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Michaela

unregistriert

1

Freitag, 8. Oktober 2010, 09:06

Malia - 23.09.10 23:24 Uhr bis 26.09.10 0:40 Uhr - heute Beerdigung

Unsere am 23.09.10 um 23:24 Uhr nach nur 1 Std. 20 min geborene Tochter Malia (2.680 g, 49 cm, Kopfumfang 30,5 cm ) ist leider in der Nacht 25./26.09.10 überraschend und schnell an einem schweren seltenen Herzfehler (lt. Obduktion HLHS "Linksherz") in unseren Armen gestorben. Wir hatten zwei traumhaft schöne unbeschwerte (scheinbar gesunde) Tage mit ihr und es konnten sie noch alle (Familie, Freunde) vorher sehen. Dafür sind wir sehr dankbar.
Gespräche mit unserem geburtsbegleitenden Frauenarzt sowie dem Chefarzt der Kinderklinik haben uns wieder Kraft gegeben und neuen Mut gemacht, da der Herzfehler nicht genetisch bedingt ist, auch wenn wir uns z.Z. nicht vorstellen können, Malia jemals zu "ersetzen".
HLHS ist der schwerste angeborene Herzfehler und tritt ca. 2 Tage nach der Geburt zu Tage, da sich dann erst die Verbindung der Herzkammern schließt.
Für Malia war es das beste so. Wir konnten sie begleiten und in unseren Armen halten. Sie war nicht allein in Ihrern letzten Sekunden. Und wir konnten uns hinterher noch lange alleine zusammen verabschieden.
Wir werden sie nie vergessen.
Gott sei Dank haben wir Fotos und ein Video und meine Eltern, meine Großeltern, meine Schwiegermutter und Schwager sowie unsere beiden engsten Freundinnen konnten sie alle noch kennen lernen. Als hätte es so sein sollen.
Doch nach zwei Fehlgeburten (2008 10.SSW und 2009 11.SSW wg. Blutgerinningsstörung durch einseitig vererbte MTHFR-Mutation - kein Grund für HLHS !!!) waren wir endlich Eltern. Die Heparin-Spritzen jeden Tag seit der 6.SSW hatten uns so weit gebracht. Warum ? Das darf man sich nicht fragen. Es gibt keine Antwort.
Heute ist die Beerdigung unserer süßen kleinen Malia. Ich bin bereit und brauche auch diesen Ort, wo ich ihr nah sein kann. Obwohl ich nur zwei Tage Mutter sein durfte, musste ich entscheidungen treffen, die den meisten Müttern ein Leben lang erspart bleiben.
Noch haben wir es gar nicht realisiert. Malia wäre jetzt 2 Wochen alt. Sie ist in unser Leben geflutscht in Rekordzeit. Aber genauso schnell war sie wieder weg. "Ein Engel kam und kehrte um ..." - so steht es in unserer Traueranzeige.
Wir vermissen Dich so sehr, Malia. Der Schmerz ist so groß. Und trotzdem dreht sich die Erde weiter.
Michaela (36)

kerssy39

unregistriert

2

Freitag, 8. Oktober 2010, 11:55

Hallo Michaela,

ich wünsche dir für die kommende Zeit viel Kraft!

Auch ich mußte meine Marlene nach nur fünf Stunden in den Himmel fliegen lassen.

Ganz liebe Grüße von Kerstin mit Marlene im Herzen , mit Philipp und Celine an der Hand

Claudia

unregistriert

3

Freitag, 8. Oktober 2010, 13:03

Hallo Michaela

Ich wünsche dir für diesen Tag viel Kraft und natürlich auch für die nächste Zeit. Es ist so traurig das wir uns hier auf diesem Wege kennenlernen müssen. Und das wir hier alle das selbe Schicksal erleben müssen.

Ich habe meine Tochter in der 32 SSw still geboren sie hatte auch HPLH .

Ganz liebe Grüße Claudia

Cornelia

unregistriert

4

Freitag, 8. Oktober 2010, 14:05

Deine Malia

Liebe Michaela,



es tut mir unendlich leid, was euch passiert ist, wenn ich Deine Zeilen lesen. Es ist so schlimm sein lang ersehntes Kind zu verlieren und man stellt sich immer wieder die Frage warum gerade wir.

Warum muss unser Kind an einem so seltenen Herzfehler sterben....



Bei dem großen Schmerz sollt ihr wissen, ihr seit nicht alleine damit. Auch unser Sohn ist vor 6 Jahre an diesem Herzfehler (HLHS) gestorben. Ich schaue auch immer mal wieder hier in das Forum und unter "mein kleines Kind starb nach der Geburt" sind sehr viele Mütte über die Jahre gewesen, die ihr Kind wg. HLHS verloren haben.



In der Anfangszeit wusste ich nicht wie ich mit so einem schlimmen Geschehnis je weiter leben soll, geschweige denn irgendwie glücklich. Ich kann mich noch an mein erstes Posting auf schmetterlingskinder.de erinnern in dem ich nur geschrieben habe. " Ich habe meinen kleinen Noah aufgrund eines schweren Herzfehlers verloren. Es ist so schlimm, ich kann den Schmerz nicht mehr aushalten, was kann ich nur tun?" Heute weiss ich ablenken hilft, die Zeit hilft und auch das Schreiben oder Reden mit Gleichgesinnten wie z.B. in Foren oder Selbsthilfegruppen. Wir sind z.B.

2 Monate nach Noahs Tod (er wurde 17 Tage) auf eine Safari-Reise gefahren. Danach habe ich mir ein kleines Kaninchen gekauft und bin in eine Selbsthilfe Gruppe eingetreten, in der die Familien ihre Kinder aufgrund Herzfeher verloren haben. Auch regelmäßig zum Grab zu gehen und Noah dorthin was mit zu bringen hat mir geholfen.



Trotz allem ist es unendlich schwer in der ersten Zeit, insbesondere im ersten Jahr.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und möchte Dir ein wenig zuversicht schicken.

Liebe Grüße,

Cornelia (37)

Michaela

unregistriert

5

Freitag, 8. Oktober 2010, 17:30

Danke !!!

Vielen Dank. Die Beerdigung war - wenn man das so sagen darf - wunderschön gemacht. Genau wie ich es gewollt habe. Nur wie klein so ein Sarg ist - das war schockierend. Aber ich bin froh, dass wir jetzt einen Ort haben, zu dem wir gehen können, wo wir Malia endlich wieder nah sein können. Wir waren bereit für das heute. Und die Sonne hat durchs Kirchenfenster geschienen. Und der Kastanienbaum hat - als wir zum Friedhof gingen - genau dann einige Kastanien runtergeworfen. Als würde sie uns grüßen lassen. Als würde sie uns sagen, es ginge ihr gut.

Michaela

Claudia

unregistriert

6

Montag, 11. Oktober 2010, 13:26

Hallo Michaele!

Ich hoffe es geht dir so weit ganz gut, wenn man das so sagen kann ?!

Das mit den Kastanienbaum war bestimmt ein Zeichen. Als wir unsere Nele gehen lassen mußten waren immer überall Tauben und auf dem Kalenderblatt stand : Und ehe ich dich zur Erde schickte habe ich dich auserwählt das war aus Johannes dem Täufer. Es war schon echt alles seltsam. Aber manchmal ist das so !!

Ich schicke dir ganz viel Kraft

Hannah

unregistriert

7

Donnerstag, 14. Oktober 2010, 21:43

Liebe Michaela,

es tut mir so unendlich leid das auch ihr eure Tochter wegen HLHS verloren habt. Auch unser Sohn verstarb an HLHS nach seiner Geburt wir haben die Diagnose gegen ende der Schwangerschaft erfahren. Es ist einfach nur schrecklich und grausam wenn man sein so sehr gewünschtes und geliebtes Baby wieder gehen lassen muss. Es ist jetzt schon 2Jahre her doch er fehlt mir.

Es war ein sehr schwere Zeit. Ich wollte doch einfach nur Mama sein!!
Ich war so wütend auf die ganze Welt das mein Sohn nicht leben durfte.
Inzwischen geht es mir wieder besser.
Ich hatte eine ganz tolle Hebamme die mir in dieser schweren Zeit sehr geholfen hat. Es ist sehr wichtig seine Trauer zu leben und sich nicht von Außenstehenden unterdruck setzten zulassen. Trauern ist wichtig und braucht Zeit. Ich habe sehr viel Zeit gebraucht das ist bei jedem anders.

Liebe Michaela ich wünsche dir ganz viel Kraft und Zuversicht.
lieber Gruß Hannah

Michaela

unregistriert

8

Freitag, 15. Oktober 2010, 12:06

Liebe Hannah,

es tut mir leid, dass ihr das auch erleben musstet.

Wurde euer Sohn (wie hieß er ?) noch operiert ?

Habt ihr es danach noch einmal gewagt oder hattet ihr schon Kinder ? Uns rät man, es bald (ich bin 36, mein Mann 39) wieder zu versuchen. Aber nach der 2.Fehlgeburt letzten Februar brauchten wir fast ein Jahr.

Es ist kaum zu glauben, dass Malia erst vor drei Wochen geboren wurde und vor einer Woche erst ihre Beerdigung war.

Meine Hebamme ist uns auch eine große Stütze. Aber wir haben auch so viel Rückhalt durch Familie, Freunde, Kollegen, Chefs, Nachbarn und sogar Bekannte und teilweise "Fremde", dass wir gut aufgefangen werden. Wir sind nicht alleine. Wir haben sonst so ein tolles Leben. das darf man nicht vergessen. Ich wünschte nur, dass Malia alle hätte kennen lernen dürfen. Es ist so ungerecht. Erst zwei FG und dann - als der Grund "behoben" ist - sowas. Alle sind fassungslos. Ich selbst frage mich immer wieder, ob das alles wirklich passiert ist. Am 23.9. kurz vor 22 Uhr los in die Klinik - 23:24 war Malia da - 25.9. ca. 20/21 Uhr erste Anzeichen - 26.9. 0:40 Malia tot - ca. 4 Uhr zu Hause - ca. 6/7 Uhr die Anrufe bei der Familie. Alles ging so schnell. Zu zweit losgefahren - zu zweit wieder nach Hause gekommen. Alles dazwischen ein Traum, der in einem Alptraum endete. So unwirklich. Auch jetzt noch. Wann begreift man das alles wirklich ?

Michaela aus Flensburg

Hannah

unregistriert

9

Freitag, 15. Oktober 2010, 21:27

Liebe Michaela,

es ist gut das ihr liebe und verständnisvolle Menschen um euch habt die einfach für euch da sind, wenn ihr das wollt.
Ich stand nach dem Tod von unserem Sohn sein Name ist Finn die ersten Wochen wie unter Schock. Ich habe einfach nur funktioniert.
Es war als wäre nur mein Körper anwesend und meine Seele nicht. Hört sich komisch an nicht? Ich denke eine Art Selbstschutz. Ich konnte am Anfang auch nicht weinen.
Doch dann traff es mich mit voller Wucht einfach unbeschreiblich dieser Schmerz. Ich war am Boden ich konnte und wollte nur meinen Partner und meine engst Familie um mich haben.
Es gab Tage da war ich so voller Wut auf Gott und die Welt.

Wir haben ja gegen ende der SS erfahren das Finn HLHS hat . Leider litt er an einer der schlimmsten Form an HLHS mit schlechten Prognosen für eine OP .Zusätzlich hat man dann noch ein Problem an der Niere festgestellt.
Wir haben uns dann gegen die Op entschieden . Finn sollte nicht leiden es reicht wenn wir das müssen aber nicht unser Sohn.
Finn ist unser erstes KInd.

Für uns war klar wir möchten es so schnell wie möglich noch mal versuchen.
Ich war der Meinung auch wenn Zeit vergeht dadurch wird eine Folgeschwangerschaft nicht leichter. Ich hatte schreckliche Angst das sich das Wiederholt aber die Sehnschucht Mama zu sein war stärker!
Und es geschah ein Wunder ca.6 Wochen nach Finns Geburt war ich wieder Schwanger!!
Es war keine leichte Schwangerschaft zusätzlich zu der Angst hatte ich immer wieder Blutungen.
Doch unser Finn hat auf seinen Bruder aufgepasst. Im Juli kam unser zweiter Sohn (Herz)gesund zur Welt. :P
Das mit der Folgeschwangerschaft und dem richtigem Zeitpunkt ist bei jedem unterschiedlich du musst dazu bereit sein hör nur auf dich.

Ich bin froh und dankbar jetzt Mama eines gesunden Kindes sein zu können. Trotzdem ist die Trauer immer noch da an manchen Tage stärker als an anderen.

Die Trauer hört niemals auf,
sie wird ein Teil unseres Lebens.
Sie verändert sich und wir ändern uns mit ihr.


Ich glaube schon das ich durch das was geschehen ist mich verändert habe.
So jetzt habe ich einen ganzen Roman geschrieben.

Ich möchte dir einfach Mut zusprechen.
ganz lieber Gruß Hannah

Michaela

unregistriert

10

Samstag, 16. Oktober 2010, 15:56

@ Hannah

Liebe Hannah,

wow nach 6 Wochen wieder schwanger. Aber Du hast Recht, der Schmerz bleibt sowieso ein Leben lang.

Hattest Du Probleme einen Jungen nach Deinem ersten Sohn zu bekommen ? Ich glaube z.Z. wäre es so bei mir, dass ein Mädchen evtl. als zweite Malia gefühlt werden würde. Ich weiß es nicht.

Mein Frauenarzt meinte, 6 Monate braucht der Körper zwischen zwei Schangerschaften (auch wenn das erste Kind leben würde). Das wäre dann Ende März. Das wäre eine andere Zeit als die anderen drei Male (positive Tests Juli und 2x Januar) - wenn auch teilweise nur ein bisschen. Mal sehen ob das kommende Frühjahr uns neuen Mut bringt. Ich will nur, dass alle (besonders die verwaisten Groß- und Urgroßeltern) wieder glücklich sind und es noch alle erleben dürfen.

Dieses unter Schock stehen und einfach nur zu funktionierten kenne ich. Auch "als wäre nur mein Körper anwesend und meine Seele nicht". Eine Freundin schrieb mir zurück: "Du wirkst ganz erstarrt. Etwas von Dir ist auch sicher mit Malia gegangen." Ja das ist sicher so. Ich habe Angst vor dem Moment wo mich die Wirklichkeit erreicht hat. Noch ist alles so unwirklich. Jetzt wäre Malia 3 Wochen alt. Vor einer Woche war erst die Beerdigung.

Danke für Deine Geschichte. Sie macht mir Mut. Darf ich fragen, wie alt Du und Dein Mann seid ? Mein FA sagte, wir sollten nicht zu lange warten wg. wachsendem Behinderungsrisiko. Wir sind 36 und 39. Aber auf ein paar Monate mehr oder weniger wird es ja wohl nicht ankommen.

Michaela (36)

Hannah

unregistriert

11

Sonntag, 17. Oktober 2010, 10:53

Liebe Michaela,

ich war auch überrascht dass es so schnell wieder geklappt hat. Aber ich habe es als Zeichen von Finn gegesehen hört sich komisch an. Wir wussten bis zur Geburt nicht ob es ein Junge oder Mädchen wird. Wir wollten es auch nicht wissen uns war nur wichtig das unser Baby gesund ist. Du kannst dir sicher vorstellen das jeder Arzt Besuch mit sehr viel Angst verbunden ist. Ich bin bei jedem Ultraschall gestorben vor Angst.
Nein diese befürchtung meinen zweiten Sohn als Finn zu sehen oder fühlen hatte ich nicht. Denn kein Kind kann das andere Ersetzten und soll es auch nicht. Das habe ich mir immer klar gemacht auch wenn ich noch einen Jungen bekomme es wird nie Finn sein und auch kein ersatzt, sondern eine eigenständige Persönlichkeit.
Unser zweiter Sohn ähnelte Finn kaum was vielleicht auch gut ist.
Natürlich denk ich manchmal wie wäre Finn jetzt: Wäre er auch so wie Lukas jetzt?

Die Meinungen der Ärzte wie lang man mit der nächsten Schwangerschaft warten soll oder nicht. Gehen da total auseinander. Ich bekamm von jedem Arzt ein andere Aussage.
Ihr besonders du musst körperlich und vorallem seelich dafür bereit sein..

Dann wir es auch klappen und ihr bekommt ein gesundes Baby das einen ganz besonderen Schutzengel hat.
Deine Freundin hat mit dem erstarrt sein nicht unrecht, so war ich auch und auch ein Teil von mir ist mit Finn gestorben.
Drei Wochen da stand ich glaub auch noch neben mir. Es ist glaube ich ganz "normal" das einem das ganz wie ein böser Traum vorkommt. Leider kann ich dir keinen wirklichen Rat geben wie man sich auf den Moment vorbereite in dem wieder in die Wirklichkeit zurück kommt. Mir war mein Mann eine sehr große Stütze und die Hoffnung auf ein gesundes Baby.
Oft frage ich mich wie und was ich in den tagen nach finns tod so gemacht habe kann mich nicht wirklich erinnern!

Träumst du von Malia?

Natürlich darfst du nach unserem Alter fragen also mein Mann ist 34 und ich 31. Aber so weit ich weiss hat HLHS nichts mit dem Alter zutun oder?



Ich umarm dich mal aus der ferne lieber Gruß Hannah

entschuldige das abrupte ende muss schnell einen Kuchen abgeben.

Hannah

unregistriert

12

Sonntag, 17. Oktober 2010, 10:54

entschuldige die rechtschreib fehler.

Michaela

unregistriert

13

Sonntag, 17. Oktober 2010, 15:10

@ Hannah

Hallo Hannah,

ich glaube ich dürfte beim nächsten Mal auch nicht wissen, was es wird. Egal ist es uns sowieso. Diesmal waren die FA-Besuche schlimm bis zur 12 Woche und eigentlich auch bis ich Bewegungen spürte (ca. 25.SSW). Danach war alles wie normal. Beim nächsten Mal wird es die Hölle die ganzen 40 Wochen plus die ersten Tage - egal wie gut alle Tests auch abschneiden mögen. Aber schlimmer kann es ja kaum kommen. Obwohl doch. Wenn es (Jahre) später passiert. Aber dann muss Gott schon richtig böse auf uns sein. Man fragt sich so schon, was man verbrochen haben kann.

Auf Rechtschreibfehler achte ich gar nicht. Ich schreibe auch einfach so runter was ich denke.

Lukas ist ein schöner Name. Den wollten wir 2009 auch nehmen. Finn hatte meine Schwiegermutter diesmal vorgeschlagen als es noch ein Junge sein sollte.

Ich weiß noch genau, dass wir den Sonntag Nacht erschöpft zu Hause Arm in Arm einschliefen und gegen 6/7 Uhr aufwachten und erstmal uns klar machen mussten was passiert ist und dann unsere Eltern anriefen. Das war das schlimmste. Dann lagen wir nur im Bett den ganzen Tag. Abends sahen wir uns die schönen Geschenke für Malia von Freitag und Samstag an und legten sie in ihr Zimmer. Ein Glas Cola war alles was wir zu uns nahmen. Montag musste ich dann ja zum Arzt wg. Abstill-Tabletten (war auch höchste Zeit). Ab dann war man ja mit der Beerdigung beschäftigt. Und wir fuhren jeden Tag irgendwo was einkaufen, damit wir uns nicht einigeln und mal was essen.

Nein HLHS hat nichts mit dem Alter zu tun. Mein FA meint wegen altersbedingter Behinderungen (Trisonomie 21 usw.).

Ich umarm dich aus der Ferne zurück !

Michaela

Hannah

unregistriert

14

Sonntag, 17. Oktober 2010, 20:42

Liebe Michaela,

in den ersten Wochen nach Finns tod war mein erster Gedanke morgens wenn ich nach ein paar Stunden schlaf aufgewacht bin
Finn ist weg ich werde ihn nicht mehr im Arm halten können. Dieser Gedanke tat so unendlich weh als wenn mir jemand mit einem Messer ins Herz sticht.
Einmal habe ich geträumt es gäbe jemand der für das was mit Finn passiert ist schuld trägt. Ich wäre in meinem Traum beinahe zur Mörderin geworden. Schrecklicher traum war das.

Wir haben uns in unserem Schlafzimmer an der Wand vergrößerte Fotos von unserem Sohn das er immer sichtbar für uns ist. Aber er ist ja für immer in unseren Herzen.
st
In meiner ersten Schwangerschaft hat ich auch die ersten 12 Wochen angst, dann war sie vorbei ich war ja so naiv ich hatte ja keinen Ahnung was alles schief laufen kann.
Ich hatte nach Finn auch panische Angst nicht mehr Schwanger zu werden. Und was soll ich sagen es hat super schnell geklappt. Und das wird es bei euch auch.

Warst du in der Schwangerschaft mit Maila bei der Feindiagnostik?

lieber Gruß Hannah muss mal schnell nach Lukas sehen

Hannah

unregistriert

15

Sonntag, 17. Oktober 2010, 21:33

so neuer versuch.
ja das mit der angst in der folge SS ist so eine sache. Meine beiden Schwangerschaften verliefen total unterschiedlich.
Bei Finn hat ich ein Bilderbuchschwagerschaft bie zur Diagnose HLHS. In der schwangerschat mit lukas hat ich immer Blutungen. Als ich dann mit Blutungen in der 11SSW im Krankenhaus lag sagte eine ganz liebe Ärztin eagl was in der vorherigen Schwangerschaft passiert ist. Ich soll mich auf mein Kind freuen und zuversichtlich sein und für mein Kind kämpfen dann tut das mein Baby auch. Und ich habe versucht die angst beiseite zulassen was natürlich nicht immer geklappt hat. Aber trotz aller kompliationen ist Lukas gesund zur Welt gekommen die selbe Ärztin hat dann Lukas per Kaiserschnitt zur Welt gebraucht und zur mir gesagt das kämpfen hat sich gelohnt.

In meinen Kursen bei der Hebamme war ich mit meinen 31 jahren die jüngste Mama und alle haben gesunde Babys bekommen. 36 ist doch noch kein Alter lass dir deswegen keine zusätzlich angst machen.

Darf ich fragen wie es dir gerad so geht? Muss dein Mann schon wieder arbeiten?
Für mich war es schwierig als mein Mann wieder zur arbeit ging und ich allein daheim war. Aber ich fühlte mich nicht in der lage zu arbeiten.
Ich habe dann immer sehr viel Zeit bei Finn auf dem Friedhof verbracht . Dort kamm mir dann alles irgentwie realer vor. Ich glaube Finn ist auf unserem Friedhof der jünste . Wir leben auf einem kleinen Dorf am anfang haben ich Leute auf dem Friedhof auch immer getuschelt wenn ich dort war einfach doof so was.

Lieber Gruß Hannah (freu mich von dir zulesen)

mike

unregistriert

16

Dienstag, 19. Oktober 2010, 15:45

unsere tochter ist am 24.09.2010 still geboren!!

hallo zusammen,

es ist schlimm das es so etwas geben muss, vor allem das man es aushalten muss. leider muss man feststellen das unsere gesellschaft auf solche ereignisse nicht immer gerade mit feingefühl reagiert!!
man hat zwar freunde, auf jedenfall ( und das wissen wir erst jetzt!!) eine handvoll den man vertrauen kann und die wirklich für ein da sind!!

es tut so weh und wir wissen nicht wie es weitergehen soll!!!

ich als väter fühle mich schon diskriminiert und teilweise von unsere gesellschaft ausgeschlossen, da es für die mütter 200% schlimmer ist als für uns männer!! aber hey hört mal zu, auch wir haben ein kind verloren!! und es schmerzt auch für uns ungemein und ich denke ich spreche für all die männer die ebenfalls schon tätigkeiten der mütter übernommen haben um den den bild der modernen familie gerecht zu werden!! ich fühle mit allen eltern mit die ihr kind zu grabe tragen müssen, dafür gibt es keinen sinn!!

aber es kann auc keiner von uns erwarten, dass wir unser leben neu formatieren, ein anderes betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen, erst wenn man sich der vergangenheit stellt und diese auch für immer positiv im herzen trägt, kann man wieder in die zukunft blicken!! wir müssen versuchen uns all die erinnerung die wir haben und ich rede nur von den wenigen die wir haben uns ein rettungsseil für unser restliches leben zu binden und versuchen für unsere kinder, auch für die die nicht mehr unter uns sind da zu sein!! den wir müssen begreifen und verstehen das unsere kinder eine besondere aufgabe zu erfüllen haben. es herschte engelnotstand..... und unsere kleinen engel werden dafür verantwortlich sein auf uns und viele andre menschen zu wachen!!!

daran müssen wir alle fest glauben!!!

Michaela

unregistriert

17

Dienstag, 19. Oktober 2010, 16:44

@Hannah

Liebe Hannah,

ich träume - leider ? - nicht von Malia, oder erinnere mich nicht. Ich träume viel sinnloses Zeug und erinnere mich an kaum was. Die ersten Tage waren sogar komplett traumlos. Das war gut so. Ich hoffe, dass ich irgendwann mal schöne Träume habe, wie z.B. mein Mann vor ner Woche. Er hat Malia gesehen und sie sagte (!!!) " Grüß Mama!". Das ist so schön.


Heute Vormittag hatten wir Frühstücksbesuch - meine Freundin mit Kilian (4 1/2) und Lene (gerade 2). Es war so schön mit den beiden. Wir haben die ganze Zeit gespielt. Lene hat fast genauso dunkelblaue Augen wie Malia sie hatte. Und Kilian habe ich als Baby 3-4x die Woche besucht und mit Fläschchenen gefüttert. Ich liebe die beiden so sehr. Erst war ich mir nicht sicher, ob ich das kann und als sie weg waren habe ich auch geweint, aber ich habe es trotzdem sehr genossen mit den beiden.



Wir hatten bei Malia in der ca. 22.SSW dieses Fein-Ultraschall. Aber sie lag immer doof und er musste beim Termin darauf auch noch schauen. Aber das Herz sieht wohl trotzdem normal aus und wäre nur auf einem speziellen Herz-US aufgefallen.



Wolltest Du den Kaiserschnitt oder was das besser diesmal ? Ich habe auch schon gedacht - weil bei vielen bei der Geburt was passiert ist - das Risiko gehe ich dann nicht nochmal ein.



Mein Mann hat eine Woche verlängert und ist jetzt bis 31.10. krank geschrieben. Ich gehe mit ihm dann ab 1.11. wieder arbeiten. Wir arbeiten im selben Büro - ich Buchhaltung und er Controlling. Wenn wir getrennt arbeiten würden, würde ich bis 24.11. den Mutterschutz komplett nehmen.



Mir geht es - solange ich beschäftigt bin - ganz ok. Nur wenn nicht, falle ich in ein Loch.



Eben waren meine Eltern da und wir waren zusammen auf dem Friedhof. In der "Kinderabteilung" haben die meisten Geburts- und Sterbedatum an einem Tag. Ein Kind ist glaube ich 1 1/2 geworden. Bei manchen steht nur der Vorname sonst nichts. Mit meiner Mutter habe ich lange geredet über die Nacht wo Malia starb und wir weinten zusammen. Das war schön. Keiner versteht einen so gut wie eine Mutter - am besten die eigene.



Liebe Grüße zurück

Michaela

Nicole

unregistriert

18

Dienstag, 19. Oktober 2010, 17:17

Liebe Michaela,



auch ich, Nicole 34, möchte dich wissen lassen, dass ich in Gedanken ganz fest bei Dir/Euch bin.
Am liebsten würde ich Dich jetzt einfach nur in den Arm nehmen.



Mein erster Sohn ist letztes Jahr auch an HLHS nach nur 4. Wochen wieder von uns gegangen.
Es gibt nichts schmerzvolleres, brutaleres, als sein Kind, sein so sehnlichst gewünschtes Baby nicht mehr bei sich zu haben - und es nach so kurzer Zeit einfach wieder los lassen zu müssen....



Ich hoffe, Du und auch dein Mann, ihr habt liebevolle Menschen um Euch herum,

die Euch Halt und Kraft geben, in dieser schweren Zeit.

Ich bin erst wieder nach 4. Monaten fähig gewesen zu arbeiten, so sehr hat mich alles gelähmt.

Nimm dir auf jeden Fall soviel Zeit wie du brauchst.


Jedoch kann ich Dir und will ich Dir Mut machen... die Trauer verändert sich und mit der Zeit....

findet man langsam wieder ins Leben zurück!



Eure Tochter ist nun noch viel viel näher bei Euch - Sie lebt in Euch beiden weiter....



"Je schöner und voller die Erinnerung,

desto schwerer die Trennung.

Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual

der Erinnerung in eine stille Freude.

Man trägt das vergangene Schöne

nicht wie einen Stachel,

sondern wie ein kostbares Geschenk in sich!"



Ich schicke dir ganz viel Kraft!

Liebe Grüße

Nicole * mit Silas ganz fest in meinem HERZEN

Hannah

unregistriert

19

Dienstag, 19. Oktober 2010, 21:50

Liebe Michaela,

ich habe in den ersten Wochen auch nicht von Finn geträumt erst später und auch nur ein paar mal leider.
Jetzt habe ich schon sehr sehr lange nicht mehr von Ihm geträumt. Was für ein schöner Traum von deinem Mann. Malia wird euch immer lieben und bei euch sein.

ich habe nach finns tot auch sehr viel Zeit mit meiner Nichte sie war damals 16Monate verbracht. Das tat mir gut auch wenn es mich doch immer etwas traurig machte weil mir bewusst war das ich das alles nie mit Finn machen kann.
Der Umgang mit anderen Kinder viel doch sehr schwer besonders schwangere konnte ich nicht in meiner nähe ertragen, obwohl ich jedem ein gesundes kind wünsche war das nicht möglich.

Ja das mit dem Fein Ultraschall ist auch so eine Sache. Bei uns wurde damals bei Finn HLHS und Nierenauffälligkeit festgestellt. Wir waren dann auch bei versch. Spezialisten die uns sagten in der Folgeschwangerschaft wird man sehr früh einen Fein Ultraschall durchführen um nach dem Herz zu sehen

Den gleichen gedanken hat ich auch, denn man hat ja schon einiges an trauigen Geschichten gelesen aber man kann sich ja nicht gegen alles absichern das geht ja nicht. Die Entscheidung wurde uns dann aber leicht gemacht mein Plazenta lag in der nähe des Muttermundes die Ärzte habe mir deshalb zu einem Kaiserschnitt geraten es wäre aber auch normal möglich gewesen aber das Risiko das wegen der Plazenta was schief läuft wollte ich auf keinen Fall eingehen. Lieber ein Kaiserschnitt mit etwas schmerzen.

Mit meiner Mutter habe ich auch immer und auch jetzt noch viel über Finn gesprochen. Sie war bei seiner geburt dabei. Sie ist für mich wie eine Freundin. Ja geht mir wie dir niemand versteht mich so gut wie meine Mutter. Ist für Mütter auch sehr schwer ihre Kinder so leiden zu sehen als Mutter will man doch nur das beste für sein Kind egal wie alt sie sind

Das finde ich gut das dein Mann noch etwas urlaub bekommen hat. Gibt auch bestimmt etwas halt das ihr im gleichen Büro arbeitet . Teste es einfach ob dir die arbeit schon gut tut und wenn nicht dann nimm dir noch eine Auszeit. In dieser schweren Lag muss man auf sich hören und das tun was es einem irgentwie erträglicher macht.


lieber Gruß









Angela

unregistriert

20

Mittwoch, 20. Oktober 2010, 18:05

Liebe Michaela,



es tut mir sehr leid, daß eure kleine Tochter gestorben ist. Auch mein sohn hatte HLHS. Er wurde 5 Wochen alt. Es ist einfach unbegreiflich, warum man ein Kind das man sich soooo sehr wünscht, dann wieder loslassen muß. Mittlerweile ist Tom 4 Jahre verstorben, aber eine tiefe Narbe wird wohl immer in meinem Herzen bleiben. In meinem Herzen trage ich Tom immer bei mir. Meine große Tochter (7 Jahre), Tom`s Zwillingsschwester (4 Jahre) und meine jüngste Tochter (6 Monate) sind zum Glück gesund. Ich und mein neuer Partner waren bei einem Humangenetiker. Ich wollte von meiner Seite aus soweit das möglich war ausschließen das sich dieser Herzfehler wiederholt. Man sagte uns das ist meistens "Eine Laune der Natur". In der Folgeschwangerschaft war ich dann auch zum Spezialschall.

Ich hoffe du hast Freunde und Familie mit denen du reden kannst. Mir hat es gut getan mich mit ebenfalls betroffenen Eltern austauschen zu können. Mittlerweile schreibe ich nur noch selten im Forum, aber mir hat das viel geholfen.



Schöne Grüße - Angela