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Tabulos

unregistriert

1

Samstag, 26. Oktober 2013, 21:56

Sex als Zuflucht vor der Trauer

Liebe Sternenmamis,

schon lange liegt es mir auf der Zunge, etwas loszuwerden, was selbst hier im Forum - wo wir doch über fast alles reden - meiner Meinung nach zu kurz kommt. (oder ich bin vielleicht eine Ausnahme???)
Da Sex auch hier im Forum doch eher ein Tabuthema ist, verwende ich an anderes Pseudonym als sonst, da ich lieber unerkannt bleiben möchte. Ich hoffe, das ist so okay für Euch.

Was mir geholfen hat, mit dem ganzen Schmerz fertig zu werden, dass ich meinen Sohn nie lebendig in die Arme nehmen konnte, waren Nähe und Intimität zu/mit meinem Mann.

Was ich mir nach der Geburt meiner lebenden Kindern nie hätte vorstellen können (Sex kurz nach der Geburt), war dann plötzlich nach dem Tod unseres Sohnes so anders. Trotz Kaiserschnitt und hohem Blutverlust - oder gerade deswegen??? habe ich neben all der Trauer und der Lähmung, dem Gefühl, nicht tun zu können, etwas anderes gebraucht.
Ich wollte mich ausklinken aus dieser Situation, in der ich so komplett neben mir gestanden habe.

Nur rund 10 Tage nach dem Tod unseres Sohnes habe ich wieder mit meinem Mann geschlafen. Wir hatten richtig guten Sex. Kein Blümchensex sondern richtig heiße Nummern, mit denen wir uns einfach mal eine Stunde aus der echten Welt ausklinken konnten. Es war einfach klasse, dass wir das beide gleich empfunden haben. Eine Stunde so richtig das Leben in sich spüren, Leidenschaft und Erotik, um für eine Weile der unendlichen Trauer zu entkommen.

Das war für uns eine Insel und eine Kraftquelle zugleich. Und wir haben gemerkt, auch wenn wir unterschiedlich trauern, da ist noch ganz viel, was uns verbindet und womit wir uns gegenseitig Kraft geben können.

Ich möchte einfach denen Mut machen, die vielleicht ähnlich empfinden. Alles was Euch gut tut, ist in dem Moment auch richtig - auch wenn es sich von außen schräg anhört.

Liebe Grüße
Eure "Tabulos"

PS: ich freue mich auf Eure Kommentare, vor allem weil ich in den gängen Büchern immer eher gelesen habe, dass man sich keine Sorgen machen braucht, wenn man eben KEINE Lust auf Sex hat und gerne wissen würde (rein aus Neugier), ob es vielleicht anderen von Euch genauso gegangen ist wie mir

Unbekannt

unregistriert

2

Dienstag, 29. Oktober 2013, 14:02

Ich finde man sollte das tun was einem gut tut. Wenn Sex das richtige ist und es gibt einem das Gefühl unbeschwert oder frei zu sein, dann sollte man es auch "hemmungslos" machen!

Unser Schatz ist wenige Tage nach der Geburt gestorben und wir haben den Wochenfluss abgewartet. Hatten dann aber auch wieder Sex, und ich stimme dir zu, es machte Spaß und hat geholfen auf andere Gedanken zu kommen! Und warum sollte man das nicht als Therapie sehen!? Ich hatte nach wie vor das Verlangen mit meinem Mann zu schlafen! Und die Nähe und Liebe die man dabei austauscht hilft über den Schmerz hinweg, zumindestens für kurze Zeit schwebt man auf einer anderen Wolke. Es gibt bei mir auch Tage, da habe ich keine Lust auf Sex und ich will einfach nur kuscheln oder ganz fest in den Arm genommen werden. Es muss halt passen und beide Partner müssen es wollen. Aber warum sollte man es nicht tun? Manchmal wurde ich gefragt, ob wir schon wieder Sex haben, wenn ich dann "ja" sagte, wurde ich komisch angeguckt. Aber das ist mir egal. Es sind schließlich meine Gefühle und wenn es uns dabei gut geht, warum nicht? Das ist ganz natürlich und ein normales Verlangen, dem man sich auch hingeben sollte und nicht unterdrücken sollte, nur weil man denkt, oh Gott, es ist falsch! Denn es gibt kein Falsch oder Richtig!!!

Ich finde es gut, mal über dieses Thema zu schreiben!

Herzlichste Grüße!!!

Noname

unregistriert

3

Mittwoch, 30. Oktober 2013, 22:00

Hallo,
interessantes Thema. Mir ging es genauso. Ich wollte schon nach 2 Wochen wieder. Mein Körper hat sich nur so nach körperlicher Nähe gesehnt und auch wir haben keinen "Blümchensex" gehabt, sondern sehr leidenschaftlich das Bett geteilt. Allerdings dann erst nach 8 Wochen, da ich spontan entbunden hatte. Trotzdem war die Lust schon nach 2 Wochen da. Zuerst hatte ich ein seltsames Gefühl, so ein Verlangen schon zu haben, doch dann hab ich mich einfach treiben lassen. Nach 8 Wochen, als es dann ohne Einschränkung ging, waren wir auch kaum zu halten.
Das hat einfach gut getan und uns entspannte und gelöste Stunden gebracht.
Mein Freund wollte auch, hatte jedoch Angst mich zu üerfordern. Komischerweise war ich da die treibende Kraft und nicht er.

Liebe Grüße...

Auch No-Name

unregistriert

4

Freitag, 24. Januar 2020, 22:55

Sex als Hilfe gegen Trauer

Es stimmt wirklich.
Sex! Wie blöd, dass es nur ein Wort dafür gibt. Ok Geschlechtsverkehr - wie blöd klingt das denn!

Wenn Sex ganz langsam und liebevoll, in Zeitlupe mit geschlossenen Augen geschieht, so das man nur noch fühlt und alle Gedanken immer mehr verschwinden, ist das einer Droge gleich. Oder einer tiefen Meditation. Man kann aus dem realen Leben regelrecht auschecken, den Schmerz vergessen und sich gleichzeitig so lebendig fühlen.

Anfangs hatte ich Angst weil mein Arzt mir sagte, wir müssten nach der späten Totgeburt 6 Wochen warten. Auch der Wochenfluss soll infektiös sein. Vielleicht sollten wir mehr auf unseren Körper und unser Herz hören als auf sonst wen.
Wir hielten uns nicht an diese Regel und hatten nach der langen Trauer-Tod-Durststrecke, 10 Tage danach, endlich Sex. In Zeitlupe ganz vorsichtig. Das war so geil. So unbeschreiblich gesund geil.
Das kann unmöglich schlecht oder ungesund gewesen sein.
Ich glaube das hat meine Hormone zurück ins Leben und in die Fruchtbarkeit gebracht.

Nach 4 Monaten war ich wieder schwanger

Gast

unregistriert

5

Dienstag, 28. Januar 2020, 10:26

Sex

Ja, ich gebe dir Recht.

Ich hatte ebenfalls eine späte Totgeburt:-( Die Ärzte haben mir damals aber auch keinerlei Empfehlung zum "Warten" gegeben. 'Ich war direkt im nächsten Zyklus wieder schwanger, er ist heute ein Schulkind und mein großes Glück!