Sonntag, 5. Juli 2020, 21:37 UTC+2

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Puschel

unregistriert

41

Mittwoch, 14. Februar 2018, 20:51

Hallo Liomama und Eulenmama,

es tut mir leid das auch ihr eure Kinder nicht bei euch haben dürft und dann noch diese notsituation erleben musstet.

Ich habe meine kleine Tochter im september 2016 still in der 39 SSW mit einer natürlichen Geburt zur Welt gebracht. Ihr kleines Herzchen hat kurz vorher aufgehört zu schlagen. Und auch für mich war und ist es auch heute noch manchmal so unwirklich das mir das passiert ist. Die ersten wochen danach hatte ich immer wieder das gefühl das ich sie immer noch spüre.
Ich denke das einem grad die schwangerschaft so unwirklich vorkommt, weil man ja leider ohne Kind nach Hause musste, weil man all die dinge die man ja eigentlich mit seinem baby macht/erlebt halt leider nicht erfährt. Und auch das dieses Glücksgefühl was nach einer Geburt da ist nicht erfährt, da kein schrei kein augen öffnen kommt. Ich hoffe ihr versteht wie ich das meine.

Ich habe danach das Buch "Glück kommt selten allein" von
Eckart von Hirschhausen gelesen. Es war komisch wie zu treffend doch vieles ist, was darin steht.

Ich wünsche euch weiterhin viel Kraft, ihr seit sehr stark.

Lieben Gruß
Puschel

Benedikt mamq

unregistriert

42

Donnerstag, 15. Februar 2018, 14:47

Benedikt mama

Liomama,
Ich denke es ist bei jedem individuell. Mein Sohn Benedikt ist still natürlich zur Welt gekommen und ich hatte mich zu Beginn der Schwangerschaft viel befasst, da es ungeplant war. Somit hatte ich nie das unwirklich es Gefühl. Bei Paul, der Oktober 17 gesund per primärer Sectio geholt wurde, habe ich das Gefühl total oft. Also die Schwangerschaft kommt mir total unwirklich vor und oft muss ich mir klar machen, dass Paul unser Sohn ist. Ich habe aber auch die Schwangerschaft mit Paul aus Angst immer wieder verdrängt. Allerdings ist mittlerweile die Stille Geburt und die Zeit danach für mich unwirklich. Trotzdem vermisse ich Benedikt oft sehr und es fühlt sich an wie ein großes Loch, als ob ein Arm fehlt.
LG Benedikts Mama

Eulenmama

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43

Freitag, 16. Februar 2018, 10:01

Liebe Puschel & Benedikts Mama,

danke fürs Mitschreiben. Wie schön zu hören, dass ihr beide (bei Puschel weiß ich es aus Angelis Thread) doch auch Geschwister für eure Sternenkinder bekommen habt. Auch wenn bei jeder Mama die Geschichte etwas anders ist, macht es mir Mut.

Liebe Liomama,

seitdem ich wieder arbeite, komme ich leider kaum dazu, hier im Forum zu schreiben. So antworte ich auch erst jetzt auf deine Nachricht. Das Gefühl der Unwirklichkeit kenne ich auch gut und denke, es ist normal in unserer Situation. Uns ist doch außer der Bauchnarbe und dem wunden Herzen nicht viel zurückgeblieben, was uns an die Schwangerschaft erinnern würde... und dazu noch der Schock über den Tod unserer Kinder, so ein Cut muss sich auch irgendwo spiegeln. Diese Woche kam mir auch an einem Abend, als ich so müde war, der Gedanke: was war das letzte Jahr für eine Zeit überhaupt? Es fühlte sich wie eine Reise in eine andere Welt an. Man kommt zurück und alles scheint wie früher zu sein, man ist aber doch ein anderer Mensch. Ich habe auch etwas getrotzt, wozu soll das Ganze, ich habe von der ganzen Schwangerschaft nichts, nur die Narbe, die mir nur Sorgen bereitet, und das Gefühl, ich muss mich bei jedem auch so banalen Schritt tausendmal mehr anstrengen als früher. Alles gleich, nur ich etwas älter und gestört. Na toll. Heute bin ich aber schon wieder besser drauf und nehme es wieder gut an. Ich wollte nur sagen, dass die Wahrnehmung der "erfolglosen" Schwangerschaft schwankt von "war es nur ein Traum?" über "ich will das Ganze gar nicht, was soll's?!" bis hin zu "ich habe etwas erlebt und die Erinnerung bleibt mein inneres Feuerchen". So oder so ist ein Hauch der Unwirklichkeit oft da.

Sonst warte ich immer noch auf das Ergebnis der Gerinnungsdiagnostik (die Blutabnahme ist schon sechs Wochen her, was zaubern sie denn da?), darüber werde ich hier auch noch kurz berichten. Bis dann denke ich, dass jetzt meine Beiträge hier etwas seltener werden, mir fehlt gerade einfach die Zeit dazu. Es freut mich aber sehr, was für einen schönen Austausch es hier aus meiner ersten verzweifelten Nachricht geworden ist.

Alles Liebe!

Eulenmama

unregistriert

44

Mittwoch, 21. März 2018, 18:16

Nach einer längeren Pause bin ich wieder zurück, endlich liegt mir das Ergebnis der Gerinnungsdiagnostik vor. Sechs Seiten Papier, alles sei unauffällig.

Gerade kann ich nicht sagen, ob ich mich darüber freue oder nicht... also schon, es ist eine sehr gute Nachricht. Nur denke ich, was jetzt? Ich habe damit schon meinen Frieden gemacht, dass ich die eigentliche Ursache für den Tod meiner kleinen Eule wahrscheinlich nie erfahren werde. Natürlich mache ich mir aber Sorgen, dass sich das Gleiche wiederholen kann und ich nicht weiß, wie ich dem vorbeugen könnte.

Der einzige Anhaltspunkt bleibt die vermutete verschlechterte Durchblutung der Plazenta. Was die Ursache dafür war, wird mir niemand mehr sagen können.

Nun lasse ich es erst sacken und sehe dann. Sollte sich was interessantes wieder tun bei mir, berichte ich hier gern darüber.

Ich wünsche uns allen ganz herzlich eine richtig gute Frühlingszeit! Und viel Kraft...

Jonimami

unregistriert

45

Montag, 14. Mai 2018, 22:49

Bei mir ist es nun fast 5 Jahre her

Liebe Eulenmama,
ich gebe zu, ich bin nur noch selten hier im Forum und habe nur bruchstückhaft Eure Kommunikation verfolgt.
Ich hatte am 16. Mai 2013 eine Plazentalösung in der 41. Woche und habe auch alles untersuchen lassen, was man untersuchen kann. Herausgekommen ist einzig und allein eine sehr leichte Blutgerinnungsstörung, (von Willebrand-Syndrom), die man aber eigentlich nicht mit einer Plazentalösung in Zusammenhang bringen kann.
Und nun das Positive:
Trotz aller Zweifel und Ängste habe ich mich getraut, erneut schwanger zu werden.
Und der kleine Finn wird im Juni schon drei Jahre alt und bereitet mir täglich Freude.
So viele hier im Forum haben gesunde Folgekinder - auch trotz fehlender Diagnose.
Die heutigen Möglichkeiten der Medizin sind gut, aber ich habe mich damit abgefunden, dass sie nicht alles erklären können.Ich habe meine eigene Erklärung gefunden, mit der die Geschehnisse möglicherweise einen Sinn ergeben,

aber die sind wiederum medizinisch völlig haltlos. Sie helfen nur mir, zu akzeptieren, was geschehen ist und geben mir das Gefühl, es sei nicht umsonst geschehen.
Und für die Zeit, in der es Dir mal wieder schlecht geht (und das wird sicher immer wieder einmal passieren), möchte ich Dir eine Definition von Optimismus mitgeben, die ich in einem Seminar erfahren habe und die mir sehr gut gefallen hat:
Optimismus ist der Glaube daran, dass der aktuelle Zustand nicht andauert.
In diesem Sinne wünsche ich Dir, dass Du immer optimistisch sein kannst.

Liebe Grüße
Jonimami

Eulenmama

unregistriert

46

Samstag, 26. Mai 2018, 15:35

Liebe Jonimami,

ich nehme jetzt auch etwas Abstand vom Forum, gerade bin ich in einer Phase, wo mich all die traurigen Schicksale eher runterziehen. Umso schöner war es aber, deine Nachricht zu lesen. Eure Geschichte habe ich gelesen, als ich so sehr nach anderen Frauen mit einer Plazentalösung gesucht habe. Du hast auch schon etwas erlebt, Kreislaufzusammenbruch, Kreißsaal, last minute Not-KS, Blutkonserven... Und dann musste noch euer Flo gehen. Mit Finn seid ihr mein großer Mutmacher, wie alle Familien mit Folgekindern hier.

Bei der Ursachenforschung wollte ich vor allem klären (oder noch besser ausschließen lassen), ob es bei mir ein grundsätzliches Problem gibt, dass auf jeden Fall ein nächstes Mal im Auge behalten werden sollte. Ich habe ja keine lebenden Kinder und so nichts, worauf ich meine Zuversicht aufbauen kann. Irgendwann habe ich gedacht, wenn nichts gefunden wird, ist es auch gut, und man wird dann sowieso besser kontrolliert. Das letzte Ergebnis kam vor einer Woche und jetzt, nach etwas mehr als einem halben Jahr, habe ich die Puzzelstücke einigermaßen zusammen, glaube ich.

In meinem Fall muss ich - so die Ärzte - von einer schleichenden Plazentainsuffiziens ausgehen, da unsere Eule doch zu zierlich für ihr Alter war. Die Ablösung kann man dann eher als eine unglückliche Konsequenz einer gestörten Entwicklung und somit gestörten Funktion verstehen. Die Ursache dafür wird in der Frühschwangerschaft gesucht. Und zur Frage, was möglicherweise schief gelaufen ist, auch wenn man es eh nie wirklich wissen kann, aber immerhin: Ein Anhaltspunkt wären meine niedrigen Hämoglobinwerte (gegen 7g/dL - warum ist es meinem Gyn nicht aufgefallen?) von Anfang an und neu kam noch ein Fragezeichen in der Immunologie, eine deutlich erhöhte Abstoßungsreaktion der Partnerzellen. Der Arzt, der die Untersuchung gemacht hat, glaubt, die Ursache damit gefunden zu haben und dass eine weitere Schwangerschaft mit Immunoglobulinen unterstützt werden könnte - sollte.

Ich weiß noch nicht, was ich darüber denken soll, ich lasse es jetzt erst noch sacken. Diesen Sommer kann ich mir gerade sowieso nicht vorstellen, schwanger zu werden, auch wenn mein Mann schon über einen neuen Versuch spricht. Nach dem ersten Drang möglichst schnell ein Geschwisterchen zu basteln habe ich jetzt das Gefühl, dass mir noch ein paar Monate Warten gut tun würden. Um mich selbst mit dem Schwangerwerden nicht unter Druck zu setzen. Um noch etwas mehr Zeit nur für meine kleine Eule zu haben. Um wieder den Boden unter den Füßen mehr zu fassen. Und schaden kann es nicht, das eine Jahr nach dem KS abzuwarten. So jetzt meine Gedanken.

Danke für das Wort über Optimismus, es ist schön ausgedrückt.

Euer Finn wird schon drei Jahre alt, wie schön... Ich wollte auch immer drei Kinder haben, vielleicht wird es auch irgendwann noch klappen. Wünsche euch alles Liebe und fröhliche sonnige Tage!

Eulenmama

unregistriert

47

Samstag, 9. Juni 2018, 13:35

Liebe Jonimami,

mir ist erst im Nachhinein eingefallen, was ich letztes Mal geschrieben habe mit "auch drei Kinder" - natürlich ist es fünf bei euch, ich wollte keinesfalls so tun, als ob Jonas und Flo nicht als eure Kinder zählten. Ich meinte drei lebende Geschwister... Manchmal ist es auch für mich verwirrend. Ich habe mich dabei ertappt, dass ich wieder darüber nachgedacht habe, wie es bei uns so wird mit den Kindern und dass es sich wieder nach hinten verschiebt und wir immer noch keine Kinder haben und so weiter - und gleich ging mir durch den Kopf, ja, aber wir haben schon ein Kind... (!) Dieses Mama ohne Kind zu sein ist für mich manchmal - immer noch - nicht einfach zu begreifen.

Ich hoffe, euch geht es gut bei dem schönen Sommerwetter. Auch all den still mitlesenden Eltern hier... liebe Grüße.

Eulenmama

unregistriert

48

Mittwoch, 22. Mai 2019, 22:32

Fotoprojekt über unsere Kinder

Liebe Eltern,

nach einer längeren Pause melde ich mich hier wieder, mit einer Einladung.

Nachdem unserer kleine Eule im Herbst 2017 gestorben ist, habe ich mich viel mit der Unbegreiflichkeit ihres Lebens und ihres Todes beschäftigt. Sie war da, trotzdem haben wir sie nie lebend gesehen. Wir sind Eltern geworden und so fühlen wir uns auch, doch Eltern ohne Kind. Wir wollten für uns etwas schaffen, was an sie erinnert: es bleibt so wenig zurück. Dieses Bedürfnis nach Erinnerung und einem festen Platz hier für unsere Tochter hat manche Außenstehende offenbar überrascht. Immer wieder begegnete ich der Vorstellung, dass eine möglichst geringe Konfrontation mit dem Geschehenen das Naheliegende wäre.

Ich glaube, diese Ambivalenz zwischen den Realitäten des Verlustes und der Liebe zu unseren Kindern, den Wunsch danach, dass sie nicht vergessen werden, sowie manchmal das Unverständnis der Anderen kennen viele Sterneneltern. Daraus entsteht nun mein aktuelles Fotoprojekt und ich möchte Euch herzlich zum Mitmachen einladen.

Im Rahmen des Projektes fotografiere ich in einfachen Arrangements die liebevoll aufbewahrten Kleinigkeiten: Eules Namensband und Fußabdruck, Muscheln und Steine aus unserem letzten gemeinsamen Urlaub, ihr Pucktuch, ihre Stoffpuppe... Dazu möchte ich auch mit Euch ähnliche Bilder von Euren kleinen Schätzen vorbereiten, alles zusammen wird zu einer Serie über das Erinnern an unsere Kinder. Nach Absprache mit Euch gibt es auch die Möglichkeit, die Bilder mit Texten zu begleiten.

Das Projekt wird Anfang kommenden Jahres im Rahmen einer Ausstellung von mehreren Fotografen in einem Kunsthaus vorgestellt, zu der Ihr natürlich auch herzlich eingeladen seid. Als Dankeschön an beteiligte Familien bereite ich im Anschluss ein kleines Fotobuch mit allen Bildern und Texten vor.

Wenn Ihr mitmachen möchtet, Fragen habt oder Anregungen, schreibt mir gerne eine E-Mail an neas.pov@gmail.com. Ich schicke Euch alle weiteren Infos und, wenn gewünscht, für eine bessere Vorstellung die Bilder von Eules Schätzen.

Ich wünsche Euch alles Liebe und eine schöne kommende Sommerzeit,
Eulenmama

Eulenmama

unregistriert

49

Donnerstag, 20. Juni 2019, 16:43

Liebe Eltern,

nach den ersten Fragen ein kurzes Update zum Fotoprojekt.

Wie schon kurz geschrieben geht es dabei thematisch um Erinnerungen an unsere Kinder. Wie Erinnerungen helfen, den Tod zu verarbeiten, das Geschehene zuzulassen und der Trauer Raum in unserem Leben zu geben. Und wie Eltern damit umgehen, dass hier so wenig bleibt, wenn ein so kleines Kind stirbt, oft schon währen der Schwangerschaft.

Dabei bereiten wir zusammen Fotos von Euren Erinnerungsgegenständen und "Schätzen" vor. Inhaltlich gibt es kaum Einschränkungen. Alles, was Ihr in Erinnerung mit Eurem Kind bringt (und was auf eine Fläche von ca. 70 x 50 cm passt), ist willkommen. Es kann zum Beispiel ein Kuscheltier sein, der Fußabdruck oder Fotos des Kindes, aber auch ganz symbolische Sachen wie Steine, getrocknete Blumen, ein Tagebuch, ein Schmuckstück oder ein Kunststück, das Ihr anfertigen ließt... Hier gibt es keine Grenzen oder Vorgaben, da ich Eure persönliche Geschichte möglichst authentisch erzählen möchte. Es kann nur ein Gegenstand sein oder viele, alles möglich.

Die Sachen werden auf eine einheitliche, einfache Art abgebildet, liegend auf einem hellen Hintergrund. Zum Fotografieren an sich: Ich werde am besten zu Euch kommen (natürlich geht es auch umgekehrt, also Ihr zu mir, falls es Euch so lieber wäre) und dort bauen wir eine einfache Fotoecke auf: auf den Boden kommt eine helle Hintergrundfläche für die Fotos und darüber ein Stativ mit meiner Kamera. Die Erinnerungsgegenstände arrangieren wir auf dem Hintergrund und ich fotografiere sie ab. Ich bringe auch meinen Laptop mit, damit wir uns die Bilder gleich anschauen können. Gern kann ich Euch als Beispiel die Bilder von Eules Sachen zuschicken.

Die Fotos werden bei der Ausstellung durch kurze Texte über das Kind und die abgebildeten Sachen begleitet. (Wenn es noch andere Themen darüber hinaus gibt, die Ihr ansprechen möchtet, gerne.) Den Text bitte ich Euch zu schreiben - Länge insgesamt ca. 1/2 bis 1 A4-Blatt, wobei auch das ist flexibel.

Dieser Teil der Arbeit, also Bild und Text, sollte idealerweise bis Ende August abgeschlossen werden. Im Herbst werde ich die Fotos weiter für die Ausstellung vorbereiten, die dann im Frühjahr 2020 stattfindet.

Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass das Arbeitsprozess aus Elternsicht nicht ganz einfach ist, es ist ja ein sehr intimes Thema. Während ich Eules Sachen abfotografiert habe, war es mir wieder schwerer ums Herz. Wenn man aber sieht, dass die Bilder schön werden und wie sich eine Geschichte daraus entwickelt... Alle bisherigen Reaktionen von Nichtbetroffenen waren sehr positiv, es macht also offenbar Sinn, das Thema auf diese Art anzusprechen. Lieben Dank schon mal an alle mitmachenden Eltern.

Schöne Sommertage Euch!

Anja

unregistriert

50

Montag, 24. Juni 2019, 20:43

Foto-Aktion

Liebe Eulenmama!

Das ist ja ein großartiges Projekt. Die Frage ist nur: Wo wohnst du denn? Ich wohne in Menden im Sauerland in NRW. Ansonsten würde ich mich sehr gern an der Fotoaktion beteiligen und dir eine Mail schreiben. Vielleicht kannst du noch hier schreiben, wie genau das mit der Anreise je nach Entfernung laufen soll.
Ich habe es gerade gelesen und schon musste ich losweinen, obwohl Tjure nun schon fast fünf Jahre tot ist. Übrigens sind schon vor vier Jahren Fotos von Tjure in Wien über "mein Sternenkind" ausgestellt worden. Dort gab es eine Ausstellung um vor allem Krankenhauspersonal für die Betreuung betroffener Familien zu sensibilisieren und Ängste abzubauen. Ich war stolz wie Bolle, als die Anfrage kam, ob einige von Tjures Bildern veröffentlicht werden dürfen. Mein niedlicher Knirps auf großer Fahrt. Alle dürfen sehen, wie hübsch er war. Es hat sich so gelohnt zu kämpfen, damit wir ihn noch lebend kennenlernen konnten. Viele Nichtbetroffene meinen ja, dass die Kinder gruselig ausschauen oder sonstwas. Aber der kleine Mensch wird ja fotografiert und nicht die blöden Organe im Körper, die in Tjures Fall so krank waren.

Liebe Grüße und viel Kraft beim Erstellen der ersten Erinnerungs-Collagen, Anja

Eulenmama

unregistriert

51

Dienstag, 23. Juli 2019, 17:11

Liebe Anja,

danke für deine liebe Rückmeldung! Und entschuldige meine verspätete Antwort, ich hatte viel zu tun und war schon lange nicht mehr im Forum.

Zu euch nach Menden zu kommen sollte kein Problem sein. Eine Familie nicht weit von euch möchte auch am Projekt teilnehmen, wir würden also einfach ein Auto mieten und es zu einem Wochenendausflug machen (zwei Tage, zwei Familien). So haben wir es schon mal gemacht und es hat super geklappt.

Schick mir doch einfach eine Mail, dann können wir alles konkreter besprechen. Es ist ja ganz unverbindlich, sollte es nicht passen, kannst du es dir jederzeit anders überlegen. :)

Und toll, dass Tjures Fotos in Wien ausgestellt wurden. Mein Sternenkind tut eine wirklich gute Arbeit und ich kann mir deinen Stolz gut vorstellen. Ich hatte auch immer das Bedürfnis, dass neben dem ganzen Schmerz um den Tod unserer Tochter auch etwas Schönes entsteht, wo mehr die Liebe in den Vordergrund rückt und was auch für Außenstehende greifbar wäre. Ich glaube, dieses Gefühl hat auch zu diesem aktuellen Fotoprojekt beigetragen. Und ja, für viele Leute mag dir Vorstellung, verstorbene Kinder fotografieren zu lassen, schwierig sein. Ich finde aber - obwohl der Tod ja oft schon seine Spuren hinterlässt, wenn das Kind nicht ganz gleich fotografiert wird - dass die Bilder immer so rührend und liebevoll sind, was sie einfach wunderschön macht. Ganz geschwiegen von ihrem emotionalen Wert für die Eltern. Schön, dass ihr euch auf die Ausstellung eingelassen habt.

Viele Grüße!