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Sternenmama

unregistriert

1

Montag, 15. April 2019, 11:08

Totgeburt SSW 25

Hallo liebe Sternenkind Mamas,

Wir mussten unseren Jungen in der 25. SSW still zur Welt bringen. Meine Plazenta hat nicht richtig gearbeitet und so konnte er nicht mehr versorgt werden. Er hatte einfach keine Chance zu Überleben! Wir haben noch alles versucht mit Lungenreifespritzen etc. aber es kam wohl bei ihm nichts mehr an...Man konnte ihn auch nicht früher holen, weil er einfach noch zu klein war und sehr wachstumsverzögert. Am 03.04 kam er dann still zur Welt. Er war so klein und friedlich; so wunderschön. Wir haben uns zwei Tage von ihm verabschieden dürfen, was sehr geholfen hat.

Aktuell bin ich einfach in einem tiefen Loch, weiß nicht wie ich ohne meine kleinen zurecht kommen soll. Es ist so ruhig und die leere ist so unendlich schlimm. Er fehlt mir so und ich bin nur am weinen :(. Ich kann nicht verstehen warum die Plazenta so komisch war und mir bricht es das Herz das ich meinem kleinen nicht helfen konnte. Ich konnte nichts dafür und konnte ihn nicht retten. Der Gedanke macht mich fertig. Ich bin so wütend auf meinen Körper und frage mich warum hat er es einfach nicht geschafft mein lang ersehntes Baby zu versorgen ???!!. Es bricht einfach die ganze Welt für mich zusammen...

Wir wurden im Anschluss auch getestet und weder er noch ich hatten irgendwas...es ist sooo unfair...

Vielleicht musstet ihr ähnliche Erfahrungen machen und möchtet euch austauschen.

Ich würde mich freuen.

LG Sternenmama

Eulenmama

unregistriert

2

Donnerstag, 18. April 2019, 13:54

Liebe Sternenmama,

es tut mir leid, dass euer kleiner Sohn verstorben ist. Fühle dich gedrückt.

Unsere Tochter starb in der 37. Woche, die Plazenta hatte vermutlich schon einige Wochen nicht ganz richtig gearbeitet und hat sich schließlich abgelöst. Wenn du die Geschichten hier im Forum ließt, ist die Plazenta leider oft beteiligt, sei es, weil sie sich nicht gut eingenistet hatte und die Durchblutung irgendwann nicht mehr funktioniert hat oder hat eine Thrombose die Gefäße verstopft... Manchmal, oder eigentlich oft, wird auch keine Ursache oder nichts Auffälliges gefunden.

Du kannst aber nichts dafür. Ihr habt alles gemacht, was für euch nur möglich war, und euren Sohn bis zum letzten Moment begleitet und für ihn gekämpft. Ich kenne gut die Machtlosigkeit und Verzweiflung, die nach solchem Zusammenbruch der Plazenta kommen, die ja dort dazu sein sollte, das Kind zu gut versorgen. Wieso sie es nicht geschafft hat und was ich anders machen sollen hätte, diese Gedanken haben mich auch monatelang begleitet. Irgendwann habe ich akzeptiert, dass wir in unserer gefühlt sicheren Zeit doch nicht den Einfluss auf alles haben.

Mir fehlt meine Tochter nach anderthalb Jahren immer noch sehr, die Trauer ist aber friedlicher geworden und meine Kleine ist auf ihre besondere Art immer bei mir. Ich weiß nicht, ob es dir jetzt Mut machen kann, mit der Zeit wird es aber wirklich besser. Schritt für Schritt... Mir hat geholfen, die Wochen und Monate nach ihrem Tod bewusst anzunehmen als eine Zeit, wo meine Kleine noch sehr intensiv in meinen Gedanken und so in meinem Leben präsent war. Also als ihre Zeit, noch ganz besonders. Das hat den plötzlichen Schnitt am Ende der Schwangerschaft etwas sanfter gemacht. Auch war für mich der körperliche Kontakt wichtig, zum Glück brauchte meine Mann auch viel Nähe. Jeder trauert aber anders und alles ist erlaubt... Passt gut auf euch auf und macht alles, was euch gut tut.

Auch wenn wir den Tod unserer Kinder nicht ungeschehen machen können, schöne Momente und auch Lebensfreude kommen nach und nach zurück. Ihr Sohn wird bei euch für immer bleiben und die Liebe, die mit ihm zu euch kam, auch. Ich wünsche euch weiterhin viel Kraft.

Liebe Grüße
Eulenmama

Sternenmama

unregistriert

3

Freitag, 19. April 2019, 11:26

Liebe Eulenmama,

Vielen Dank für die lieben Worte, fühle dich gedrückt von mir.

Es tut mir sooo unendlich leid das ihr auch so einen Schicksalsschlag erleben musstet. Es ist so unbegreiflich und das schlimmste was einem als Paar passieren kann.

Die Plazenta scheint tatsächlich oft Schuld zu sein...die Medizin kann so viel- warum gibt es für das Problem keine Hilfe?!

Wir besuchen jetzt eine Selbsthilfegruppe und hoffen das uns das gut tut. Ich fühle mich oft alleine und wenn ich was unternehme stelle ich mir oft vor wie es wäre wenn mein Baby bei mir wäre. Und schon ist man wieder am Boden zerstört.

Wie seid ihr durch diese schlimme Zeit gegangen? Wann habt ihr euch wieder getraut es erneut zu versuchen? Ich habe immer diese Angst das es wieder passieren kann oder auch was anderes. Würde man so einen Schicksalsschlag nochmal verkraften - ich glaube nein...

Ich muss vermutlich auch irgendwann akzeptieren das ich auf die Plazenta keinen Einfluss hatte...auch wenn das schwer fällt. Auf die Warum Frage wird es keine Antwort geben...

Unsere beiden Kinder werden immer bei uns sein und uns durchs Leben begleiten :love:

Ich wünsche dir und deiner Familie weiterhin viel Kraft und vorallem positive Erlebnisse. Ich glaube wenn uns unsere Kinder sehen können, dann würden sie nicht wollen das wir so traurig sind.

LG Sternenmama

Eulenmama

unregistriert

4

Donnerstag, 16. Mai 2019, 12:15

Liebe Sternenmama,

ich habe mich lange nicht gemeldet, hier war viel los und ich brauchte auch wieder etwas Abstand vom Forum. Falls du hier aber noch liest, würde ich mich freuen zu hören, wie es dir und deinem Mann mittlerweile geht. Wie geht ihr durch die Tage und Nächte?

Geht ihr weiterhin zur Selbsthilfegruppe? Wie fühlt ihr euch da? Ich hoffe, ihr konntet da einen guten Kontakt zu anderen Eltern finden. Das Gefühl, alleine zu sein, kenne ich selbst gut und weiß ehrlich gesagt nicht, ob es irgendwann wirklich verschwindet. Unabhängig davon, wie viel Unterstützung und Verständnis man bei den anderen findet, habe ich das Gefühl, dass ein Stück Einsamkeit für immer bleibt.

Du fragst, wie wir durch die Zeit gegangen sind: ich weiß es selbst nicht wirklich. Schritt für Schritt, Tag für Tag. In den ersten zwei drei Monaten habe ich in einer Art Seifenblase geschwebt und die Zeit noch bewusst als einen Raum für meine Tochter wahrgenommen und gestaltet. Dadurch hat sich, glaube ich, das plötzliche Ende etwas entschärft. Wir haben kleine Rituale eingeführt, wie Kerzen und Blumen auf dem Friedhof regelmäßig zu wechseln, eine Kiste mit Erinnerungen an die Schwangerschaft geschafft... Ich habe geschrieben, fotografiert. Und ich habe mich relativ schnell mit den Freunden getroffen, auch weil ich Angst hatte, dass etwas in mir "kaputtgegangen" ist und ich den Anschluss zum normalen Leben verliere. (Irre, denke ich heute, aber diese Angst war wirklich lange da und meldet sich manchmal immer noch, obwohl ich sie jetzt nicht mehr so ernst nehme.) Meine größte Stütze war mein Mann, da habe ich natürlich ein großes Glück. Wir sind die ganze Zeit einander sehr nahe gewesen, viel über unsere Tochter gesprochen, geweint und auch gelacht, am Anfang noch mit weinenden Augen. Es gab auch viele Tage, an denen wir so gut wir gar nichts gemacht haben, nur unter der Decke reingekuschelt Naturdokus geguckt, das war unser Akku-Aufladen. Also eine Mischung aus abwarten, zulassen, unserer Eule Raum geben und langsam zurück ins Leben finden. Ich habe nach Geschichten über starke Frauen gesucht, als Inspiration, um wieder Vertrauen in mich und meine eigene Stärke zu finden.

Wie man aber oft hört, jeder trauert anders und findet eigene Wege, mit dem Geschehenen umzugehen. Und es gibt nicht den richtigen Weg, außer dass man auf sich achten und alle Gefühle zulassen sollte. Und machen, was einem gut tut. Mir hat ein ganz schlichter Satz der Krankenhaus-Psychologin geholfen, im Sinne von: Jeder Mensch ist in der Lage, mit dem Tod umzugehen. Dass sie es so zuversichtlich gesagt hat, gab mir die Hoffnung, dass ich es schaffe. Auch ihr schafft es.

Wir haben es uns mit einem neuen Versuch erst nach einem Jahr getraut. Das was einerseits wegen der KS-Narbe und auch weil ich im Laufe des Jahres den Job gewechselt habe und mich da erst einarbeiten wollte. Für mich war das eine Jahr auch psychisch ein guter Rahmen, um mich von meiner Tochter zu verabschieden und meine Ängste bezüglich einer nächsten Schwangerschaft halbwegs in den Griff zu bekommen. Ich kann gut verstehen, dass du dir jetzt nicht vorstellen kannst, einen weiteren Schicksalsschlag verkraften zu können. Auch das wird irgendwann besser, das wirst du selbst merken... Dabei kann übrigens gut auch ein Psychologe helfen.

Wurde deine Plazenta untersucht? Ist dabei etwas rausgekommen? Gab es bei dir sonst irgendwelche Untersuchungen, etwa eine Gerinnungsdiagnostik?

Ich wünsche dir auch weiterhin viel Kraft und Vertrauen in deine Stärke, mit deinem Jungen im Herzen.

Liebe Grüße
E.

Sternenmama

unregistriert

5

Sonntag, 19. Mai 2019, 11:32

Liebe Eulenmama,

schön das du wieder im Forum unterwegs bist :). Meinem Mann geht es relativ gut damit, er sagt er kommt klar mit der Situation. Ganz im Gegenteil zu mir. Habe die letzten Tage viel geweint und kann einfach nicht hinnehmen das mein kleiner nicht hier ist. Ich weiß nicht ob ich damit jemals klarkomme.
Das mit der Einsamkeit sehe ich genauso, das wird nie ganz weggehen. Unsere Liebe ist zu groß und intensiv für unsere Kinder das sie immer ein Gefühl von Einsamkeit und Leere bewirken. Ich gehe mittlerweile in eine Sternenmama Gruppe, dort fühle ich mich wohl und verstanden. In die andere Gruppe werde ich nicht mehr so häufig gehen denke ich. Das tut mir nicht immer gut. Hattest du auch externe Hilfe von einem Psychologen etc.?
So fühle ich mich im Moment auch, wie in einer Blase. Das Leben zieht so an einem vorbei. Ich schleppe mich noch von Tag zu Tag und bin froh wenn er vorbei ist, in der Hoffnung mir gehts es irgendwann besser. Das ich nur noch Liebe, Stolz und Dankbarkeit empfinden kann und keine tiefe Traurigkeit mehr.
Ihr habt das geschafft darauf könnt ihr so stolz sein :). An dem Satz der Psychologin ist wohl was wahres dran, auch wenn es schwer fällt den Tod zu akzeptieren oder sogar zu verstehen. Es haben schon so viele geschafft, dann schaffen wir das auch!
Meine Plazenta wurde untersucht, es kam aber nichts raus. Auch eine Gerinnungsstörung wurde ausgeschlossen. Man findet einfach nichts!!! Ich weiß aber auch nicht wenn was gefunden wird, ob das dann besser ist ?(.
Mein Vertrauen in meinem Körper ist weg, daher muss ich das erst wieder haben bevor ich an eine neue SSW denken kann.
Finde es mutig das ihr es nochmal versucht habt und alles ist gut gegangen. Das gibt Hoffnung.
Wir werden sehen was die Zeit bringt und wie wir uns entscheiden.
Ich werde bald wieder Arbeiten davor habe ich auch Angst.
Wann bist du wieder arbeiten gegangen und wie hast du es empfunden?

Liebe Grüße, viel Kraft und eine schöne Zeit wünsch ich dir.
Sternenmama

Sternenmama

unregistriert

6

Sonntag, 19. Mai 2019, 11:33

Unsere Kinder sind im Herzen natürlich immer bei uns :love: :love:

Eulenmama

unregistriert

7

Mittwoch, 22. Mai 2019, 22:08

Liebe Sternenmama,

schön, dass du das Forum auch noch besuchst.

Es freut mich, dass du dich in der Sternenmama-Gruppe wohlfühlst, das ist viel wert. Manche Dinge können eben nur Sternenmamas verstehen. In der anderen Gruppe waren also nicht (nur) Sterneneltern?

Ich bin nach etwa einem halben Jahr zum Psychologen gegangen. Die Trauer war zu dem Zeitpunkt schon sanfter und erträglicher, es kamen aber noch andere Sachen dazu und irgendwann hatte ich das Gefühl, dass die reif ist Zeit für eine professionelle Hilfe. Das Vertrauen in meinen Körper zurückzugewinnen hat bei mir ziemlich lange gedauert. So insgesamt überhaupt das allgemeine Lebensvertrauen aufzubauen war schon eine Aufgabe an sich.

Dass es dir jetzt eher schlecht geht, verstehe ich gut. Bei euch sind es nicht mal drei Monate her, es ist noch ganz frisch. Und wie der Schock langsam nachlässt, wird der Schmerz vielleicht noch heftiger, fand ich zumindest. Lass dir und deiner Seele Zeit. Denke, dass du mit jedem Tag einen Schritt geschafft hast, auch wenn du gefühlt an der Stelle bleibst. Es wird wirklich irgendwann besser, die guten Momente und mehr Gleichgewicht werden sich langsam einschleichen. Ganz verschwunden ist die Trauer bei mir auch nach anderthalb Jahren nicht und auch jetzt gibt es noch schlimme Tage (wie ausgerechnet heute). Aber auch wenn, es fühlt sich nicht mehr so falsch an, es gehört zu mir und darf ruhig so bleiben.

Mit der Plazenta und der Gerinnung ist es also bei dir wie bei mir, keine wirklichen Anhaltspunkte. Eigentlich ist es nicht schlimm, denn die wichtigen Ursachen wurden ausgeschlossen und obwohl es nicht einfach ist, den Tod unserer Kinder ohne Erklärung zu akzeptieren, bezüglich einer Folgeschwangerschaft ist es eine gute Nachricht. Dazu hat mir jetzt in der Uniklinik ein Arzt gesagt, dass, wenn keine Ursache gefunden wird, ein Wiederholungsrisiko vergleichsweise sehr gering sei. Also Hoffnung für uns beide... Und ich hoffe, ich werde es tatsächlich bestätigen können (ich bin erst seit Kurzem schwanger, von einem Happyend kann ich also noch nicht ganz sprechen).

Ich war nach etwa drei Monaten zurück im Job, zunächst Teilzeit, später wieder Vollzeit. Und hatte natürlich Angst, wie es wird, ob ich die Trauer dadurch nicht verdränge und ob ich überhaupt leistungsfähig bin, mich konzentrieren kann, nicht auf der Arbeit zusammenbreche... Trotz Befürchtungen ging es aber, so wie mit allen anderen Dingen - Schritt für Schritt, Tag für Tag. Wenn es sich für dich aber nicht richtig anfühlt arbeiten zu gehen, nimm dir noch mehr Zeit, dein Hausarzt wird dich bestimmt ohne Weiteres gerne krankschreiben. Da gibt es auch kein richtig oder falsch, gut ist, was dir gut tut. Es gibt wohl auch die Stufenweise Wiedereingliederung (Hamburger Modell), wo du deine Stunden nach und nach aufstocken kannst. Davon wusste ich bei meiner Rückkehr nicht, vielleicht wäre es aber etwas für dich?

Ich wünsche dir, dass die guten Momente immer mehr werden und dass du immer deinen Kleinen nah bei dir spürst. Wie du es gesagt hast: unsere Kinder sind im Herzen immer bei uns.

Liebe Grüße!

Sternenmama

unregistriert

8

Sonntag, 26. Mai 2019, 10:07

Liebe Eulenmama,

Schön von dir zu hören.

In der anderen Gruppe sind hauptsächlich Eltern größerer Kinder, das passt manchmal nicht ganz. Es gibt doch unterschiedliche Themen die man besprechen möchte. Zumal die Eltern dann auch schon älter sind.

Das glaube ich sofort. Ich weiß noch nicht wie ich Vertrauen aufbauen soll. In mich, meinen Körper, ans Leben das ja sehr ungerecht ist. Ich bin davon überzeugt das mein Engel leben könnte, hätte ich Blutverdünner bekommen. Und das macht mich wahnsinnig, zerreißt mir das Herz und ich fühle mich dann so schuldig. Ich wusste davon, hab die Ärztin oft danach gefragt und sie meinte das brauch ich nicht. Tsja jetzt ist es passiert und ich muss ohne mein Kind leben. Das macht mich einfach so unendlich traurig...

Unsere Kinder begleiten uns jetzt unser ganzes Leben. Da ist es ganz normal gute und schlechte Tage zu haben. Auch wenn mir das ein wenig Angst macht.

Herzlichen Glückwunsch:) Wie weit bist du? Bekommst du ASS? Wirst du öfter kontrolliert?
Ich kann mir vorstellen das deine Angst riesig ist. Wie kommst du damit zurecht?

Ich hatte auch überlegt noch nicht Vollzeit einzusteigen. Denke das tut einem sicher gut noch nicht Vollgas loslegen zu müssen. Aber auch das wird irgendwie werden. Ich mach mir nicht mehr so viele Gedanken um alles. Das hat mir bei meinem Kind auch nichts geholfen, das hat er mir wohl schon gelehrt.

Ich denke sowieso das unsere Kinder uns eine andere Sicht aufs Leben geben. Aber das würden sie wohl auch wenn alles gut gegangen wäre?!

Ich wünsche dir alles Gute für deinen Bauchzwerg :). Es wird alles gutgehen. Zweimal erwischt einen so ein schlimmes Schicksal nicht.

Bis bald

Eulenmama

unregistriert

9

Montag, 10. Juni 2019, 20:27

Liebe Sternenmama,

wie geht es dir? Gibt es inzwischen auch leichtere Momente?
Wie ist die Sternenmama-Gruppe, fühlst du dich da weiterhin gut verstanden?

Bei mir wurde keine Gerinnungsstörung festgestellt und alle Ärzte haben mir von ASS prophylaktisch abgeraten. Ich werde also kein nehmen, solange die Durchblutung gut ist.
Was die Kontrollen betrifft, bis jetzt ist es wie gewöhnlich bei einem Arztbesuch pro Monat geblieben, nur gehe ich noch zusätzlich zu einem Pränataldiagnostiker, um die Versorgung genauer im Auge zu behalten. Später werden die Kontrollen wahrscheinlich dichter, aber bis jetzt passt es so eigentlich ganz gut.

Danke für deine guten Wünsche! Was Schicksalsschläge angeht, bin ich ziemlich misstrauisch, also ob sie von einem weiteren schützen. Ich motiviere mich aber mit einem Zitat von Havel, das ich auch schon mal in Eules Thread geschrieben habe: Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht. Also Augen zu und dem eigenen Traum folgen.

Das Vertrauen hat sich irgendwie selbst nach und nach gestärkt, mit dem Alltag. Mit der Zeit kehrte die Normalität langsam wieder ein und so auch das Gleichgewicht zwischen den Ängsten und dem Vertrauen. Ganz ohne Vertrauen lässt sich ja auch schwierig leben. Es hat aber auch einige Zeit gedauert.
Wie ich mit den Ängsten klarkomme... gute Frage. Ich versuche sie als das zu sehen, was sie wirklich sind: also Ängste. Ich weiß, woher sie kommen und dass sie nicht unbedingt die aktuelle Situation reflektieren, sondern nur meine Befürchtungen, was Schlimmes passieren könnte. Und sie sind erst mal da, also meinetwegen dürfen sie auch da sein, ich möchte aber nicht, dass sie mein Leben bestimmen. Ich versuche also einen klaren Kopf zu behalten und ihnen nicht zu folgen. Oft einfacher gesagt als getan, aber das war meine Strategie bis jetzt.
Es ist vielleicht noch früh zu fragen, aber wie kommst du mit deinen Ängsten klar? Gerade am Anfang hatte ich das Gefühl, ihnen ziemlich ausgeliefert zu sein.

Ja, obwohl uns unsere Kinder eine andere Sicht aufs Leben geben und ich in den letzten anderthalb Jahren viel gelernt habe, bleibt der Tod unserer Kinder ein Schnitt ins Leben, der einfach falsch ist. Ich kann es annehmen, weil ich unendlich dankbar bin, dass es meine Tochter überhaupt gab, und kann mich damit abfinden, dass der Tod zum Leben gehört. Es bleibt aber trotzdem falsch und ich hätte es gern anders gehabt... Ich glaube, diese Ambivalenz gehört auch dazu und wird bleiben.

Ich werde mich freuen, von dir wieder zu hören, wie es dir weiter geht und wie du durch diese schwierige Zeit kommst...
Übrigens wie fühlt sich die Zeit noch ohne Arbeit an (also falls du noch nicht arbeitest)? Fühlst du dich am wohlsten zu Hause oder zieht es dich nach draußen, vielleicht in die Natur oder ans Meer?

Alles Liebe dir!

Sternenmama

unregistriert

10

Freitag, 14. Juni 2019, 15:45

Liebe Eulenmama,

Wie geht es dir und deinem Bauchbewohner? Schön das du noch ins Forum schaust.

Wie weit bist du mittlerweile?

Es geht deinen einen Tag relativ gut und dann gibt es leider oft schlechte Tage. Es gibt kaum einen Tag wo keine Tränen fließen. Die Gruppe tut mir sehr gut, allgemein Sternenkindmamas. Mit nicht betroffenen ist der Umgang noch schwer. Vielleicht ist es noch zu früh mich mit diesen Leuten oder neuen Leuten zu treffen. Bei mir wurde jetzt auch eine Gerinnungsstörung ausgeschlossen, es war Pech. Das ist immer noch unverständlich und so sinnlos. Ich hatte gedacht es wird noch eine Ursache gefunden, aber nichts...alle Kontrollen haben nichts ergeben.

Das Zitat werde ich mir merken :).

Im Moment ist es schwierig weil mein Freund eine neue SSW ausschließt. Er möchte erstmal nicht mehr. Damit komme ich nicht zurecht und habe das Gefühl ich quäle mich jeden Tag. Ist der Wunsch doch so groß...ich habe gar keine Perspektive so kommt mir das vor.
Das macht mich unglaublich fertig. Vielleicht ein Grund mehr warum ich es schwer habe das alles zu verarbeiten.

Ich finde deine Einstellung klasse das du versuchst das die Ängste nicht überhand nehmen. Sonst wird man vermutlich auch ganz verrückt. Im Moment habe ich noch Ängste. Vorallem vor der Zukunft, der Arbeit, vor dem allein sein...

Ich hatte jetzt eine Zeit wo ich sehr viel unternommen habe, das hat mir gut getan. Trotzdem würde ich oft mit Situationen konfrontiert vor denen ich nur weglaufen möchte und am liebsten nur zu Hause sein. Oft weiß ich selbst nicht was ich will, was mir gut tut. Ich glaube ohne Folgekind kommt man nicht mehr zurecht... Wie siehst du das? Wie hast du die Zeit bis zur SSW gefüllt? Vielleicht kann ich mir ein paar gute Tipps holen. Das Gefühl der Sehnsucht ist so stark, das habe ich einfach permanent.

Die Arbeit ruft bald, vielleicht tut es tatsächlich gut.

Ich hoffe du genießt die Sonne und hast eine schöne Zeit. Ich freue mich wieder von dir und deinem Zwerg zu hören

Eulenmama

unregistriert

11

Donnerstag, 20. Juni 2019, 15:25

Liebe Sternenmama,

wir sind in der 19. Woche angekommen, also die erste Hälfte geschafft, ich kann es selbst kaum glauben. So weit sei alles in Ordnung.

Es freut mich, dass dir die Gruppe so gut tut! Das ist viel wert. Ja, der Kontakt mit Nichtbetroffenen kann erst mal schwerfallen, manchmal trifft man auch auf Unverständnis und manchmal sind Freunde und Familienmitglieder mit der Situation selbst überfordert, gerade wenn die Beziehung eng ist und sie gern helfen würden, aber nicht wissen, wie. Und auch wenn alle toll sind, manchmal ist das Leben außerhalb der eigenen geschützten Blase einfach zu viel.

Ich kann gut verstehen das Gefühl der Sinnlosigkeit, wenn keine Ursache gefunden wird. Den Spruch "Laune der Natur" kann ich nicht hören. Bei uns wurde ja auch nichts gefunden. Zuerst wusste ich nicht, was ich davon halten sollte, aber auch in Bezug auf eine Folgeschwangerschaft ist es eigentlich eine gute Nachricht. Irgendwo habe ich gelesen, dass Plazentakomplikationen in der ersten Schwangerschaft häufiger seien. So besteht die Hoffnung, dass es das nächste Mal besser wird.

Was du vielleicht noch machen kannst, obwohl es dazu unterschiedliche Meinungen gibt: deinen Vitaminspiegel für D3, B6 und B12 bestimmen lassen und eventuell auffüllen. Sie sollen die Entwicklung und Funktion der Plazenta unterstützen. Sicherlich wäre ein Mangel keine "Ursache", das wäre ja zu einfach, aber sie gut eingestellt zu haben kann auch nicht schaden. Und deine Schilddrüse checken lassen, falls noch nicht geschehen.

Dass du und dein Freund so unterschiedlich über eine zweite Schwangerschaft denkt, ist für dich sicherlich nicht einfach. Gerade jetzt, wo die Sehnsucht so groß ist. Glaubst du aber, dass er es wirklich so endgültig meint? Vielleicht braucht er einfach nur mehr Zeit. Es ist ja ein großes Trauma, das verarbeitet werden muss, und jeder geht es anders an und im eigenen Tempo. Ich höre immer wieder, wie unterschiedlich Partner trauern. Oft sind auch Männer nicht so gesprächsbereit, wenn es um Emotionen geht, was uns Frauen wahnsinnig machen kann... Vielleicht findet ihr aber irgendwann einen guten Moment, wenn ihr darüber sprechen könnt, warum dein Freund zunächst eine zweite Schwangerschaft ausschließt. Vielleicht ist es die Hilflosigkeit, mit der er konfrontiert wurde, oder Angst um dich. Oder er braucht mehr Zeit mit eurem Jungen, bevor er sich auf ein anderes Kind einlässt. Oder erst wieder fest mit beiden Beinen im "normalen Leben" zu stehen, um später für euch eine Stütze sein zu können.

Bei uns war wegen dem KS klar, dass ein halbes Jahr Warten das Minimum wäre, und da wir kein zusätzliches Risiko eingehen wollten, haben wir uns auf einem Jahr geeinigt. Das schien am Anfang eine Ewigkeit zu sein, ist dann aber doch ziemlich schnell vergangen. Die Wartezeit habe ich vor allem am Anfang noch ganz meiner Tochter gewidmet. Ich dachte, jetzt ist es die Zeit, wo sie mir noch so nah steht, und das wird später nicht mehr so. Ich habe viel für sie gemacht, z.B. ein Fotoalbum gestaltet und eine Schatzkiste, wir ließen eine Skulptur aus Holz für sie schneiden... solche Sachen. Später hat mich der Alltag mehr geholt. Ich habe die ganze Zeit viel fotografiert, andere Frauen schreiben, malen oder töpfern. Ich finde, dass solche kreativen Tätigkeiten immer gut tun. Gibt es etwas, was du besonders gern machst, oder ein "Traumprojekt"? Vielleicht eine Sprache zu lernen, ein Buch zu schreiben, tanzen oder etwas Ehrenamtliches anzufangen... Etwas, das für dich persönlich Sinn macht und dir Halt geben kann, bis es mit dem Folgekind klappt?

Auch wenn jetzt das Leben wie ein Loch aussehen mag und alles verzweifelt, es wird wirklich besser. ... Ich wünsche dir ganz schöne sommerliche Tage, mit deinem Jungen immer nah.

Sternenmama

unregistriert

12

Sonntag, 23. Juni 2019, 11:47

Hallo liebe Eulenmama,

ich hoffe euch geht es gut und ihr genießt die Sommertage. Das freut mich total das mit deinem Mini alles gut ist. Die zweite Hälfte geht sicher ganz schnell vorbei und ich hoffe mit nicht allzu großen Ängsten.

Echt das wusste ich gar nicht, aber dann hoffen wir das bei der Folgeschwangerschaft mit der Plazenta alles gut wird. Mein Arzt ist da auch sehr zuversichtlich. Das beruhigt mich schon, aber ja dieses Laune der Natur macht es nicht besser, ganz im Gegenteil finde ich. Das wir nichts hätten tun können, macht einen wahnsinnig, nicht die Kontrolle zu haben. Auch das musste ich erst lernen, oder bin gerade dabei.

Super Danke für den Tipp mit den Vitaminen, das werde ich mir merken. Wie du sagst, selbst wenn es nichts bringen sollte, schadet es nicht und ich würde mich besser fühlen, alles getan zu haben und nichts unversucht zu lassen. Für die Schilddrüse nehme ich seit Jahren schon ein Medikament, da passt zumindest alles.

Ehrlich gesagt weiß ich nicht so recht was ich denken soll. Aktuell klingt es sehr endgültig, allerdings sagt er manchmal es kann sich ändern, aber er weiß es eben nicht. Ich weiß gar nicht wie ich damit umgehen soll. Bei allen mit denen ich Kontakt habe ist das alles ganz anders. Alle wollen es wieder versuchen und wir sind die Exoten habe ich das Gefühl. Gibt es denn keine Paare wo es so ist wie bei uns??? ;(. Das einzige was mir bleibt ist abwarten, aber es ist sooooo schwer und ob das warten belohnt wird ist ja auch offen.

Das mache ich jetzt auch, ich genieße die Zeit mit meinem kleinen. Jetzt kann ich noch alles so gut fühlen, da er noch extrem präsent für mich ist. Das ist ein Stück weit auch gut und richtig. Oft denke ich aber auch, das ich nur so denke weil ich momentan keine Wahl habe. Aber jetzt loszulegen wäre auch für mich zu früh, aber es ist ein Unterschied ob ich es frei entscheiden kann. Jetzt werde ich ja eher gezwungen meinen Kinderwunsch hinten an zu stellen. Es kann auch sein das ich es viel schwerer habe mit der Verarbeitung, weil ich mich regelrecht an mein Kind klammere, kann es doch mein einziges Baby bleiben. Diese ganze Situation überfordert mich komplett, denke auch darüber nach mal eine gewisse Zeit Abstand zu nehmen um etwas zur Ruhe zu kommen. Die Arbeit kommt auf den Turm auch noch oben drauf und wer weiß was noch alles kommt.

2019 ist echt nicht mein Jahr...

Ich nähe aktuell für Sternenkinder oder habe grundsätzlich das nähen und basteln entdeckt. Ich bin noch auf der Suche nach einem großen Projekt das mir in der Zeit helfen kann. Irgendwas muss ich für mich finden, sonst werde ich verrückt.

Hast du für deinen Mini schon etwas gekauft?

Ich finde es total schön das ihr so viele Erinnerungsstücke habt. Ich bin auch regelmäßig am basteln. Ich denke mir oft ich muss viele Erinnerungsstücke gestalten um nie niemals irgendwelche Details zu vergessen. Da habe ich große Angst davor.

Ich denke an euch und ich freue mich auf das nächste Update von dir. Genießt die Sonne und bis bald 8)

Eulenmama

unregistriert

13

Dienstag, 23. Juli 2019, 18:07

Liebe Sternenmama,

jetzt ist wieder ein Monat seit deinem letzten Beitrag vergangen. Wie geht es dir? Ich hoffe, dass die warmen Sonnenstrahlen deine Tage durchleuchten konnten und du den Sommer genießen kannst, obwohl dein Kleiner sicherlich gerade an den schönen Tagen besonders fehlt.

Gehst du jetzt wieder arbeiten? Gibt es sonst etwas Neues?

Wir waren wieder bei der Feindiagnostik, wo auch die Durchblutung der Plazenta kontrolliert wurde, und alles sei nach wie vor völlig in Ordnung. Wenigstens bis jetzt also keine Auffälligkeiten, ohne ASS oder Heparin. Vielleicht wird alles wirklich gut dieses Mal? Ich schreibe es vor allem, um dir Mut zu machen. Wenn es bei uns klappen sollte, warum nicht bei euch? Klar, es liegen noch mehrere Monate vor uns. Aber so weit gut... Schön, dass dich dein Arzt so motiviert - ohne Grund würde er es bestimmt nicht machen.

Mit deinem Kinderwunsch tut es mir leid, dass es sich erstmal so endgültig anfühlt. Wobei es so aussieht, dass dein Freund ein zweites Kind doch nicht völlig ausschließt? Es klingt eher, dass es jetzt Zeit braucht? Du brauchst dich jedenfalls nicht wie Exoten zu fühlen, da geht es vielen Paaren ähnlich, auch hier im Forum liest man immer wieder, wie unterschiedlich Partner mit der Trauer oder mit dem Kinderwunsch umgehen. Einen gemeinsamen Weg durch die Trauer zu finden ist ja eine Herausforderung an sich... Ich wünsche euch sehr, dass ihr darüber gut miteinander sprechen könnt und das ihr einen Weg findet, der für euch passt. Hast du eine Trauerbegleitung oder einen Therapeuten, die dich dabei vielleicht unterstützen könnten?

Und hab keine Angst, wenn bei dir gesundheitlich nichts gegen den Kinderwunsch spricht, wird euer Sohn sicherlich nicht dein einziges Kind bleiben. Es ist noch sehr frisch bei euch, da steht die Welt auf dem Kopf, die Dinge werden aber ihren Lauf nach und nach wieder finden. Wenn ihr euch darauf einmal eingelassen habt, kommt bestimmt die Zeit wieder, wo es für euch beide gut passt.

Ich wollte auch nicht vergessen und habe es deswegen mit den Erinnerungsstücken ziemlich ernst genommen. :) Es ist nicht eigentlich nicht viel, aber alles so wertvoll. Jetzt nach anderthalb Jahren die Sachen aus Eules Schatzkiste herauszunehmen und anzufassen tut zwar noch weh, ist aber auch immer sehr schön und tröstlich. Und jetzt in der zweiten Schwangerschaft ertappe ich mich auch immer wieder dabei, dass ich Sachen aufbewahren möchte, die mich an meinen Zweiten erinnern würden, für den Fall, dass wieder etwas Schlimmes passieren sollte... Das ist schon verrückt, ich lasse es aber zu.

Nein, wir kaufen erstmal nichts, da unsere beiden Herbstkinder sind und so können wir eigentlich Eules Sachen gut verwenden. Nur ein paar Sachen, die wir ausgeliehen hatten, werden wir noch nachkaufen müssen, aber das hat noch Zeit. Zwar hat sich der Minimensch jetzt als Junge geoutet, aber das macht nichts. Wir haben sowieso keine besonders mädchenhafte Sachen damals gekauft und ganz ehrlich, auch wenn, einem so kleinen Kind sollte es noch egal sein...

Zum Gefühl, die Kontrolle nicht zu haben: ja, damit bin ich auch jetzt immer wieder aufs Neue konfrontiert. Manchmal macht es mich wahnsinnig, manchmal kann ich es besser zulassen. Ich glaube, es wird uns das ganze Leben lang begleiten und irgendwie müssen wir uns damit abfinden, dass wir doch von den wirklich entscheidenden Sachen das meiste nicht in der Hand haben. Leider. Ich sage mir immer, das einzige, was ich machen kann, ist weiterzuleben, wie ich will und nicht wie es meine Ängste für mich gerne arrangieren würden.

Ich wünsche dir alles Liebe und werde mich freuen, von dir mal wieder zu hören. Und viel Kraft!

Sternenmama

unregistriert

14

Sonntag, 18. August 2019, 12:21

Liebe Eulenmama,

eine lange Zeit ist vergangen, es ist viel passiert. Leider nicht viel gutes.

Aber viel wichtiger ist, wie geht es euch? Ist nach wie vor alles in Ordnung? Wie weit bist du jetzt schon?

Wir werden wohl keine Familie mehr werden und ich versuche gerade wieder bei 0 anzufangen. Es ist sehr schwer, ich bin oft traurig und stecke noch voll in der Trauer um unseren kleinen. Ich denke deswegen kann ich um unsere Beziehung nicht so trauern, weil der Tod unseres Kindes das allerschlimmste für mich war. Und getrennt da durch zu müssen, da denke ich mir auch oft das ich den Mann dann auch nicht brauche. Es schreibt sich natürlich viel leichter als es ist. Das Jahr ist der blanke Horror und ich weiß oft nicht warum ich frühs überhaupt aufstehe.

Wann ist dein geplanter ET?

Ich arbeite schon länger wieder und es fällt noch schwer. Ich kann mich oft nicht konzentrieren. Kennst du das? Aber im großen und ganzen hilft mir die Arbeit damit ich einen geregelten Tagesablauf habe.

Ich habe mir einen Psychologen gesucht und gehe noch in die Gruppe. Aber ich hab das Gefühl mir kann man nicht helfen. Es ist erst wieder alles gut wenn sich der Traum einer Familie erfüllt. Vorher weiß ich einfach nicht was mich glücklich machen könnte. Aber der Traum ist jetzt in weite Ferne gerückt. Das macht mich traurig...

Hast du mittlerweile mehr Angst weil die SSW weiter voran schreitet oder geht es?

Ich kann das nachvollziehen, die Angst ist da und du versuchst dir Erinnerungen zu sichern, falls etwas passiert. Aber diesmal wird alles gut gehen :) . Die Gedanken spielen da verrückt, aber das ist ganz normal.

Ich wünsche dir noch eine schöne Kugelzeit und ich denke an euch!

Ich freue mich auf deine Nachricht :) .

LG Sternenmama

Eulenmama

unregistriert

15

Montag, 2. September 2019, 15:54

Liebe Sternenmama,

habe ich es richtig verstanden, dass ihr euch mit deinem Freund getrennt habt? Das tut mir wirklich leid. Fühle dich erstmal ganz fest gedrückt!

Es hört aber sich so an, dass die Trennung schließlich das Richtige war? Trotzdem ist es nicht einfach, durch die Trauer ganz alleine zu gehen (aber ich sehe es ähnlich, besser alleine als mit einem Partner, mit dem man sich alleine fühlt). Auch wenn dir den Schmerz niemand abnehmen kann, hast du wenigstes Unterstützung bei deiner Familie und Freunden?

Vor allem hab aber Vertrauen in dich selbst, dass du es schaffst! Du bist stark und findest deinen Weg, mit deinem Kleinen im Herzen. Und Geschwister kommen auch noch. Du bist gesund, das ist das Wichtigste und den Rest kriegst du hin.

Das schwierige Jahr wird mal vorbei sein, jeder Tag bringt dich ein Stück nach vorn, auch wenn du vielleicht gefühlt an der Stelle stehst. Jeder auch so kleine Schritt kostet zwar viel Kraft, die wird aber nie verlorengehen, sondern eine ganz starke Basis für alles Neue werden. So ein bisschen wie in Physik, Energie verschwindet nicht, nimmt nur eine andere Form an. :)

Wie geht es dir jetzt? Gibt es auch gute Sachen und Momente, auch ganz kleine Kleinigkeiten vielleicht? Oder kostet es erst mal alle Kräfte, um überhaupt durch den Tag zu kommen? Und wie ist die Trauer um deinen Kleinen geworden im Vergleich zu den ersten Monaten?

Und die Arbeit? Schön, dass dir der geregelte Tag gut tut. Das war bei mir auch so, obwohl der Wiedereinstieg nicht einfach war. Probleme mit Konzentration hatte ich auch. Nicht nur in der Arbeit sondern auch sonst im Alltag, beim Treffen mit Freunden, ... Das ist langsam besser geworden, kleine "Ausfälle" kommen trotzdem noch ab und zu. Mir hilft als Ausgleich einfach nichts zu tun und die unkonzentrierten Gedanken frei vorbeifließen zu lassen.

Du fragst viel nach mir, danke! Alles läuft ohne Auffälligkeiten weiter, wofür ich natürlich sehr dankbar bin. Ängste sind trotzdem da, mit der Zeit auch langsam immer verstärkt, vor allem weil die erste Schwangerschaft auch problemlos verlaufen ist bis zum letzten Moment. Ich träume wieder öfter von Blutungen oder dass ich den Kleinen tot in den Arm gelegt bekomme. Aber bis jetzt kann ich damit gut umgehen. Es sind ja nur Ängste. Der ET ist im Spätnovember, es kann aber auch auf einen früheren Kaiserschnitt hinauslaufen.

Lieben Dank für deine guten Wünsche! Ja, es wird schon gut gehen. Oder was auch immer passiert, ich werde es auch irgendwie schaffen (müssen). Einfach immer weitermachen... Dir auch alles Liebe, und viele kleine tröstliche Momente für jeden Tag...

Ich freue mich, wenn du mal wieder schreibst, wie es dir geht. Lieben Gruß. Und pass gut auf dich auf.

Sternenmama

unregistriert

16

Sonntag, 6. Oktober 2019, 13:09

Liebe Eulenmama,

Ersteinmal vielen lieben Dank für die aufbauenden Worte. Das gibt mir sehr viel Zuversicht. Wir gehen aktuell zu einem Therapeuten, aber für mich, fühlt es sich relativ endgültig an. Zumal ich jetzt in der Trauer und Zuhause ganz alleine bin, wenn ich weinen muss ist niemand da, wenn ich schlecht Träume ist niemand da... Das ist schon ein Punkt den ich nie vergessen werde, sollte es wieder werden. Er lässt mich einfach alleine und das kann man nicht schön reden!

Ich bin schon oft verzweifelt, wünsche mir so sehr ein Geschwisterchen, aber ohne Mann wird’s schwer. Das macht es mir im Moment unerträglich, diese Hoffnung nicht zu haben. Meine Familie ist für mich da, aber sie wohnen recht weit weg. Aber telefonieren hilft schon auch.

Wie geht es euch? Ich hoffe es ist weiterhin alles gut und die Ängste nehmen nicht überhand? Es ist bestimmt schon alles für den kleinen vorbereitet :love: . Weißt du schon ob es ein Kaiserschnitt wird?

Es gibt schon auch gutes mittlerweile, die Trauer empfinde ich als fast identisch als zum Anfang. Vielleicht brauche ich da einfach etwas länger ?( . An manchen Tagen unternehme ich viel, dann gibt es aber auch Phasen wo ich mich zuhause einigeln möchte. Hauptsächlich dann wenn ich unterwegs war und gefühlt nur Schwangere und kleine Kinder sehe, oder es bei Freunden, Verwandten heißt die und die ist schwanger ;( . Da komme ich nicht nicht klar, auch weil ich weiß das ich erstmal keine Chance dazu habe.

Du hast Recht, schaffen werden wir alles :love:. Ich wünsche euch nur das Beste und ich freue mich, wenn du mir wieder schreibst. Bis dahin :)

LG Sternenmama