft und an den nächsten Schritt in der Schwangerschaft zu denken, dann habe ich ohnehin mir schon angewöhnt, daran zu denken, wie weit ich es schon geschafft habe und wie toll und wunderbar der kleine Mensch in meinem Bauch wächst und sich offenbar wohl fühlt. Dafür sich selbst Notizen zu schreiben und Zettel aufzuhängen finde ich schön und bestimmt hilft es, sich all das Positive so richtig bewusst zu machen.


Ich hoffe, Du machst Dir wegen der Infektion immer weniger oder schon gar keine Gedanken mehr. Ich glaube im Übrigen nicht, dass Du nicht teilweise überreagiert hast - bezogen auf die tatsächliche Gefahr wahrscheinlich schon, da würde ich den Ärzten vertrauen. Aber, dass wir gerade empfindlich, auf alles was nicht gut für die Schwangerschaft sein könnte, reagieren, ist doch normal!! Das finde ich so nachvollziehbar. Ich kläre zum Beispiel jeden Pipifax mit meiner Ärztin/Hebamme ab. Ich weiß in dem Moment schon, das ist wohl Pipifax, aber ich brauche die Beruhigung. Selbst meine zweitägige Übelkeit, wahrscheinlich durch das fettige Essen, hat mich total aus dem Konzept gebracht. Wie gesagt "normalerweise" bin ich kein besonders panischer Mensch. Und eine Infektion/Antibiotika ist nunmal kein Pipifax, wenn auch - nach allem, was ich als Nichtmedizinerin weiss - keine Gefahr bei den verträglichen Antibiotika in der Schwangerschaft und gut untersucht. Da würde sich auch schon eine "normale" Schwangere wahrscheinlich Gedanken machen. Aber, wie gesagt, da würde ich Deinen Ärzten jetzt vertrauen und mich darauf konzentrieren, dass Du das Beste gemacht hast, da Du Euer Baby vor den Bakterien geschützt hast, indem Du die richtigen Antibiotika eingenommen hast!


Gegen Grippe habe ich mich auf Empfehlung meiner Frauenärztin auch schon impfen lassen, das kann man sogar noch während der Schwangerschaft machen.


So, jetzt wünsche ich Dir jeden morgen weiter ein bisschen Übelkeit und sonstige Anzeichen, dass alles Gut ist ;)


Viele Grüße
Anna

Anna

unregistriert

26

Samstag, 5. Januar 2019, 10:21

Liebe Lolo,

die Gedanken, ob es richtig ist, sich dem Stress der Arbeit auszusetzen und ob ich in meiner Situation meinem ungeborenen Baby schade, kenne ich. In Amélies Schwangerschaft bin ich auf der Arbeit in eine sehr anstrengende, überlastete Abteilung gekommen und habe oft über meine Belastungsgrenzen hinaus gearbeitet. Damals habe ich gedacht, da ich keine konkreten Schwangerschaftsbeschwerden hatte, dass ich dafür auch schwanger stark genug bin. Nach Amélies Geburt habe oft gedacht, dass ich mich auch für zu stark gehalten habe und lernen muss Schwäche zuzulassen oder auch besser Belastungssituationen zu erkennen , richtig einzuschätzen und nicht immer zu sagen, das schaffe ich schon. Mir hat nach ihrer stillen Geburt meine Hebamme versichert, dass sie daran nicht gestorben ist, weil in aller Regel der Körper zuvor Warnzeichen gibt, wie z.B. vorzeitige Wehen, Muttermundöffnung etc. Restzweifel im Kopf sind bei mir dennoch immer geblieben. Und jedenfalls habe ich überall gelesen, dass Stress gar nicht gut für Ungeborene ist, auch wenn er nicht zum Schlimmsten führt.

Also mein guter Vorsatz für diese Schwangerschaft war: Stress absolut vermeiden und Belastungssituationen frühzeitig - und lieber eher als zu spät - aus dem Weg zu gehen und Lösungen zu finden.
Konkret heißt das, ich habe seit der Frühschwangerschaft ein teilweises Beschäftigungsverbot (20h pro Woche). Das hat bei mir zu einer riesengroßen Erleichterung geführt. Denk vielleicht einmal auch für Dich darüber nach und besprich mit Deinem Frauenarzt, ob es für Dich auch in Frage kommt.

Ich wollte nie aufhören zu arbeiten, während der Schwangerschaft, aber durch das teilweise Beschäftigungsverbot habe ich das Gute aus beiden Welten. Ich kann arbeiten und habe gleichzeitig keinen Stress, genug Zeit für Entspannung und muss mir überhaupt erst nicht die Gedanken machen, ob ich mit Arbeitsstreß unserem Baby schade. Denn schon diese Gedanken können meiner Meinung nach in unsere Situation zu viel sein.

Jedenfalls habe ich schon genug Angst und mache mir genug Gedanken, da muss nicht noch etwas dazu kommen, was ich vermeiden kann. Mein Motto ist nämlich gerade auch, alles um was ich mir nur die geringsten Sorgen machen könnte, mache ich nicht. Und mir so viel wie möglich Gutes tun, weil ich meine Kräfte bis zur Geburt dringend brauche. In dem Buch Meine Folgeschwangerschaft von Heike Wolter steht auch, dass in aller Regel eine Folgeschwangerschaft große physische und psychische Kräfte von einem verlangt.

Der einzige "Nachteil" des teilweisen Beschäftigungsverbotes war, dass auf der Arbeit - weil ich dann nicht mehr Vollzeit da war - sofort jeder Bescheid wusste und das bereits in der 8. Woche. Die Reaktionen waren durch und durch herzlich, jeder schien sich sogar ein bisschen extra gerade für uns zu freuen. Aber das hat mich auch unter Druck gesetzt, weil alle so selbstverständlich davon ausgingen und -gehen, dass alles gut geht. Das ist an für sich ja wunderbar, aber ich musste damit umgehen lernen, weil ich eben mit meiner Angst noch nicht umgehen konnte und dachte, hoffentlich ist es morgen nicht schon wieder vorbei und ich muss wieder schlechte Nachrichten überbringen.

Aber, wie gesagt, mir hilft das teilweise Beschäftigungsverbot enorm und deswegen wollte ich Dir das schreiben. Du bist ja auch von 0 auf 100 gestartet, ich habe letztes Jahr eine Wiedereingliederung gemacht, und bist gleich wieder schwanger - das erscheint mir jedenfalls nicht unanstrengend, sondern ganz im Gegenteil. Denke vielleicht einfach mal darüber nach, was für Dich in puncto Arbeit ideal wäre und Dir gut tun könnte und nimm das als Leitlinie.

Vor was ich Angst habe, ist eine gute Frage. Einerseits sehr einfach, vor einem erneuten Verlust. Die Erfahrung, dass die Schwangerschaft von heute auf morgen vorbei sein kann, steckt in mir drin und ich habe den Eindruck, dass diese Erfahrung neu überschrieben werden muss. Tag für Tag und ich wünsche mir so sehr, am Ende mit der Geburt eines lebenden Kindes. Dazu kommt bei mir, dass man den Auslöser für das APS nicht kennt. Mit meinem behandelnden Arzt, der seit über 40 Jahren auf dem Gebiet tätig ist, habe ich recht ausführlich darüber gesprochen. Bei Internetrecherchen bin ich nur auf so allgemeine Tipps gestoßen, wie körperlichen und psychischen Stress vermeiden und eine gute Ernährung, viel Trinken etc. Es ist dieses Unwägbare und die Angst vor meinem eigenen Körper, der sich bei einer Autoimmunerkrankung wie APS gegen sich selbst richtet, das mir konkret Angst macht. Das Gefühl, jeden Tag kann mein Körper eine falsche Entscheidung treffen, hat mich eine Zeit lang in Panik und extreme Sorge versetzt. Das ist heute besser, weil ich für mich Methoden (u.a. autogenes Training und einmal bisher Hypnose) gefunden habe, damit umzugehen.


Meine Frauenärztin, die sehr einfühlsam ist, aber auch mal um die Situation aufzulockern recht "cool" reagieren kann, hat mir dazu gesagt: "Mehr als Brüten können Sie eh nicht, das ist bei jeder Schwangeren so". Damit hat sie wohl recht. Ich kann nur das werdende Leben in mir wachsen lassen und mir bewusst Gutes tun, damit ich mich in meinem Körper möglichst wohl fühle. Deswegen vermeide ich Stresssituationen umso mehr.


Deinen Tipp mit dem Schwangerschaftskalender finde ich top, was für eine tolle Idee! Das mache ich auch! Wenn es mich bisher überfordert hat, in die Zukunft und an den nächsten Schritt in der Schwangerschaft zu denken, dann habe ich ohnehin mir schon angewöhnt, daran zu denken, wie weit ich es schon geschafft habe und wie toll und wunderbar der kleine Mensch in meinem Bauch wächst und sich offenbar wohl fühlt. Dafür sich selbst Notizen zu schreiben und Zettel aufzuhängen finde ich schön und bestimmt hilft es, sich all das Positive so richtig bewusst zu machen.


Ich hoffe, Du machst Dir wegen der Infektion immer weniger oder schon gar keine Gedanken mehr. Ich glaube im Übrigen nicht, dass Du nicht teilweise überreagiert hast - bezogen auf die tatsächliche Gefahr wahrscheinlich schon, da würde ich den Ärzten vertrauen. Aber, dass wir gerade empfindlich, auf alles was nicht gut für die Schwangerschaft sein könnte, reagieren, ist doch normal!! Das finde ich so nachvollziehbar. Ich kläre zum Beispiel jeden Pipifax mit meiner Ärztin/Hebamme ab. Ich weiß in dem Moment schon, das ist wohl Pipifax, aber ich brauche die Beruhigung. Selbst meine zweitägige Übelkeit, wahrscheinlich durch das fettige Essen, hat mich total aus dem Konzept gebracht. Wie gesagt "normalerweise" bin ich kein besonders panischer Mensch. Und eine Infektion/Antibiotika ist nunmal kein Pipifax, wenn auch - nach allem, was ich als Nichtmedizinerin weiss - keine Gefahr bei den verträglichen Antibiotika in der Schwangerschaft und gut untersucht. Da würde sich auch schon eine "normale" Schwangere wahrscheinlich Gedanken machen. Aber, wie gesagt, da würde ich Deinen Ärzten jetzt vertrauen und mich darauf konzentrieren, dass Du das Beste gemacht hast, da Du Euer Baby vor den Bakterien geschützt hast, indem Du die richtigen Antibiotika eingenommen hast!


Gegen Grippe habe ich mich auf Empfehlung meiner Frauenärztin auch schon impfen lassen, das kann man sogar noch während der Schwangerschaft machen.


So, jetzt wünsche ich Dir jeden morgen weiter ein bisschen Übelkeit und sonstige Anzeichen, dass alles Gut ist ;)


Viele Grüße
Anna

LoLo

unregistriert

27

Samstag, 5. Januar 2019, 12:30

Liebe Anna,

danke für deine Nachricht.

Zu einem Beschäftigungsverbot bin ich sehr zwiegespalten, aus verschiedenen Gründen. Zum einen hatte ich relativ schnell in meiner letzten Schwangerschaft ein Volles (aus beruflichen Gründen). Das heißt, ich bin fast ein Jahr zuhause gewesen und mir ist die Decke ziemlich auf den Kopf gefallen. Ich wusste nichts mit mir anzufangen und die Zeit zog sich nur so dahin. Wenn ich zu viel Zeit habe, denke ich einfach auch zu viel über alles Mögliche nach und das ist auch nicht gut. Außerdem stimme ich dir zu, dass es mir sehr schwer fallen würde momentan mit meinen Vorgesetzten und Kollegen über die Schwangerschaft zu sprechen, solange die ersten Monate noch nicht vorüber sind. Aber falls es mir körperlich und/oder psychisch wirklich schlechter gehen sollte würde ich sowohl ein "halbes", als auch ein "volles" Beschäftigungsverbot sofort in Erwägung ziehen. Aber momentan hat sich die Situation auf der Arbeit auch etwas entspannt. Außerdem fällt es mir schwer nach so kurzer Zeit schon zu verkürzen, wo eh schon alle sehr gestresst sind. Ich habe keine Ahnung wie die darauf reagieren würden. Auch wenn ich natürlich weiß, dass das überhaupt nicht meine Sorge sein sollte. Aber trotzdem bringt es mir auch nichts halbtags zu arbeiten, wenn die Stimmung dann noch mehr im Keller ist. Dann kann ich mich gleich komplett freistellen lassen und dann hänge ich wieder Zuhause rum und fühle mich wie ein Langzeitarbeitsloser. Naja trotzdem ist es für mich gut zu wissen, dass ich prinzipiell alle Möglichkeiten auf meiner Seite habe und diese je nach Situation erschöpfen kann.
Derzeit habe ich vom Arbeitsaufwand eher noch nicht so viel Stress, ich fühle mich eher unterfordert. Aber die Stimmung hat mich zu Anfang etwas belastet. Nun ist es etwas besser geworden. Obwohl mir die Arbeit gut tut und ich auch die Ablenkung wirklich schätze, merke ich einfach immer wieder, dass ich keine Lust habe zu arbeiten. Weil ich mir auch alles anders vorgestellt hatte, mit Elternzeit und so. Dann fällt es mir morgens oft schwer mich überhaupt aufzuraffen und dort hinzufahren. Andererseits bringt es mir eben auch nichts zuhause zu sein, mich zu langweilen und mir zu viele Gedanken zu machen und falls etwas mit dem Baby passieren sollte wieder anzufangen. Dann kann ich auch gleich arbeiten und komme nicht so raus aus dem Thema. Ist für mich einfach alles noch recht neu. Ich denke, dass ich erstmal abwarten werde und dann später überlege. Aber danke noch mal für die Hinweise!

Ich versuche auch ganz gut meinen Stress körperlich abzubauen, dass heißt ich gehe früh ins Bett, schlafe möglichst lange, auch in der Woche und versuche auch mich von den Arbeitsaufgaben zu distanzieren. Wenn etwas nicht so gut läuft, dann ist das halt so. Außerdem gehen wir sehr viel spazieren und ich versuche 2 Mal pro Woche Sport zu machen. Damit geht es mir auch immer sehr gut. Und ich achte stark darauf möglichst kaum Überstunden zu machen, bzw. diese am Ende der jeweiligen Woche direkt abzubummeln. Wenn ich wieder starke Kopfschmerzen auf der Arbeit bekommen würde, oder ich mich krank fühlen sollte, würde ich auch einfach nach Hause gehen/zuhause bleiben. Also damit habe ich auch kein Problem. Da ist mir mein Baby einfach wichtiger.

Naja und manchmal denke ich mir auch, dass bei unserem Sohn alles wirklich so vorbildlich und stressfrei war. Ich war ja zuhause, hatte nie Stress, habe super viel geschlafen, war draußen, habe regelmäßig Sport gemacht, mich gesund ernährt, war nicht krank und musste keine Medikamente nehmen. Und es hat "nichts" gebracht. Von daher gehe ich jetzt gezwungenermaßen lieber arbeiten.

Die Ängste, die du hast habe ich auch. Ich hoffe irgendwie, dass sie nach der 12./14. Woche erstmal weniger werden. Das war in meiner letzten Schwangerschaft auch so, dass ich erst Zeit brauchte, um wirklich zu Vertrauen! Aber hast du durch das APS denn wirklich eine akute Gefahr oder sind das "nur" deine Ängste? Ich dachte, dass man es durch die Gerinnungsspritzen, oder was auch immer man da nehmen kann recht gut unter Kontrolle hat? Aber es ist total verständlich, dass es für dich so oder so schwierig ist Vertrauen zu haben.
Da wir keinen Grund für den Tod unseres Sohnes gefunden haben denke ich manchmal es könnten auch die Wehen gewesen sein, die er nicht ausgehalten hat (in seltenen Fällen kann auch das passieren), oder zum Beispiel ein Blutgerinsel. Und auch für den plötzlichen Kindstod muss es ja irgendeine Ursache geben, auch wenn es da bisher kaum Forschung gibt. Außerdem habe ich eigentlich schon alles gelesen, was es an möglichen Ursachen für den Tod eines Babys in der Schwangerschaft geben kann. Einerseits habe ich das aus Neugier gemacht, andererseits bin ich gerne vorbereitet, um selber frühzeitig zu erkennen, falls irgendwas sich verändert. Und wenn es dann passieren sollte weiß ich quasi was auf mich zukommt. Das heißt ich habe auch schon in der letzten Schwangerschaft mal eine Doku über Totgeburten gesehen und wusste daher also, dass man sein Kind sehen kann etc. pp. Natürlich ging es mir in meiner Situation selbst nicht besser, aber ich wusste wenigstens, was ich rechtlich darf! Die Kehrseite des Wissens ist aber auch, dass ich mir hin und wieder vorstelle, welche anderen Komplikationen uns auch noch passieren könnten. Und das ist natürlich ein Fass ohne Boden!

Ja, mittlerweile mache ich mir weniger Sorgen wegen der Medikamente und der Infektion. Es war einfach besonders schwierig für mich, als ich ganz frisch wusste, dass ich schwanger bin. In den ersten Wochen werden so viele lebenswichtige Organe angelegt, dass ich natürlich in der Zeit am liebsten nichts gehabt hätte. Andererseit habe ich manchmal so eine Trotzreaktion, dass ich mir denke so schlimm kann es auch nicht sein. Andere Schwangere haben noch viel mehr Komplikationen und was weiß ich und bei unserem Sohn hat auch alle Vorsicht nicht geholfen. Wenn es etwas werden soll, bleibt es, wenn nicht dann nicht. Ich kann dazu eh wenig beitragen (gefühlt natürlich).

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!

Alles Liebe!
LoLo

Eulenmama

unregistriert

28

Sonntag, 6. Januar 2019, 20:25

Hallo ihr Lieben,

alles Gute für das neue Jahr! Lebensfreude, Mut und Zuversicht und viele schöne Momente, mit Leichtigkeit im Herzen und unseren Kindern immer nah.

Ihr tauscht euch hier sehr schön aus, ich lese ab und zu mit, komme aber leider gar nicht dazu, auch etwas zu schreiben. Der Alltag läuft fast in den alten Schienen, vor allem auf der Arbeit gibt es wieder das (über)volle Programm, eigentlich ist alles gerade fast - fast zu - normal. Manchmal denke ich an die ersten Monate nach Eules Tod, die sehr schwer waren, gleichzeitig aber auch irgendwie tröstlich. Alles drehte sich um die Kleine, die Welt da draußen war weniger wichtig, es war nur unsere Familie und die ganze Liebe. Die ersten Schritte zurück in den Alltag waren nicht einfach und ich hatte oft furchtbare Angst, ob ich es je wieder schaffe, "normal" zu leben. Lebensfreude wieder zu finden, Vertrauen zu meinem Körper, Mut, aber auch Freude am Arbeiten und Konzentration... und das ist nur ein kleiner Ausschnitt an Dingen, die ich gefühlt verloren hatte und ich mir nicht wirklich vorstellen konnte, wie und wann sie wieder da sein können.

Und plötzlich ist das lange Jahr vorbei und ein bisschen von der alten mir ist wieder da. Dieses kleine bisschen ist aber ein mega Schritt und ich bin gerade stolz auf mich und euch und alle, die ein solcher Schicksalsschlag erleben müssen und damit auf eigene Art und Weise umgehen. Obwohl mich der Schmerz immer wieder schön heftig packe, gefühlt nicht weniger stark als früher, es fühlt sich nicht mehr ganz so falsch an, es gehört zu mir und es ist ok. Man findet den eigenen Weg als Sternenfamilie. Oder so hoffe ich es zumindest.

Liebe Anna und LoLo, es ist schön zu lesen über eure Schwangerschaften und wie offen ihr über eure Vorfreude und auch eure Sorgen schreibt. Auch die kleinen Tipps lese ich gern (Anna, eine coole Idee mit dem Kalender) und hoffe heimlich, dass ich vielleicht auch irgendwann mal sagen kann, puh, jetzt ist es so weit. Und noch mal von vorne eure Beiträge lesen und mich da wiederfinden.

Ann-Kathrin: mein Kinderwunsch war von Anfang an auch da und ist nicht weniger geworden. Ich wollte immer mehrere Kinder haben und hatte irgendwie keine Zweifel daran, dass sich unsere Kleine ein Geschwisterchen gewünscht hätte, und gern auch so schnell wie möglich. Ich wollte aber mindestens ein halbes Jahr warten wegen der KS-Narbe und dann kamen noch andere Sachen dazwischen, sodass wir dann doch das ganze Jahr gewartet haben. (Ich habe gehofft, dass ich auch mit der Zeit gelassener werde - das ist nicht der Fall, tja...) Ich glaube aber, wenn der Wunsch da ist und bei euch nichts dagegen spricht, braucht ihr nicht mehr zu warten und vor allem brauchst du kein schlechtes Gewissen zu haben. Kinder freuen sich immer über Geschwister, Leni hätte sich bestimmt auch ein gewünscht. Nur Eltern zu haben ist ja langweilig...

Du hast gefragt, ob man es vorab erkennen kann, dass die Plazenta nicht gut funktioniert. Also zuerst: frag gern alles, was dich interessiert... Ich versuche immer wieder einen ruhigen Moment zu finden und zu antworten. Soweit ich es verstanden habe, kann man die Plazenta an sich eigentlich nicht untersuchen, man kontrolliert eventuell nur den Blutfluss. Dafür braucht man einen Doppler-Ultraschall und einen Spezialisten, der die Werte auch gut interpretieren kann. Eigentlich muss man aber in der Regel nicht so weit gehen, da solange sich die Kinder gut entwickeln, wachsen und sich bewegen, geht man davon aus, dass alles in Ordnung ist. Bei uns sah alles lange gut und völlig problemlos aus, nur in den letzten zwei drei Wochen ist unsere Tochter nur langsam gewachsen und sich auch weniger bewegt hat. Es hieß aber immer, dass alles noch im Rahmen sei. Sie war dann auch zwar ein zierliches Kind geworden, aber auch nicht extrem klein. Mir haben dann auch mehrere Ärzte gesagt, dass in unserem Fall nichts falsch gemacht wurde. Vor allem war es die vorzeitige Plazentalösung, warum unsere Tochter gestorben ist, und dass sich eine Ablösung anbahnt, kann man leider nicht voraussagen.

Die Gedanken, wie und warum was passiert ich, fand ich irgendwann nicht mehr wirklich produktiv, denn sie bringen einen nicht weiter. Oder schon in dem Sinne, dass ich irgendwann mit dem Geschehen Frieden machen konnte (halbwegs zumindest). Ich würde dir aber - wie Anna und LoLo - lieber dazu raten, die Blutgerinnung und autoimmunologische Erkrankungen vorsichtshalber checken zu lassen. Wenn dabei etwas gefunden werden sollte, gibt es meist recht gute Prognosen mit einer Behandlung (und wesentlich schlechtere ohne, leider). Uns wurde mehrfach gesagt, dass die meisten Totgeburten ungeklärt bleiben, und Plazentalösungen sowieso. Man hat aber bei solchen ungeklärten Fällen gute Chancen, dass eine nächste Schwangerschaft gut ausgeht. Die meinsten Geschichten hier im Forum machen in dieser Richtung auch Mut...

LoLo, ich fand es wirklich schön mit den Raketen für eure beiden Kinder. Ich muss auch nicht das ganze Silvester-Tamtam haben, es ist aber eine schöne und berührende Vorstellung, wie ihr das Jahr 2018 als das Jahr eures Sohns feiert und 2019 als das Jahr eures kleinen Wunders willkommen heißt. Ich wollte schon schreiben: und so ist die Familie komplett. Dann ist mir erst eingefallen, wie unpassend sich das anhört, denn eure Familie kann ja nicht "komplett" sein. Ich hoffe, du verstehst aber, was ich damit meinte.

Jetzt muss ich leider wieder gehen. Ich wollte eigentlich mehr schreiben, die Zeit ist aber immer so schnell rum. Für jetzt muss es also reichen. Ich wünsche euch alles Liebe...Anna und LoLo, ich denke sehr an euch und eure kleinen Wunder. Jeden Tag seid ihr ein großes Stück weiter! Ann-Kathrin, viele Kräfte für diese dunklen kalten Tage! Mögen da mehr tröstliche als traurige Momente sein. Und noch einmal an alle: ein tolles neues Jahr.

Herzliche Grüße
Eulenmama

Anna

unregistriert

29

Donnerstag, 10. Januar 2019, 13:03

Ihr Lieben,

das neue Jahr hat begonnen und freue mich so tolle Wegbegleiterinnen zu haben.

Liebe Ann-Kathrin, wie waren die ersten Tage im neuen Jahr für Dich? Habt Ihr Lenis Fotoecke schon eingerichtet? Habt ihr die Fotos von einem Sternenkindfotografen oder selbst gemacht? Was machen Deine Gedanken? Und hattet Ihr schon den Termin bei der Psychotherapeutin, wenn ja wie war es? Entschuldige die vielen Fragen, ich denke nur jeden Tag an Dich! Wie Eulenmama geschrieben hat, war für uns auch in den ersten Monaten die Welt da draußen weniger wichtig und das wichtigste unsere kleine Familie, der wir uns sicher waren und die uns doch vor so einige unerwartete Aufgaben gestellt hat. Stellen sich Dir gerade konkrete Aufgaben?

Bei mit war der Kinderwunsch von Anfang an auch äußerst präsent. Ich weiß gar nicht, wie ich es beschreiben soll, aber er war unglaublich stark. Es hat sich auch immer gut und richtig für mich angefühlt, auch wenn mir viele zu mehr Geduld geraten haben und - vor allem mit der Zeit - auch mal eine Pause vom Kinderwunsch einzulegen. Es war aber gleichzeitig und vor allem mit der Zeit, wenn monatlich unsere Hoffnung enttäuscht wurde, nicht nur einfach. Erstmal hat mir der Kinderwunsch jedenfalls überhaupt geholfen, in die Zukunft zu blicken und das war sehr positiv. Und wir waren ja schon Eltern, warum sollten wir es also nicht so schnell wie möglich oder wie es uns gut tut wieder werden?!

Ich glaube auch, jedenfalls habe ich das mit meinem Mann immer gesagt, dass wir neben der überwältigenden Trauer um unsere Tochter (die bleibt) auch darüber getrauert haben, dass wir nicht Mutter und Vater sein dürfen, so wie wir uns das vorgestellt haben, d.h. mit nicht durchgeschlafenen Nächten, Windeln wechseln, Spaziergänge mit der Kleinen im Tragetuch oder Kinderwagen etc. Und diese Nebentrauer, die kann (vielleicht nur mit viel Zeit) vergehen und kann ausgefüllt werden. Für uns alle wünsche ich uns, dass sie durch ein zweites Kind und Geschwisterchen unserer Kinder ausgefüllt wird. Bis die Zweiten zu uns kommen, "müssen" wir irgendetwas finden, was unsere Leben annähernd ausfüllt, auch wenn es niemals einen Ersatz geben wird. Das finde ich bis heute sehr schwierig. Die Leere erstmal aus- und durchzuhalten, war vielleicht der erste Schritt. Selbst wenn wir uns in dieser Zeit etwas "gegönnt" haben, war es mir zum Teil egal, denn selbst wie schön oder teuer es auch war, es hat mir oft nur gezeigt, was mir wirklich fehlt. Ich habe dann mit Yoga angefangen (das war im Januar 18), auch um mein Bewusstsein für meinen Körper positiv zu besetzen und zu erhalten. Nach der stillen Geburt hatte ich oft Angst, dass ich ein negatives Verhältnis zu meinem Körper entwickelt. So nach und nach kamen weitere Dinge dazu, mit denen ich mein und wir unser Leben mit etwas anderem ausgefüllt haben und auch die "Wartezeit" auf Amélies Geschwisterchen. Bei mir war es dann so, dass es mit der zweiten Schwangerschaft deutlich besser wurde, auch wenn es zwischenzeitlich schon viel besser war. Sie hat die Leere deutlich mehr ausgefüllt und mir wieder mehr Boden unter meine Füße gegeben.

Vielleicht ist es auch so, wenn ich Lolos Worte lesen, dass es egal ist, wann ein zweite Schwangerschaft kommt, entweder die neue Schwangerschaft oder die Kinderwunschzeit zu einer zweiten Herausforderung neben der Trauer und Traurigkeit wird. Wichtig ist vielleicht nur, dass wir beides durchleben und uns von Nichts, weder Angst noch Sorgen um die Folgeschwangerschaft noch Ungeduld um das wieder schwanger werden, unterkriegen lassen. Das ist vielleicht auch das Leben, wenn man nicht nur die Sonnenseite betrachtet, sondern es in vollen Zügen mitnimmt. Diese Gedanken machen, jedenfalls bei mir, den Alltag oft nicht leichter, auch die ganzen Situationen, in denen wir z.B. andere Eltern mit ihren Kindern im gleichen Alter sehen oder uns fragen, was unsere Kinder wohl jetzt gemacht hätten und wie sie geworden wären. Nur, wenn ich all das bewusst durchlebe und das Leben so annehme wie es ist, geht es mir trotzdem besser.

Eulenmama, ich habe mich auch so in Deinen Worten wieder, und plötzlich ist das Jahr vorbei und von der alten mir ist wieder etwas da. Das ist wirklich ein mega Schritt!! Ich hoffe, das macht allen Mut, dass es wirklich besser wird. Heute fühle ich mich auch manchmal so, dass zwar meine Welt eingestürzt ist, aber was ich neu errichtet habe, auf einem ganz wunderbaren Grund steht. Alles was ich habe, mein Mann, meine Geschwister, meine Freunde die Sicherheit und der Wohlstand im Alltag, sind auch ein riesengroßes Lebensglück, für das ich seitdem eine noch tiefere Dankbarkeit habe. Manchmal laufe ich auch auf der Straße oder bin bei irgendwelchen Feiern, habe Amélie fest bei mir und bin so stolz auf sie und denke, was für ein Schatz, den nicht jeder und nur ganz ausgewählte Menschen wie wir sehen können.

Liebe Lolo, Deine Gedanken, dass ein (teilweises) Beschäftigungsverbot für Dich im Moment nicht passend ist, finde ich gut. Dass ist doch genau die richtige Leitlinie, dass es für Dich passt und es Dir gut geht. Völlig stressfrei und ohne (Arbeits-)Sorgen verläuft ohnehin keine Schwangerschaft und das wäre wohl auch für das werdende Leben nicht gesund. Das mit der Unlust auf die Arbeit, weil ich mich lieber zuhause um Amélie kümmern wollte, wenn auch leider nur in Gedanken, ist bei mir übrigens lange geblieben. Das war irgendwie doof, aber es zeigt uns wohl auch gleichzeitig, was wir wirklich wollen. Ich weiß auch noch, dass nach dem Herbst und Winter - Amélie kam ja im September zur Welt - als die Sonnentage wieder kamen, ich keine Lust auf "Frühling/Sommer" hatte, in dem ich jeden Tag wieder in ein Büro musste und nicht mit Amélie draußen in der Natur und Sonne sein konnte. Da bin ich auf meinem Arbeitsweg oft durch den Park mit dem Rad und mir standen die Tränen in den Augen. Ich glaube, irgendwann habe ich diese Unlust einfach akzeptiert und als Teil meines Alltags (ach hallo, auch schon wieder da) hingenommen und wenn ich dann auf der Arbeit war, die ja auch viel Gutes hat, war es dann wieder halb so schlimm. Wenn ich mal über die nächsten Jahre und "wenn die Kinder aus dem Haus sind" weiterdenke, dann möchte ich ja auch meinen Beruf weiter ausüben, d.h. ich will zwischenzeitlich auch darin "fit" bleiben

Ja, das APS bringt leider ein "realistisches" zusätzliches Risiko, was durch die Heparinbehandlung und ggf. auch noch eine Behandlung mit Immunglobulinen reduziert werden kann, aber ein erhöhtes Risiko bleibt. Ich könnte Dir jetzt Prozentzahlen nennen, die tun mir aber nicht gut und ich kann nicht mit ihnen umgehen, deswegen möchte ich sie nicht aufschreiben. Außerdem hat mir mein Arzt eine andere Prozentzahl genannt, als die die ich in Artikeln über APS gelesen habe. Also nix weiß man sicher. Was sicher so ist, ist, dass ohne Heparinbehandlung es eher wahrscheinlich ist, dass die Schwangerschaft nicht gut ausgeht, und mit Heprinbehandlung ist es wahrscheinlicher, dass sie gut ausgeht. Ich habe auch unterschiedliche Aussagen dazu, ob das Risiko im ersten oder zweiten Trimester am höchsten ist, während es sich in der letzten Schwangerschaft bei mir im dritten Trimester realisiert hat. All das finde ich beunruhigend. Ich habe auch den Eindruck, dass das alles (bis auf die Heparinbehandlung) in der Medizin noch nicht wirklich gut erforscht ist. In der Medizin ist das APS, jedenfalls im Zusammenhang mit Schwangerschaften, erst in den letzten Jahrzehnten bekannt geworden und erst in den letzten Jahren jedenfalls unter nicht Spezialisten in Zusammenhang mit Komplikationen in der Spätschwangerschaft gebracht worden. Anfangs habe ich mir wahnsinnig viele Gedanken dazu gemacht. Jetzt bin ich etwas ruhiger und baue auf mein Vertrauen zu meinem Körper und die Heparinbehandlung und dem einfach auf mich aufpassen, damit es meinem Körper, meiner Psyche und mir gut geht.

Wenn ich das APS nicht hätte, das wohl meine ganzen Gedanken einnimmmt, würde ich mir wohl ähnliche Gedanken wie Du machen und an das Fass ohne Boden denken. Was mir oft hilft, wenn ich merke, all diese Gedanken tun mir nicht gut oder helfen mir nicht weiter, ist mir vorzustellen, ich hätte die Kontrolle über alles und wüsste (fast) alles. Was würde mir das helfen? Vorbereitet zu sein, ist sicher das eine und wichtig. Dann denke ich aber auch, wäre das nicht schrecklich, wenn ich wirklich alles unter Kontrolle hätte und damit wirklich alles von mir abhinge. Obwohl das sehr ungewohnt für mich ist, denn ich bin gewohnt, viel mit mir selbst auszumachen, lerne ich grade, dass es besser für mich ist, auf alle und alles, also den Mix, zu vertrauen, dass heißt auf mich, meinen Mann, die Unterstützung oder Ablenkung durch meine Familie und Freunde, mein Leben, die Ärzte, Hebammen, meine Heilpraktikerin, nach wie vor meine Trauerberaterin, Yoga, autogenes Training und natürlich das werdende Leben. Mit jedem Kontrolltermin, in dem mir gesagt wird, es sei alles gut und mit jeder "geschafften" Woche, wird es bei mir Übrigens besser. Ich bin mal gespannt, wie das wieder zu Ende der Schwangerschaft wird. Hast Du denn das Gefühl, einen guten Weg mit Deinen Ängsten gefunden zu haben? Hast Du neben dem Fass ohne Boden vor etwas konkretem Angst?

Habt eine gute Restwoche!

Viele Grüße
Anna


Anna

unregistriert

30

Donnerstag, 10. Januar 2019, 13:03

Ihr Lieben,

das neue Jahr hat begonnen und freue mich so tolle Wegbegleiterinnen zu haben.

Liebe Ann-Kathrin, wie waren die ersten Tage im neuen Jahr für Dich? Habt Ihr Lenis Fotoecke schon eingerichtet? Habt ihr die Fotos von einem Sternenkindfotografen oder selbst gemacht? Was machen Deine Gedanken? Und hattet Ihr schon den Termin bei der Psychotherapeutin, wenn ja wie war es? Entschuldige die vielen Fragen, ich denke nur jeden Tag an Dich! Wie Eulenmama geschrieben hat, war für uns auch in den ersten Monaten die Welt da draußen weniger wichtig und das wichtigste unsere kleine Familie, der wir uns sicher waren und die uns doch vor so einige unerwartete Aufgaben gestellt hat. Stellen sich Dir gerade konkrete Aufgaben?

Bei mit war der Kinderwunsch von Anfang an auch äußerst präsent. Ich weiß gar nicht, wie ich es beschreiben soll, aber er war unglaublich stark. Es hat sich auch immer gut und richtig für mich angefühlt, auch wenn mir viele zu mehr Geduld geraten haben und - vor allem mit der Zeit - auch mal eine Pause vom Kinderwunsch einzulegen. Es war aber gleichzeitig und vor allem mit der Zeit, wenn monatlich unsere Hoffnung enttäuscht wurde, nicht nur einfach. Erstmal hat mir der Kinderwunsch jedenfalls überhaupt geholfen, in die Zukunft zu blicken und das war sehr positiv. Und wir waren ja schon Eltern, warum sollten wir es also nicht so schnell wie möglich oder wie es uns gut tut wieder werden?!

Ich glaube auch, jedenfalls habe ich das mit meinem Mann immer gesagt, dass wir neben der überwältigenden Trauer um unsere Tochter (die bleibt) auch darüber getrauert haben, dass wir nicht Mutter und Vater sein dürfen, so wie wir uns das vorgestellt haben, d.h. mit nicht durchgeschlafenen Nächten, Windeln wechseln, Spaziergänge mit der Kleinen im Tragetuch oder Kinderwagen etc. Und diese Nebentrauer, die kann (vielleicht nur mit viel Zeit) vergehen und kann ausgefüllt werden. Für uns alle wünsche ich uns, dass sie durch ein zweites Kind und Geschwisterchen unserer Kinder ausgefüllt wird. Bis die Zweiten zu uns kommen, "müssen" wir irgendetwas finden, was unsere Leben annähernd ausfüllt, auch wenn es niemals einen Ersatz geben wird. Das finde ich bis heute sehr schwierig. Die Leere erstmal aus- und durchzuhalten, war vielleicht der erste Schritt. Selbst wenn wir uns in dieser Zeit etwas "gegönnt" haben, war es mir zum Teil egal, denn selbst wie schön oder teuer es auch war, es hat mir oft nur gezeigt, was mir wirklich fehlt. Ich habe dann mit Yoga angefangen (das war im Januar 18), auch um mein Bewusstsein für meinen Körper positiv zu besetzen und zu erhalten. Nach der stillen Geburt hatte ich oft Angst, dass ich ein negatives Verhältnis zu meinem Körper entwickelt. So nach und nach kamen weitere Dinge dazu, mit denen ich mein und wir unser Leben mit etwas anderem ausgefüllt haben und auch die "Wartezeit" auf Amélies Geschwisterchen. Bei mir war es dann so, dass es mit der zweiten Schwangerschaft deutlich besser wurde, auch wenn es zwischenzeitlich schon viel besser war. Sie hat die Leere deutlich mehr ausgefüllt und mir wieder mehr Boden unter meine Füße gegeben.

Vielleicht ist es auch so, wenn ich Lolos Worte lesen, dass es egal ist, wann ein zweite Schwangerschaft kommt, entweder die neue Schwangerschaft oder die Kinderwunschzeit zu einer zweiten Herausforderung neben der Trauer und Traurigkeit wird. Wichtig ist vielleicht nur, dass wir beides durchleben und uns von Nichts, weder Angst noch Sorgen um die Folgeschwangerschaft noch Ungeduld um das wieder schwanger werden, unterkriegen lassen. Das ist vielleicht auch das Leben, wenn man nicht nur die Sonnenseite betrachtet, sondern es in vollen Zügen mitnimmt. Diese Gedanken machen, jedenfalls bei mir, den Alltag oft nicht leichter, auch die ganzen Situationen, in denen wir z.B. andere Eltern mit ihren Kindern im gleichen Alter sehen oder uns fragen, was unsere Kinder wohl jetzt gemacht hätten und wie sie geworden wären. Nur, wenn ich all das bewusst durchlebe und das Leben so annehme wie es ist, geht es mir trotzdem besser.

Eulenmama, ich habe mich auch so in Deinen Worten wieder, und plötzlich ist das Jahr vorbei und von der alten mir ist wieder etwas da. Das ist wirklich ein mega Schritt!! Ich hoffe, das macht allen Mut, dass es wirklich besser wird. Heute fühle ich mich auch manchmal so, dass zwar meine Welt eingestürzt ist, aber was ich neu errichtet habe, auf einem ganz wunderbaren Grund steht. Alles was ich habe, mein Mann, meine Geschwister, meine Freunde die Sicherheit und der Wohlstand im Alltag, sind auch ein riesengroßes Lebensglück, für das ich seitdem eine noch tiefere Dankbarkeit habe. Manchmal laufe ich auch auf der Straße oder bin bei irgendwelchen Feiern, habe Amélie fest bei mir und bin so stolz auf sie und denke, was für ein Schatz, den nicht jeder und nur ganz ausgewählte Menschen wie wir sehen können.

Liebe Lolo, Deine Gedanken, dass ein (teilweises) Beschäftigungsverbot für Dich im Moment nicht passend ist, finde ich gut. Dass ist doch genau die richtige Leitlinie, dass es für Dich passt und es Dir gut geht. Völlig stressfrei und ohne (Arbeits-)Sorgen verläuft ohnehin keine Schwangerschaft und das wäre wohl auch für das werdende Leben nicht gesund. Das mit der Unlust auf die Arbeit, weil ich mich lieber zuhause um Amélie kümmern wollte, wenn auch leider nur in Gedanken, ist bei mir übrigens lange geblieben. Das war irgendwie doof, aber es zeigt uns wohl auch gleichzeitig, was wir wirklich wollen. Ich weiß auch noch, dass nach dem Herbst und Winter - Amélie kam ja im September zur Welt - als die Sonnentage wieder kamen, ich keine Lust auf "Frühling/Sommer" hatte, in dem ich jeden Tag wieder in ein Büro musste und nicht mit Amélie draußen in der Natur und Sonne sein konnte. Da bin ich auf meinem Arbeitsweg oft durch den Park mit dem Rad und mir standen die Tränen in den Augen. Ich glaube, irgendwann habe ich diese Unlust einfach akzeptiert und als Teil meines Alltags (ach hallo, auch schon wieder da) hingenommen und wenn ich dann auf der Arbeit war, die ja auch viel Gutes hat, war es dann wieder halb so schlimm. Wenn ich mal über die nächsten Jahre und "wenn die Kinder aus dem Haus sind" weiterdenke, dann möchte ich ja auch meinen Beruf weiter ausüben, d.h. ich will zwischenzeitlich auch darin "fit" bleiben

Ja, das APS bringt leider ein "realistisches" zusätzliches Risiko, was durch die Heparinbehandlung und ggf. auch noch eine Behandlung mit Immunglobulinen reduziert werden kann, aber ein erhöhtes Risiko bleibt. Ich könnte Dir jetzt Prozentzahlen nennen, die tun mir aber nicht gut und ich kann nicht mit ihnen umgehen, deswegen möchte ich sie nicht aufschreiben. Außerdem hat mir mein Arzt eine andere Prozentzahl genannt, als die die ich in Artikeln über APS gelesen habe. Also nix weiß man sicher. Was sicher so ist, ist, dass ohne Heparinbehandlung es eher wahrscheinlich ist, dass die Schwangerschaft nicht gut ausgeht, und mit Heprinbehandlung ist es wahrscheinlicher, dass sie gut ausgeht. Ich habe auch unterschiedliche Aussagen dazu, ob das Risiko im ersten oder zweiten Trimester am höchsten ist, während es sich in der letzten Schwangerschaft bei mir im dritten Trimester realisiert hat. All das finde ich beunruhigend. Ich habe auch den Eindruck, dass das alles (bis auf die Heparinbehandlung) in der Medizin noch nicht wirklich gut erforscht ist. In der Medizin ist das APS, jedenfalls im Zusammenhang mit Schwangerschaften, erst in den letzten Jahrzehnten bekannt geworden und erst in den letzten Jahren jedenfalls unter nicht Spezialisten in Zusammenhang mit Komplikationen in der Spätschwangerschaft gebracht worden. Anfangs habe ich mir wahnsinnig viele Gedanken dazu gemacht. Jetzt bin ich etwas ruhiger und baue auf mein Vertrauen zu meinem Körper und die Heparinbehandlung und dem einfach auf mich aufpassen, damit es meinem Körper, meiner Psyche und mir gut geht.

Wenn ich das APS nicht hätte, das wohl meine ganzen Gedanken einnimmmt, würde ich mir wohl ähnliche Gedanken wie Du machen und an das Fass ohne Boden denken. Was mir oft hilft, wenn ich merke, all diese Gedanken tun mir nicht gut oder helfen mir nicht weiter, ist mir vorzustellen, ich hätte die Kontrolle über alles und wüsste (fast) alles. Was würde mir das helfen? Vorbereitet zu sein, ist sicher das eine und wichtig. Dann denke ich aber auch, wäre das nicht schrecklich, wenn ich wirklich alles unter Kontrolle hätte und damit wirklich alles von mir abhinge. Obwohl das sehr ungewohnt für mich ist, denn ich bin gewohnt, viel mit mir selbst auszumachen, lerne ich grade, dass es besser für mich ist, auf alle und alles, also den Mix, zu vertrauen, dass heißt auf mich, meinen Mann, die Unterstützung oder Ablenkung durch meine Familie und Freunde, mein Leben, die Ärzte, Hebammen, meine Heilpraktikerin, nach wie vor meine Trauerberaterin, Yoga, autogenes Training und natürlich das werdende Leben. Mit jedem Kontrolltermin, in dem mir gesagt wird, es sei alles gut und mit jeder "geschafften" Woche, wird es bei mir Übrigens besser. Ich bin mal gespannt, wie das wieder zu Ende der Schwangerschaft wird. Hast Du denn das Gefühl, einen guten Weg mit Deinen Ängsten gefunden zu haben? Hast Du neben dem Fass ohne Boden vor etwas konkretem Angst?

Habt eine gute Restwoche!

Viele Grüße
Anna


Ann-Kathrin

unregistriert

31

Freitag, 11. Januar 2019, 18:19

Teil 1

Hallo ihr Lieben,

bitte entschuldigt, dass ich jetzt erst schreibe, aber mein Mann und ich waren für ein paar Tage in Hamburg. Eigentlich um sich ein wenig abzulenken, aber das ist momentan nicht so einfach. Vor allem wenn man draußen unterwegs ist und überall nur Schwangere und Mamis mit ihren Kinderwagen sieht. Das tut echt weh, weil man dann sieht, was man verpasst.

Übrigens war ich gestern nochmal bei meiner Frauenärztin. Sie hat mich nochmal untersucht und es hat sich alles zurückgebildet und sie hat auch wieder Follikel gesehen, die gerade reifen. Aber ich hatte meine Periode noch nicht, daher ist es schwer einzuschätzen, wann der Eisprung sein könnte. Aber dadurch, dass ich ein periodenähnliches Erlebnis hatte, glaub ich meinen Zyklus zu kennen. Ich hatte alle Anzeichen, die ich bei der Periode immer habe, das einzige, was fehlte, war das Blut. Meine Hebamme meinte, dass wäre meine Periode, nur dadurch, dass die Gebärmutterschleimhaut sich wieder aufbauen muss, kam es noch nicht zur Blutung.

Gestern bei der Ärztin hat sie gesehen, dass sie die Gebärmutterschleimhaut wieder gut aufgebaut hat und ich hoffe, dass in diesem Zyklus die Blutung wieder einsetzt. Das belastet mich sehr, weil mein Mann und ich es gerne sofort probieren möchten. Auch die Ärztin hat mit vorgehaltener Hand ihr ok gegeben. Sie sagt, offiziell müsse sie aus schulmedizinischer Sicht eine Wartezeit von 6 Monaten sagen, aber wenn ich schwanger werden will, dann sollen wir schwanger werden. Sie wüsste nichts, was dagegen spricht. Naja, ein bisschen ärgert es mich, dass mein Kopf schneller ist als mein Körper anscheinend. Wobei ich beruhigt bin, dass ich wenigstens Eisprünge habe. Sie hatte mir dann auch von einer Patientin erzählt, der das gleiche 2017 passierte, aber da hatte die Gebärmutter Risse und die ist auch direkt wieder schwanger geworden. Aber bei ihr hatte meine Ärztin natürlich Angst wegen der Risse, aber das ist bei mir nicht der Fall, daher hat sie keine Bedenken.

Dann habe ich auch eine Überweisung zum Hämostaseologen bekommen. Der Termin ist am 06.02. da bin ich mal gespannt, was dabei rauskommt. Ich hoffe ja nichts! Lolo, hast du nicht auch noch auf ein Ergebnis gewartet? Habt ihr die bereits erhalten?

Wir haben auch schon über eine Folgeschwangerschaft gesprochen und sie hatte mir das teilweise Beschäftigungsverbot vorgeschlagen. Was ich glaube auch machen würde. Das ist eine gute Alternative. Ganz zu Hause bleiben könnte ich auch nicht, weil mir sonst die Decke auf den Kopf fallen würde, aber diese Variante bremst mich ein bisschen, was gut ist. Während der Schwangerschaft mit Leni hab ich zu viel gearbeitet und zu viel Stress gehabt auf der Arbeit. Meine Kollegen konnten auch nicht verstehen, wie die mich so viel arbeiten lassen konnten. Aber ich sehe, dass wir wohl alle solche Workaholics sind ;) Mittlerweile mache ich mir deswegen auch Vorwürfe, dass ich so viel gearbeitet habe und ständig unter Stress stand. Ich hoffe sehr, dass ich unserer Maus nicht geschadet habe. Ich vermisse Sie so sehr :( Sie fehlt einfach ständig und überall. Alles ohne sie fühlt sich falsch an. Aber dieses Gefühl kennt ihr nur zu gut!

Mir fällt noch eine Geschichte ein. Im Krankenhaus bei der Nachuntersuchung hatte eine junge Ärztin zu mir gesagt, dass ich jetzt mindestens ein Jahr mit einer neuen Schwangerschaft warten müsse. Da ist für mich eine
Welt zusammengebrochen. Wir sind aus dem Zimmer raus und ich habe direkt zu meinem Mann gesagt, dass kann die vergessen, ich werde doch kein Jahr warten, bis wir es wieder versuchen, weil die dann auch anfing, dass ich mit meiner FÄ über Verhütung sprechen solle. In dem Moment habe ich gedacht, dass etwas mit mir nicht stimmt, weil ich direkt schon an einer Folge-SS gedacht habe. Aber als ich hier im Forum all die anderen Geschichten gelesen habe und der Austausch mit euch, zeigt mir, dass dieser Wunsch ganz normal ist. Und das beruhigt mich.

Wir haben auch über meinen Wiedereinstieg bei der Arbeit gesprochen. Mein Mutterschutz endet am Dienstag und ich habe bis Ende Januar eine Krankschreibung bekommen, weil ich mich nicht bereit fühle, jetzt schon wieder in den Alltag zu starten. Dann hatte sie vorgeschlagen, mich danach weiter krank zu schreiben oder ich fange, wie du Anna, mit dem Hamburger Modell an. Was ich gerne auch so machen würde.

Am Mittwoch hatten wir unseren ersten Termin beim Psychotherapeuten. Das war ganz gut, einfach mal alle seine verrückten Gedanken los zu werden. Er hatte sich nach unserem ersten Treffen in diese Thematik eingelesen und hatte uns auch gesagt, dass das einzige, was wirklich hilft Zeit und eine schnelle Folgeschwangerschaft ist. Deswegen haben wir auch viel darüber gesprochen und er sagt auch, dass es gut ist, so früh darüber nachzudenken, weil dass ein Schritt in die Zukunft ist. Und es ist wichtig, dass man in die Zukunft blicken kann. Deswegen mache ich mir nicht mehr solche großen Vorwürfe, an ein neues Baby zu denken, weil meine Leni-Maus doch mein Baby ist und im Normalfall hätte ich jetzt noch nie an eine neue Schwangerschaft gedacht. Aber das Schicksal hat es wohl anders geplant!

Ann-Kathrin

unregistriert

32

Freitag, 11. Januar 2019, 18:19

Teil 2

Danke Anna, dass du viel an mich denkst. Die Fotoecke haben wir aus zeitlichen Gründen noch nicht eingerichtet. Aber wir haben schon ein paar Fotos ausgedruckt und eingerahmt. Wir haben im Krankenhaus die Bilder selbst gemacht. Da wussten wir noch gar nicht, dass es die Sternenkindfotografen gibt. Von denen haben wir erst von unserem Bestatter erfahren. Wir haben Bilder von ihr beim Bestatter machen lassen. Die sind wirklich schön geworden. Habt ihr auch welche von den Sternenfotografen machen lassen? Ich habe aber eine Art Tagebuch angefangen, um all meine Gefühle und Gedanken aufzuschreiben. Und vor allem schreibe ich Lenis und unsere Geschichte auf, weil alles perfekt war und ich es ihr niemals erzählen kann. Ich hänge sehr unserer Geschichte und oft kommen aus dem Nichts wie so eine Art Flashbacks mit Momenten aus der Schwangerschaft.

Und ich habe für sie eine Box gemacht, wo ich alle Erinnerungen wie den Mutterpass, ihre ersten Söckchen, usw. rein tue. Habt ihr auch sowas oder was habt ihr gemacht, um eure Mäuse in Erinnerung zu behalten?

Es ist genau so, wie du es beschreibst, liebe Anna. Man bereitet sich in der Schwangerschaft auf das Leben mit Kind vor, d.h. schlaflose Nächte, das Kuscheln mit den Kleinen, das Stillen, und von jetzt auf gleich wird dieser Traum zerstört und es ist wirklich schwer, das zu akzeptieren. Aber nur durch den Tod unserer Kinder vergeht dieser Wunsch nicht. Im Gegenteil bei meinem Mann und mir ist er noch größer geworden. Und du hast Recht LoLo, ich bin sehr ungeduldig und wenn etwas nicht so klappt, wie ich das will, dann macht mich das verrückt. Im Moment ist es mein Zyklus. Wenn der wenigstens so laufen würde, wie ich es gerne wollte, dann wäre schon eine Last von mir gefallen. Die Trauer für unsere Tochter wird uns ein Leben lang begleiten und wenn ich könnte, würde ich alles tun, um die Tatsache zu ändern, aber das kann ich nicht. Daher müssen wir lernen mit dieser Tatsache zu leben und vorsichtig in die Zukunft zu blicken und ich denke, das einzige, was uns positiv in die Zukunft blicken lässt, ist eine Folgeschwangerschaft. Auch wenn der Gedanke manchmal weh tut über ein anderes Baby nachzudenken.

Es ist beruhigend zu lesen, dass ihr, Anna und Eulenmama, ein Stück weit wieder die "alten" geworden seid. Das kann ich mir im Moment überhaupt nicht vorstellen. Oft frag ich meinen Mann auch, ob wir jemals wieder glücklich sein werden wie früher. Wenn ich mir die ganzen Geschichten hier im Forum durchlese, wo die Sternenmamas alle noch mehrere Folgewunder bekommen, dann lässt mich das hoffen, weil in ihren Zeilen kann man das Glück herauslesen, nachdem sie endlich wieder schwanger wurden und dann ihre kleinen Wunder endlich in den Armen halten durften. Manchmal macht mir das aber auch Angst, weil es sich so anfühlt, als würden die ihre Sternenkinder gar nicht mehr "beachten". Aber wahrscheinlich ist das einfach die Zeit, die die Vergangenheit in den Hintergrund drängt.

Liebe Eulenmama du beschreibst es genau passend, dass alles was man tut, sich einfach falsch anfühlt.Ich "schäme" mich im Moment draußen rumzulaufen, weil mein Bauch weg ist, aber kein Baby ist da. Ohne den Bauch fühle ich mich so nackt. Und irgendwie ist es so, als wäre Leni aus meinem Bauch gerissen worden. Wir waren doch noch nicht bereit und schon gar nicht, waren wir bereit getrennte Wege zu gehen. Dieses Gefühl ist nur schwer zu ertragen. Daher bin ich zurzeit lieber zu Hause. Vor allem kommt immer der Gedanke, wenn man draußen ist, dass man eigentlich eine Mama ist und ich bereits eine wunderschöne Tochter auf die Welt gebracht habe, aber niemand sieht das. Das tut weh. Aber du hast recht liebe Eulenmama, dass man seinen Weg als Sternenfamilie finden muss. Das ist wohl unser aller Lebensaufgabe geworden.


Bezüglich der Sorgen, die uns nun mal alle in einer Folge-SS begleiten werden, zwar jeden auf seine Weise, aber wir alle haben sie, weil uns das Schicksal einfach ein Strich durch die Rechnung gemacht hat, habe ich mit meiner Hebamme lange gesprochen. Sie sagte auch, das eine Schwangerschaft immer ein Wunder ist und man eigentlich nur hoffen kann, dass alles gut geht. Zum Glück gehen die meisten Schwangerschaften gut aus, aber es ist nicht selbstverständlich. Wir haben keinen Einfluss darauf, wie sich die Schwangerschaft und das Baby entwickeln und das ist für uns Menschen nur schwer zu begreifen, weil wir immer die Kontrolle haben wollen. Aber das ist ein Ereignis bei dem wir machtlos zu sehen müssen, wie die Natur ihre Arbeit macht. Nur haben wir leider erfahren, dass die Natur es nicht immer gut mit einem meint. Und deswegen werden wir eine Schwangerschaft immer mit anderen Augen sehen als die normalen Schwangeren. Aber wir müssen uns und unseren (zukünftigen)-Babies vertrauen, dass es diesmal gut gehen wird. Da glaube ich ganz fest dran. Und die Schwangerschaft ist etwas so tolles. Wir dürfen erleben, wie neues Leben in uns wächst und das sollten wir genießen!

Genauso ist es auch mit der Frage Warum ist das passiert. Da haben wir auch viel mit dem Therapeuten drüber gesprochen. Er sagt, dass es in der Natur des Menschen liegt, dass wir für alles eine Antwort haben wollen, um die Welt zu verstehen, aber so läuft es nicht. Es gibt viele Dinge, die einfach nicht erklärbar sind. Diesen Gedanken muss ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, wenn ich mal wieder an der Warum-Frage hängenbleibe. Auch wenn es schwer fällt.

LoLo, was für eine schöne Idee mit den Raketen zu Silvester. Und es freut mich sehr, dass ihr das Herzchen schon schlagen gesehen habt. Hast du nicht Mitte Januar noch einen Termin? Dann musst du unbedingt berichten.

Habt ihr eure Mäuse eigentlich beerdigen lassen? Wir haben Leni beerdigen lassen und besuchen sie jeden Tag. Vor zwei Wochen haben wir ihr Grab gemacht, weil die Gestecke von der Beerdigung nicht mehr schön waren. Das war echt eine riesen Herausforderung. Am Samstag ging es mir dann auch überhaupt nicht gut. Ich hatte einen kleinen Nervenzusammenbruch, weil ich das nicht verkraften konnte, das Grab meines Kindes "schön" zu machen. Ansonsten sprechen wir immer viel mit ihr wenn wir da sind. Das tut gut.

Zum Schluss wollte ich nochmal sagen, dass ich mich sehr freue, dass wir all unsere Gedanken, Ängste und Gefühle austauschen können. Es tut gut zu sehen, dass man nicht alleine ist und es andere gibt (leider), die einen verstehen.

@Anna & LoLo: wir warten immer auf Schwangerschaftsupdates! :)

Ein schönes Wochenende ihr Lieben.

Viele Grüße
Ann-Kathrin & Leni :) & auch von Lars (mein Mann besteht drauf ;))

LoLo

unregistriert

33

Sonntag, 13. Januar 2019, 18:39

Liebe Eulenmama,

schön finde ich, dass du mittlerweile wieder ein Stück du selbst geworden bist! Das macht Mut und hört sich sehr stark an! Mir geht es auch manchmal so, dass ich denke ich funktioniere nur wie eine Marionette. Machen mir die Dinge auch irgendwann wirklich wieder Freude?! Das habe ich aber meist in Momenten, in denen es mir eh schon nicht gut geht. Besonders aber an Wochenenden und im Urlaub merke ich auch wieder wie gut es mir geht und wie ich mich freue, eine tolle vergangene und eine tolle aktuelle Schwangerschaft zu haben und einen tollen Mann, auch wenn wir ein sehr schweres Jahr hatten. Wir haben aber dieses Jahr auch geheiratet und das ist wunderbar und ich bin so unglaublich dankbar, dass wir das alles überstehen und dass wir uns haben!
Ich wünsche auch dir, dass du bald ein Folgewunder erwarten darfst und dass du in der Wartezeit trotzdem Ruhe und Gelassenheit für dich finden kannst!



Liebe Anna,

was du über die Vorstellungen zum Elternsein schreibst, kann ich sehr gut nachempfinden! Das war für mich auch immer das größte Argument für eine Folgeschwangerschaft. Natürlich hat man diese Wünsche und Vorstellungen vom Elternsein noch und die kann ich auch immer noch mit einem Geschwisterkind erfüllen. Das gibt mir Hoffnung. Manchmal denke ich mir, dass ich tatsächlich mehr über diese Wunschvorstellungen trauere, als um meinen Sohn. Weil diese natürlich schon sehr konkret waren und auch sehr bildlich. Meinen Sohn kannte ich leider (mal abgesehen von seinen Bewegungen) eigentlich nicht. Ich hoffe das klingt jetzt nicht komisch für euch. Ich bin nur in meiner Denkweise oft sehr rational. Auch die Leere, von der du schreibst, empfinde ich oft sehr stark. Eigentlich ist alles so wie vor der ersten Schwangerschaft (ich habe meinen Mann, arbeite etc.), gleichzeitig ist nichts wie vorher. Und obwohl ich oft denke, "das ist doch alles scheiße!", "Ich will das so nicht!", versuche ich mir manchmal zu sagen, dass es einfach ok ist, so wie es jetzt ist. Es muss mir nicht gut gehen, ich muss es nur aushalten. Es wird irgendwann besser werden. Ich tendiere nämlich manchmal dazu mir zu sagen, dass es wieder besser sein muss und mich selbst zu "kritisieren", warum ich die Dinge denn manchmal nicht so gut genießen und glücklich sein kann. Und ich glaube genau diese Bewertung ist das Problem! Ich versuche mich dann weniger zu hinterfragen und einfach nur zu akzeptieren. Ähnlich wie man es auch im Bereich der Achtsamkeit macht: Nimm die Gedanken wahr, schenke Ihnen aber keine besondere Aufmerksamkeit und lass sie ziehen.

Ok, dann kann ich auch gut verstehen, warum es dir noch einmal schwerer fällt ausschließlich auf die Heparinbehandlung zu Vertrauen. Trotzdem ist es, wie du schreibst, auf jeden Fall gut, dass du nun eine Therapiemöglichkeit hast, die Vorteile bringt! Vertrauen in den eigenen Körper zu haben ist außerdem eine wichtige Stütze und vielleicht auch Vertrauen in dein zweites Baby zu haben. Mir hilft es auch sehr, wenn ich Rückmeldungen von Ärzten bekomme und es bei den Untersuchungen "gute Ergebnisse" gibt. Das erleichtert mich erstmal. Jeden Tag geht es mir besser mit der Schwangerschaft und jeden weiteren Tag, an dem "nichts" (keine Blutungen z.B.) passiert geht es mit gut und ich baue Vertrauen auf. Ich glaube es wird nach der 12. Woche wieder besser werden. Zwei Frauen in meiner Selbsthilfegruppe waren auch wieder schwanger und hatten beide Fehlgeburten. Das macht mich immer sehr traurig und zeigt mir umso mehr, dass es schwer ist, sich sicher zu sein. Aber mir hilft auch, wie dir, die Kombination aus Fachmenschen, Familie und Freunde, die mich unterstützen und mir immer wieder die Dinge sagen, die ich hören muss und die ich mir aber nicht immer selber sagen kann. Ich habe sehr gerne Kontrolle über mein Leben und bisher ist einfach immer alles so gelaufen, wie ich es geplant hatte und daraus habe ich immer viel Kraft geschöpft. Daher gilt für mich vermutlich weniger, dass Kontrolle nicht hilft. Mir geht es immer gut damit. Dann kann ich entscheiden, wie es weitergehen soll, statt mit der Situation einfach plötzlich umgehen zu müssen.
Nein, vor etwas Konkretem habe ich keine Angst. Ich habe, wenn ich Angst habe, eigentlich Angst vor allem, was in der Schwangerschaft Negatives passieren kann (also in Richtung schwere Erkrankung und Tod). Wobei aktuell ist es doch eher der Gedanke an eine Fehlgeburt, der sehr präsent ist. Ich träume auch davon und die Träume sind sehr realistisch. Sie fühlen sich sehr real an. Ich glaube das Thema beschäftigt mich einfach sehr, momentan. Diese Ängste sind bei mir aber nicht wirklich realistisch, weil ich weiß, dass hormonell und medizinisch in der Richtung nichts ungewöhnlich ist und ich auch noch nie eine Fehlgeburt hatte. Ich glaube einfach, dass sich mein Vertrauen erst wieder Stück für Stück aufbauen muss.




Liebe Ann-Kathrin und lieber Lars,

wie schön, dass ihr euch eine kleine Auszeit gegönnt habt. Mir haben Urlaube und Ausflüge immer gut geholfen, die leere und stille Wohnung aus meinen Gedanken zu verbannen. Ich bin immer sehr hin und her gerissen, wenn ich Schwangere und Mütter mit Babys sehe. Schwangere sind für mich irgendwie schlimmer. Auf der einen Seite versuche ich die Menschen aber getrennt von mir zu sehen und auch, wenn jemand mit seinem Kind anders umgeht als ich es tue, mir zu sagen: Jeder Mensch ist anders und ich möchte niemanden verurteilen, dessen Hintergründe ich nicht kenne. Andererseits hätte ich natürlich selber gerne diese Situationen und stelle mir vor wie ich es "besser" machen würde. Mir hat am Anfang geholfen, dass ich mir gesagt habe, das ist ja nicht mein Kind, dieses Kind will ich nicht, sondern meins. Ich bin ja nur neidisch auf deren Situation und die kann ich selber auch noch haben! Manchmal erschreckt mich auch, dass ich in Bezug auf andere denke: Seid lieber froh über euren Zustand (schwanger oder mit Kind), wer weiß wie lange ihr das noch habt. Genießt es doch mal mehr, statt euch so viel zu beschweren!

Wie schön, dass körperlich/medizinisch soweit alles gut ist und dein Körper sich gut zurückbildet! Willst du auf deine erste Periode warten, damit deine Gebärmutter wenigstens einen Zyklus hatte? Prinzipiell kannst du ja auch schon vor der ersten Periode schwanger werden, auch wenn du deine fruchtbaren Tage nicht genau kennst. Ich hoffe jedenfalls für euch, dass ihr euch nicht zu großen Druck macht (leichter gesagt als getan!) und auch auf eure Bedürfnisse als Paar achtet und nicht nur auf den Kiwu. Ich würde aber sagen, wenn soweit alles gut aussieht, los gehts! :) Ich drücke euch die Daumen!

Über Stress durch die Arbeit solltest du dir keine Sorgen machen! Der Körper meldet sich in der Regel, wenn es zu viel wird (Kopfweh, Blutungen etc.) und dann muss man sich halt schonen! Ich war ja quasi die ganze Schwangerschaft Zuhause und hatte 0 Stress und das alleine hat aber leider auch nichts verhindern können. Also glaube ich, was dir gut tut, tut auch deinem Baby gut! Und jeder hat auch eine andere Stressgrenze!

Wie schön, dass ihr einen verständnisvollen und wohlwollenden Therapeuten gefunden habt. Es ist besonders in unserer Situation wichtig, sich auf die positiven Dinge (auch Wünsche) zu konzentrieren! Ja, das war bei mir im KH leider auch so. Direkt nach der OP, nach der ich erfahren musste, dass unser Sohn gestorben ist hat man mir dieses eine Jahr Wartezeit auferlegt. Ich habe es auch sehr gefühlskalt und unglaublich empfunden. Aber dazu sind sie einfach verpflichtet. Ein paar Tage später habe ich mit einer anderen Ärztin im KH noch darüber gesprochen und auch über den Hintergrund. Da war mir aber eigentlich klar, dass ein halbes Jahr reicht.

Wie, schön dass ihr mehrere Wege für euch gefunden habt, Orte für eure Leni zu haben. Wir sind da eher pragmatisch. Wir haben ein Foto aufgestellt und machen immer eine Kerze zum Essen für ihn an. Aber wir haben keinen "besonderen" Ort.

Wir warten tatsächlich auch noch auf unser letztes genetisches Ergebnis, den Array-Test und hoffen nächste Woche mehr zu wissen. Ja, nächste Woche habe ich meinen Frauenarzttermin und meinen Hebammentermin. Danach kann ich gerne berichten. Bisher gibt es ansonsten nicht viel Neues. Ich freue mich, dass noch alles gut ist und mir weiterhin schlecht wird beim Zähneputzen :). Das interpretiere ich als gutes Zeichen.



Wir haben unseren Sohn in einem Bestattungswald beerdigen lassen. Dort gibt es sogenannte Sternenkinderbäume. Da ist er nicht so alleine und da wir selber gerne in der Natur sind, passt dieser Ort für uns wunderbar. Wir verbinden das immer mit einem langen Spaziergang. Wenn wir ihn besuchen bringen wir immer etwas aus der Natur mit. Dort darf man keine Kerzen oder Gestecke oder Sträuße hinlegen, weil es einfach ein natürlicher offener Wald ist. Aus dem Urlaub haben wir z.B. kleine Muscheln mitgebracht und nach Weihnachten einen Zweig von unserem Baum. Mir war wichtig, dass es ein fröhlicher Ort ist, an den man theoretisch zu jeder Tageszeit hin kann, weil er einfach keine Schließzeiten hat. Außerdem wollte ich, dass es für Folgekinder auch schön ist dort hinzukommen (es gibt einen Spielplatz in der Nähe und der Wald an sich ist ja schon spannend!).


Alles Liebe,
LoLo

Dagmar

unregistriert

34

Montag, 14. Januar 2019, 21:53

So viele Gedanken .... als ob es gestern geschehen wäre

Liebe Sternenkinder-Mamis,
Ich habe mich in euren Berichten gerade wiedergefunden, vieles wurde wieder aufgewühlt. Warum ich hier eure Berichte, eure Lebensgeschichten lese? Auch wir mussten unseren Mathias still zu Welt bringen .... in der 41. SSW (wir warten noch, für eine Einleitung ist es zu früh ...) ... unechte Nabelschnurknoten . .. unterernährt ... letztendlich erstickt ... die letzte Untersuchung ein CTG, alles normal, ein Ultraschall "nicht nötig" .... sein wildes Strampeln dann am Abend ("ah, ein kleiner Fußballer") ... ich hab es nicht bemerkt, nicht gefühlt, dass unser Kind in diesem Moment um sein Leben kämpfte. Am nächsten Tag zu ruhig, schlaft wohl noch. Zu Mittag innere Unruhe, da stimmt was nicht .... Spital, CTG ... keine Ableitung möglich .... Ultraschall ... alle Augen auf den Bildschirm fixiert ... eigentlich musste man uns nichts mehr sagen ... wir sahen es ... nämlich nichts, keine Bewegung, kein Herzschlag. Unsere Welt brach zusammen, unbegreifbar, Ohnmacht, Tränen, warum unser Kind, warum wir .... dann: was hab ich falsch gemacht? Hab ich was falsch gemacht? Wer hat uns dieses Glück nicht vergönnt? Irrationale Gedanken. Keine Antworten. Die Geburt wurde eingeleitet ... sensible, einfühlsame Hebamme .... als sie Mathias vorsichtig in meine Arme gelegt hat, hat sie mit uns geweint. Auch wir haben darauf gewartet, dass er schreit, brüllt, sich ins Leben kämpft. Diese Stille ... wir konnten sie fühlen ... auch heute noch. Wir haben uns und ihn umarmt, seine Finger und Zehen gezählt, an seinen dunklen Locken geschnuppert, sein süßes Gesicht in uns aufgesaugt um ja nichts zu vergessen. Ihn wieder gut in die Decke gewickelt , er sollte nicht frieren ... noch heute spüre ich seinen Kopf schwer auf meiner Brust liegen. Dort wo jetzt zwei Rosen, ein Schmetterling und sein Geburtsdatum verewigt sind. Mein Mann, sein Papa, an meiner Seite, Tränen laufen ihm übers Gesicht. Abschied nehmen .... ein nie gekannter Schmerz ... loslassen, was man noch gar nicht richtig festhalten durfte. Begreifen ... ein Abschied für immer ... Leere ... 3 Fotos hat die Hebamme gemacht .... eine weiße Rose hat sie neben Mathias gelegt, die einzige "begreifbare" Erinnerung. Am nächsten Tag beim Pathologen: kein Hand-/Fußabdruck möglich "der liegt ja schon auf Eis" ... vielen Dank für Ihr Mitgefühl, A..schl..ch! Zorn, Hilflosigkeit! Nach Hause kommen ohne Baby, die Blicke und leeren Sprüche ertragen müssen, ich will schreien, um mich schlagen, davonlaufen, festgehalten werden, unseren Buben im Arm halten .... Freigabe zur Beerdigung erkämpft, mit dem Bestatter endlose Diskussionen ... wir wollten doch nur einen Platz für unser Kind, unser Kind das lt. Gesetz nicht mal einen Namen haben durfte, männlich-todgeboren am ... steht da am Totenschein, keine Geburtsurkunde, habe ich nicht geboren? Unpersönlicher ging es kaum. Wir wollten nur noch unsere Ruhe. An die Beerdigung keine Erinnerung ... wie in Trance ... wir wollten nur beide dem Sargträger unser Kind entreißen ...ihn selber tragen, unser Kind, unseren Mathias ... hätten wir 's doch nur getan ...
Das Leben ging weiter und Mathias bliebTeil unseres Lebens ... bis heute. Viele Gespräche, enger zusammengerückt ...einige "Freunde" verloren, konnten nicht verstehen, dass man nach einem halben Jahr immer noch DARÜBER spricht ... andere Freunde gefunden und behalten .... nach 9 Monaten wieder schwanger, anstrengende Schwangerschaft, nur Angst, Panik, Geburt auf unseren Wunsch am Termin eingeleitet, gesunder Bub, Dankbarkeit, Glück, immer noch Angst ... darf ich Nähe zu ihm zulassen? Wenn ich ihn zu sehr liebe, und auch er wird mir wieder weggenommen, das halte ich nicht nochmal aus ... Entspannung, endlich Familie! Nach weiteren 2,5 Jahren Kind Nr. 3 ... wieder ein Bursche! 2 wunderbare Kinder ... heute 18 und 20 Jahre alt, großartige Jungs, g'standene Mannsbilder, die mit dem Wissen um den "großen Bruder" aufgewachsen sind, die an seinem Geburtstag immer eine gemeinsame Jause mit Geburtstagstorte gefordert haben. Vor ein paar Jahren denn die Frage des Älteren: "Du, Mama, tut es dir leid, dass Mathias gestorben ist? Würdest Du wollen, dass Mathias heute da wäre?" Natürlich ist es traurig, dass er nicht da ist, sicher vermisse ich ihn, aber wäre er da, gäbe es seine wunderbaren Brüder wahrscheinlich nicht, und wir würden die beiden um keinen Preis der Welt mehr missen wollen! Also kein was wäre wenn, so wie es ist, ist es gut. Wir haben gelernt damit zu leben. Jedes Jahr wurde es besser ... vergehen wird der Schmerz wohl nie.
Am Freitag ist es wieder so weit ... 22 Jahre ... und manchmal schmerzt es, als ob es gestern gewesen wäre.
Danke, dass ich die Geschichte unseres Stenchens Mathias hier niederschreiben durfte! Das hat gut getan, nach all den Jahren.
Ihr macht alles richtig, liebe Sternenkinde-Mamis .... richtig ist es nämlich dann, wenn ihr, und nur ihr, es als richtig und gut empfindet. Ich wünsche euch allen von ganzem Herzen, dass ihr bald die Freuden des Elterseins erfahren dürft. Bewahrt euch die Erinnerung an eure Sternchen in euren Herzen, sie sind etwas ganz Besonderes! Haltet zusammen, erlaubt euren Partnern auf ihre Art zu trauern und findet einen gemeinsamen Weg die Trauer auszuleben, egal was die anderen sagen.
Ich umarme euch und Eure Sternchen, herzlichst Dagmar

Maria

unregistriert

35

Dienstag, 15. Januar 2019, 01:04

Alles Gute zum Geburtstag

Lieber kleiner, großer Mathis,
nachträglich alles erdenklich Liebe zu Deinem Geburtstag!!!

Mathis, ich habe gerade sehr ergriffen Deine Geschichte gelesen. Du kannst sowas von stolz auf Deine Eltern sein.
Sie haben sich immer zu Dir bekannt, für Dich gekämpft. Trotz der schweren Zeit, die sie nach Deiner Geburt durchmachten waren sie als Eltern für Dich immer da. Oh ja, es ist schwer zu sehen, wenn Freunde sich von einem abwenden, emotional erstarrte Menschen die Geburtsurkunde verweigern - so eine kleine Geste, die wirklich nicht viel Arbeit macht (die Geburtsurkunde für unseren Sohn Benedikt sollte nicht ausgestellt werden, weil wir damit Geld sparen würden. Es handelte sich dabei um einen absolut windigen Betrag).

Deine Brüder haben gelernt, zu Dir zu stehen, das ist keineswegs selbstverständlich sondern etwas ganz Großes. Für Geschwister von Sternenkindern ist es nicht immer leicht, aber Deine Brüder haben es eben nicht nur von ihren Eltern gelernt Dich zu achten sondern fühlen sich Dir verbunden. Das ist viel mehr als Lernen, das ist eine Herzensangelegenheit.

Und was ich besonders schön finde: Trotz aller Widrigkeiten haben Deine Eltern Dir einen Namen gegeben. Er passt bestimmt sehr, sehr gut zu Dir. Du wirst immer ihr Kind Mathis bleiben, egal wie groß Du mittlerweile bist. Mag die Geburtstagsparty im Himmel heute auch noch so wild ausgefallen sein .

Die Liebe Deiner Eltern ist aus jeder Zeile Deiner Mama zu spüren.
Nochmals herzlichen Glückwunsch
Maria

LoLo

unregistriert

36

Dienstag, 15. Januar 2019, 19:35

Liebe Dagmar,

es tut mir sehr leid, dass euer Mathias nicht bei euch sein kann. Es freut mich aber, dass du deine Geschichte mit uns teilst und es dir gut tut alles einmal aufzuschreiben. Auch nach so langer Zeit! Es ist schlimm, wie unwürdig ihr im Krankenhaus behandelt wurdet! Ich finde, dass selbst heute noch vieles verbessert werden könnte in Bezug auf die stille Geburt und die Nachbetreuung im Krankenhaus, aber zumindest habe ich das Gefühl, dass das Bewusstsein größer wird. Und mittlerweile lernen auch die Hebammenschülerinnen dieses Thema in Ihren Curricula. Wie schön auch, dass dein Mathias nach all den Jahren noch so präsent geblieben ist und ihr ihn so in euer Familienleben aufgenommen habt! Das wünsche ich mir auch für die Zukunft. Und zu guter Letzt macht deine Geschichte natürlich Hoffnung auf ein Leben voller Liebe für unsere verstorbenen und hoffentlich bald gesunden und lebendigen Kinder. Ich freue mich, dass du noch 2 tolle Söhne bekommen hast!

Kleines Update:
Ich war gerade beim Frauenarzt. Unserem Baby geht es gut! Das Herzchen schlägt weiterhin (wir konnten es sogar schlagen sehen) und es ist zeitgerecht entwickelt. Mein Arzt hat mir auch direkt die Option vorgeschlagen jederzeit ein Beschäftigungsverbot zu bekommen, wenn ich möchte. Was mich sehr entlastet hat und auf Nachfrage wurde ich direkt als Risikoschwangere eingestuft. Auch wenn ich vielleicht nicht alle Termine nutzen möchte ist es schön zu wissen, dass ich die Möglichkeit habe. Nun sind wir doch beide sehr erleichtert fürs Erste wieder eine positive Nachricht zu haben und ein weiteres "Zwischenziel" auf unserem Schwangerschaftsmarathon geschafft zu haben!
Die Ergebnisse der genetischen Untersuchung werden noch ein paar Wochen dauern. Ich melde mich dann.

Ich hoffe euch geht es gut?

Alles Liebe
LoLo

Ann-Kathrin

unregistriert

37

Dienstag, 15. Januar 2019, 22:49

Liebe Dagmar,

vielen Dank für deine Geschichte, die mir zeigt, dass es das Leben auch nach so einem Schicksalsschlag wieder gut mit einem meint. Es ist schön, dass du dir das nach so langer Zeit von der Seele schreiben konntest. Es freut mich zu hören, dass eure Jungs mit dem Wissen über den großen Bruder aufgewachsen sind. Das finde ich wichtig. Schließlich gehört auch das zu unserem Leben. Aber genau vor der Frage, die Dir dein Sohn gestellt hat, hab ich später Angst. Ich hab Angst, dass unsere hoffentlich Folgewunder sich als „Ersatzkind“ fühlen. Denn das sind sie auf keinen Fall! Und so wie es sein wird, wird es gut sein.

Es ist schlimm, dass es früher niemanden interessiert hat, wenn so etwas passiert ist. Leider ist es heute immer noch ein Tabu-Thema, aber zum Glück gibt es mittlerweile ein Gesetz, dass Babies ab 500gr als „Mensch“ betrachtet werden und es Geburtsurkunden gibt und man die kleinen ohne Probleme beerdigen lassen kann. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie schlimm es damals für euch war, um so banale Dinge kämpfen zu müssen. Ich ziehe meinen Hut, dass ihr das trotz der Widrigkeiten erreicht habt. Wenn du mal wieder das Bedürfnis hast, deine Gefühle oder Gedanken los zu werden, du weißt, wo wir sind ;)

Liebe LoLo,

erst mal schön, dass du so schnell von deinem Termin berichtest. Es freut mich, dass alles gut ist und ihr das Herzchen habt schlagen sehen :)

Wenn du merkst, dass es dir mit der Arbeit zu viel wird, dann würde ich von dem Angebot auch Gebrauch machen. Du hattest doch deinen Arbeitsplatz gewechselt oder? Bist du dann in ein neues Unternehmen? Und weiß dein neuer Arbeitgeber von der Geschichte?

Ich hatte meine Ärztin auch gefragt, ob ich dann als Risikoschwangere eingestuft werde und sie meinte ja, damit wir mehr von der Krankenkasse bezahlt bekommen und ich öfter kommen kann :) aber das finde ich auch nicht schlimm. Weißt du, was man als Risikoschwangere für Extras bekommt? Das glaub ich dir, dass ihr jetzt erleichtert seid und Dir alle Möglichkeiten offen stehen. Besser geht es nicht.

Den Gedanken habe ich auch oft, wenn ich Schwangere oder Mütter mit Kinderwagen sehe. Aber dann sag ich mir, es bringt ja nichts, z.b. Schwangeren unsere Geschichte zu erzählen. Die sollen weiterhin in der „naiven“ Welt leben, weil das, was uns passiert ist, nicht üblich ist. Es ist normal, dass Frauen schon seit Jahrhunderten gesunde Kinder auf die Welt bringen. Das sag ich mir sehr oft, auch in Bezug auf eine neue Schwangerschaft. Es ist normal, dass alles gut geht!

Bzgl. Der Folgeschwangerschaft lassen wir es drauf ankommen. Wir haben ja das Go von der Ärztin bekommen und die Gebärmutterschleimhaut war auch schon gut aufgebaut. Und dann werden wir sehen, wie es kommt. Der Körper wird es schon richten. Wenn er noch nicht so weit wäre, dann würde er keine Follikel reifen lassen. So sehe ich das. Der Körper weiß am besten, was er kann und was er nicht kann. Mein Mann sagt auch immer, dass damals die Frauen im Krieg und danach ein Kind nach dem anderen bekommen haben und das hat auch alles funktioniert. Aber wie du schon sagst, es ist wichtig, dass nicht immer der KiWu im Vordergrund steht.

Du hast recht, wenn mir der ganze Stress auf der Arbeit geschadet hätte, dann hätte mein Körper oder Leni mich das schon wissen lassen. Ich brauch auch den Stress. Ich hasse Langeweile. Ich hab in der Schwangerschaft auch das ganze Kinderzimmer alleine gestaltet. Wir haben 2017 ein Haus gekauft und die Kinderzimmer waren noch im Rohzustand. Also habe ich im Sommer das Kinderzimmer fertig gemacht, Laminat gelegt, tapeziert, gestrichen, Leisten angebracht usw. während die Männer im Garten gearbeitet haben. Da haben die mich nicht dran gelassen, also musste ich mich anders beschäftigen. Und Leni fand das immer gut. In der Zeit, wo ich gearbeitet habe, war sie immer friedlich am Schlafen. Sobald ich mal Pause machen musste, war direkt Party im Bauch. Das war immer schön.

Das ist eine schöne Idee mit dem Waldfriedhof, das hatten wir auch überlegt. Aber es gab keinen bei uns in direkter Nähe und für uns war es wichtig, dass Leni nah bei uns ist, so dass wir immer schnell hin können.

Die Übelkeit ist immer ein gutes Zeichen. Auch wenn man das in dem Moment nicht so toll findet. Ich kann dir einen Tipp wegen des Zähneputzens geben. Mir wurde ja bei allem schlecht. Ich konnte nichts riechen, schmecken oder auch sehen ohne mich zu übergeben. Und Zähne putzen war ganz schlimm. Das war mehr ein Würgen als Putzen. Ich hab von meiner Ärztin den Tipp bekommen die Zahnpasta von Dentagard zu benutzen. Die hat nämlich nur natürliche Kräuter oder so. Kannst du ja mal ausprobieren. Bei mir hat es ganz gut geholfen, die fand ich nicht ganz so ekelhaft wie die anderen.

Morgen haben wir wieder einen Termin beim Therapeuten. Ich bin gespannt und werde berichten.

Anna, ist alles gut bei dir?

Alles Liebe euch.

Ann-Kathrin

Anna

unregistriert

38

Mittwoch, 16. Januar 2019, 15:57

Liebe Dagmar,

auch ich habe mit Tränen in den Augen Deine Erlebnisse gelesen und bin mit Dir traurig. Es ist ein unbeschreiblicher Schmerz. Deine Verzweiflung, dass wir so wenig greifbares von unseren Kindern haben, kann ich so gut nachvollziehen. Und ich wage es mir kaum vorzustellen, wie es für uns ohne die Unterstützung im Krankenhaus und danach gewesen wäre und für Dich in Teilen war. Ich war so hilflos und überfordert und was für Kräfte hast Du und habt Ihr aufbringen müssen. Umso wertvoller sind wahrscheinlich die Erinnerungen an die weiße Rose Eurer einfühlsamen Hebamme und die 3 Fotos. Du hast so viel für Mathias und Dich als Mutter und Euch als Eltern und Familie erreicht. An dieser Stelle von Herzen ein tiefer Dank an all Euch Vorkämpferinnen und an all die Initiativen, die es für Sternenkinder und uns Sterneneltern gibt!!!

Es freut mich umso mehr, dass Du in unserer Runde Deine Geschichte aufgeschrieben hast und sie mit uns geteilt hast. Es ist wunderschön zu lesen, wie Mathias einen Platz in Eurer Familie gefunden hat und mit Euch aufgewachsen und groß geworden ist. Wie Ihr Mathias Geburtstag feiert, gibt mir Mut und Vertrauen. Mein großes Vorhaben ist es auch, Amélies Geschwisterchen mit ihr aufwachsen zu lassen und dabei Schönes mit ihr zu verbinden, damit sie sich nicht wie ein Ersatzkind vorkommt und nur Traurigkeit mir ihr verbindet. Ich weiß noch nicht genau, wie, aber Amélies Geburtstag jedes Jahr mit ihrem oder ihren Geschwisterchen zu gestalten und zu feiern, finde ich wunderbar. Am Freitag werde ich eine Geburtstagskerze für Mathias hier anzünden, an Dich und Euch denken und mich freuen, dass unsere Kinder jetzt wohl einen großen Kumpel mit Mathias haben! Wie Du schreibst unsere Sternenkinder sind da und etwas Besonderes und riesengroße Schätze!!!

Von Herzen auch Dank für all Deine guten Wünsche an uns, alles Liebe
Anna

LoLo

unregistriert

39

Mittwoch, 16. Januar 2019, 17:54

Liebe Ann-Kathrin,


ja, davon werde ich Gebrauch machen, wenn es nötig ist. Da bin ich auch ganz klar. Nur möchte ich halt nicht, dass jetzt etwas passiert und ich ins Verbot gehe und dann doch wieder hin muss. Außerdem geht es mir gerade ganz gut und es macht Spaß je mehr ich eigenständig arbeiten kann. Ich habe es tatsächlich in die Bewerbung geschrieben, weil ich nicht wusste wie ich das eine Jahr nicht arbeiten anders belegen soll. Und ich mir dachte besser so, als im Vorstellungsgespräch drauf angesprochen werden. Außerdem dachte ich mir, wer mich deshalb nicht will, dort will ich auch nicht arbeiten. Im Vorstellungsgespräch kam dann die Frage, ob ich mich denn schon wieder fit genug fühle um so einen Job zu machen. Und da meinte ich nur, ich denke schon. Irgendwann muss es ja weitergehen und das wird sich halt zeigen. Der Job war mir auch relativ egal. Deshalb war ich da sehr locker.


Ich weiß nicht genau was du mit "Extras" meinst? Ich glaube nicht, dass es Vergünstigungen gibt. Als Risikoschwangere hat man einfach doppelt so oft Termine. Einen Extra-Ultraschall, aber den würden sie bei mir wohl eh immer machen, auch um nichts zu übersehen. Und ich darf halt zusätzlich immer ins Pränatalzentrum um alles noch mal klären zu lassen. Aber das sind ja auch immer sehr viele Termine und ob sie dann wirklich mehr sehen glaube ich nicht. Ich lasse mir das offen. Wenn ich panisch bin, dann mache ich das vielleicht mal, aber ansonsten nur die normalen Termine. Ich will halt auch nicht zwanghaft nach Fehlern suchen. Und bei 40 Stunden Arbeit die Woche sind ja auch die Routinetermine schon zeitaufwändig genug.


Wir haben ja auch schon alles fertig im Kinderzimmer. Zwar relativ pragmatisch, aber alles da. Wir haben das auch so gelassen. Ich habe nichts weggeworfen und würde das auch alles wieder benutzen. Mir macht es nichts aus die Sachen zu sehen. Ich habe dazu irgendwie nicht so wirklich einen emotionalen Bezug. Da denke ich eher praktisch und will die einfach wieder benutzen und habe die auch demonstrativ dort gelassen, weil ich ja schon geplant hatte, dass es schnell weitergehen soll bei uns. Wie macht ihr das?


Der Waldfriedhof ist leider auch von uns ein ganzes Stück weg. Aber ein Friedhof in der Nähe hätte uns auch nicht viel genützt, wenn die Öffnungszeiten dann so bis 17.30 sind. Dann kann man nur am Wochenende hingehen. Und dort ist es halt wirklich schön und irgendwie so ruhig. Und es ist ein Buchenwald, das mag ich sehr. Im Sommer Blätter und im Winter viel Licht. Nicht so düster.


Danke für den Tipp. Ich habe da auch schon viel ausprobiert in Richtung Zahnpasta. Das hat mir leider nicht so viel geholfen. Daran liegt es auch glaube ich nicht. Sondern einfach daran überhaupt etwas im Mund zu haben. Mir hilft eigentlich nur nach oben schauen und durch die Nase atmen :D. Aber würgen muss ich trotzdem jedes Mal.


Wie geht es dir denn, wenn du an die Arbeit denkst und dass es bald wieder losgeht? Freust du dich, oder belastet es dich eher?


Anna, weißt du eigentlich schon, ob du einen Jungen oder ein Mädchen erwartest (bin mir gerade nicht sicher, ob du dazu schon was geschrieben hattest). Und wie ist es bei dir so generell körperlich in der 2. Schwangerschaft? Ist dein Bauch schneller gewachsen? Hast du Beschwerden, durch die "schnelle" Schwangerschaftsfolge.


Alles Liebe
LoLo




Anna

unregistriert

40

Mittwoch, 16. Januar 2019, 18:42

Liebe Ann-Kathrin, liebe Lolo,

nachdem ich am Wochenende viel unterwegs war und bis gestern viele Termine hatte, habe ich mich heute sehr darauf gefreut, Euch zu schreiben; entschuldigt nur die späte Antwort. Ich habe viel Zeit zuletzt auf dem Sofa verbracht, da habe ich eine Rappel bekommen, musste etwas unternehmen und raus.

Ann-Kathrin, wie gut, dass ihr in Hamburg ward. Ich glaube auch, dass das hilft, auch wenn es am Anfang noch komisch ist. Ich kam mir bei unseren Ausflügen so vor, wie in einer Glaskugel, so dass ich nicht an der "wirklichen Welt" in der auch andere Eltern mit ihren Kindern sichtbar unterwegs waren teilhaben konnte und durfte. Irgendwie hat die Glaskugel mich aber auch abgeschirmt und geschützt.

Leider habe ich keine wirklich hilfreichen Tipps dafür, wenn man andere Schwangere und Eltern mit ihren Kindern sieht. Ich glaube, durch manches müssen wir einfach durch. In so Momenten habe ich wie Lolo aber oft daran gedacht, dass man ihnen ihre Geschichte auch nicht ansieht, auch sie könnten eine Sternenkind haben oder andere Erfahrungen gemacht haben. Ich habe immer versucht, für sie glücklich zu sein, denn unser Schicksal soll niemand teilen, und davon zu trennen, dass ich trotzdem traurig sein darf, weil sie mich daran erinnern, dass Amélie so nicht bei uns sein darf.

So, und was für gute Nachrichten! Ein sich bildender Follikel!! Das ist doch der Anfang von jedem kleinen Wunder. Ich finde es gut, dass Du Vertrauen in Deinen Körper hast, dass er den richtigen Zeitpunkt für eine neue Schwangerschaft findet. Falls es Dich irgendwie beruhigt, uns hat damals keiner der Ärzte oder doe Hebamme eine Wartezeit aus körperlichen, medizinischen Gründen empfohlen, wenn alles in Ordnung ist. Ich habe das vornehmlich im Zusammenhang mit einem Kaiserschnitt wegen der Operationsnarbe gehört. Alle haben uns Mut gemacht und uns nur empfohlen, solange zu warten, bis wir seelisch wieder bereit sind und ich mich körperlich dazu in der Lage fühle. An das ein oder andere erstaunte Gesicht, wenn ich dann gefragt habe, auch sofort wieder, kann ich mich aber trotzdem erinnern. Ich glaube, sie waren aber eher erstaunt, wie mutig wir sind und das wir uns die ganze Aufregung schon wieder zumuten.

Ich weiss, wirklich leichter gesagt als getan, aber habe Geduld mit Deinem Körper. Er hat die letzten Monate tolle Arbeit gemacht und für Leni gesorgt und macht sich jetzt auch schon wieder bereit. Meine Ostheopatin, zu der ich damals wegen Schmerzen im Iliosakralgelenk und überhaupt wegen meinem Körpergefühl gegangen bin, hat das immer wieder zu mir gesagt. Sie sagte damals auch, nachdem sie meine Gebärmutter behandelt hat, dass diese noch traurig und geschockt sei und noch nicht so weit wie mein Kopf sei. Das mag man jetzt eine komische Aussage finden, aber irgendwie konnte ich das nachvollziehen und ich konnte meine Gebärmutter sogar besser verstehen als meinen Kopf.

Es hört sich eh ganz danach an, dass ihr gerade viele gute Schritte macht. Hast Du auch den Eindruck? Das Gespräch mit Deiner Frauenärztin über die Folgeschwangerschaft, Deine Gedanken zum Wiedereinstieg und auch so gut, dass Ihr einen interessierten Therapeuten habt, der Euch hilft! Was er sagt, hört sich gut an. Es ist so gut Unterstützung zu bekommen. Wie gesagt, kann ich Dir das Hamburger Modell nur empfehlen. Ich bin auch so jemand, dem auf der Arbeit eher Grenzen gesetzt werden müssen (bei uns gibt es immer mehr Arbeit, als eigentlich erledigt werden kann), damit ich mich nicht überlaste. Mir nur vorzunehmen, auf mich zu achten, hat oft genug schon nicht gereicht, da haben mir die klaren Stundenregelungen geholfen. Das Hamburger Modell war auch für meinen Arbeitgeber besser, weil er so Ersatz einsetzen konnte und nicht die Verantwortung über meine Arbeitszeiten hatte.


Teil 2 folgt...